{"id":15663,"date":"2025-05-25T19:20:03","date_gmt":"2025-05-25T17:20:03","guid":{"rendered":"https:\/\/sailingsymi.com\/?p=15663"},"modified":"2025-05-25T21:53:31","modified_gmt":"2025-05-25T19:53:31","slug":"unterwegs-im-icw-%f0%9f%87%ba%f0%9f%87%b8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sailingsymi.com\/en\/unterwegs-im-icw-%f0%9f%87%ba%f0%9f%87%b8\/","title":{"rendered":"Unterwegs im ICW &#8211; \ud83c\uddfa\ud83c\uddf8"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ahoi und einen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnsche ich Euch aus Cape Canaveral. USA.<br><br>Nach dem Landausflug f\u00fcr Zoll und Einklarierung im Regen, kehrten wir zu Symi an Bord zur\u00fcck und mussten eine weitere Nacht bei teilweise wirklich extremen Regeng\u00fcssen, zum Gl\u00fcck ohne Gewitter, in Westpalm Beach im Hafen verbringen. Hafen ist nicht ganz die richtige Beschreibung. Besser w\u00e4re: ein breiter Kanal. Florida ist an seiner Ostk\u00fcste mit fast durchgehenden 0,5 bis 3 km breiten Inseln vom Atlantik abgeschirmt. Diese sind zum Beispiel bei Miami k\u00fcnstlich angelegt, weiter n\u00f6rdlich schm\u00e4ler, aber nat\u00fcrlich. Zwischen dem Festland und den Inseln l\u00e4uft der Intracoastal Waterway (ICW) dessen Struktur ich dir hier erkl\u00e4ren will. <br><br>Die Idee eines durchgehenden Wasserwegs entlang der Ostk\u00fcste entstand bereits im fr\u00fchen 19. Jahrhundert, um eine sichere und effiziente Transportroute von Nord nach S\u00fcd zu schaffen. Er ist eine rund 4.800 Kilometer lange gesch\u00fctzte Wasserstra\u00dfe entlang der Atlantik- und Golfk\u00fcste der USA. In Florida spielt er eine bedeutende Rolle f\u00fcr die Binnenschifffahrt, den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung der K\u00fcstenregionen. Der Ausbau des ICW begann 1880 mit der Gr\u00fcndung der Florida Coast Line Canal &amp; Transportation Company. Diese private Gesellschaft baute bis 1912 ein 500 Kilometer langes Kanalsystems von Jacksonville bis Miami.<br>Ab 1929 \u00fcbernahm der US-Kongress die Kontrolle \u00fcber den Wasserweg und \u00fcbertrug die Verantwortung f\u00fcr den Ausbau und die Wartung an das U.S. Army Corps of Engineers. Ab dem Zweiten Weltkrieg hatte der ICW strategische Hintergr\u00fcnde.<br>Die Bedrohung durch deutsche U-Boote entlang der Atlantikk\u00fcste machte eine sichere, k\u00fcstennahe Transportroute f\u00fcr milit\u00e4rische und kommerzielle Schiffe erforderlich. Der ICW erm\u00f6glichte es, G\u00fcter und Truppen effizient und gesch\u00fctzt entlang der K\u00fcste zu bewegen. Heute dient der ICW sowohl kommerziellen als auch Freizeitaktivit\u00e4ten. Er verbindet wichtige St\u00e4dte wie Jacksonville, Miami und Fort Lauderdale und bietet eine sichere Route f\u00fcr Boote und Yachten ohne auf dem Atlantik zu segeln. Der ICW Wasserweg ist Teil einer \u201cGreat Loop\u201d genannten Schiffsroute, bei der man mit einer Motor- oder Segelyacht (wegen der vielen Br\u00fccken ohne Mast) von Miami nach New York, durch die gro\u00dfen Seen bei Ottawa in Kanada vorbei in den Mississippi nach S\u00fcden in den Golf von Mexiko und schlie\u00dflich durch einen weiteren Kanal von der Westk\u00fcste Floridas bis Miami zur\u00fcck kommt. F\u00fcr Interessierte hier der <a href=\"https:\/\/www.greatloop.org\/great-loop-route\/great-loop-interactive-map.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Link zur Tour ICW<\/a>.<br>Wir m\u00fcssen heuer \u201enur\u201c bis Washington DC kommen.<br>Mir war es w\u00e4hrend unserer Reise in der Karibik und Bahamas gar nicht bewusst, wie sehr sich in einem halben Jahr durchgehend auf dem Boot und auf See unterwegs die eigene Wahrnehmung sch\u00e4rft und man sich an Ruhe und Abgeschiedenheit gew\u00f6hnt hat, ja sie auch, wenn es mal eng und laut wird am Ankerplatz, herbeisehnt. Das Ohr nimmt L\u00e4rm lauter wahr, die Nase registriert jede kleinste Auspufffahne eines Mopeds, das an Land vorbeif\u00e4hrt, wesentlich intensiver und unsere Augen waren mehr oder weniger auf die Farbe T\u00fcrkis eingestellt. Das T\u00fcrkis oder T\u00fcrkisgr\u00fcn beruhigend wirkt konnte ich jahrelang in diversen OP-S\u00e4len miterleben. Aber das T\u00fcrkis des Meeres ist mir um vieles lieber.<br>Bis auf den Motorenl\u00e4rm anderer Boote und die eventuell vom lokalen Restaurant her\u00fcber wehenden K\u00fcchenger\u00fcche waren unsere Sinne offen und frei. Die beliebten Wochenend-Karaoke-N\u00e4chte nimmt man genauso hin wie den manchmal l\u00e4rmenden Nachbarn, der zum Sonnenuntergang seine Boots Stereoanlage ausreizt.<br>Was passierte nun mit mir, als wir in West Palm Beach ankerten: in meinem Bett liegend, nahm ich beim Einschlafen wahr, das ein auff\u00e4lliges Brummen um mich war. Eine Art L\u00e4rmglocke, die man \u00f6rtlich nicht festlegen konnte. Es war ein Gemisch aus Autos, Industrie, Hafen, Ger\u00e4usche von Schleppern und Kreuzfahrtschiffen, von entfernt passierenden Z\u00fcgen und nicht zu vergessen, den zahlreichen Kleinflugzeugen, die hier in Florida herumfliegen wie zu Hause die Tauben.<br>Man sp\u00fcrt, h\u00f6rt, riecht, da\u00df die Stadt, die einen umgibt, lebt und pulsiert. Auch die Lichtverschmutzung f\u00e4llt sofort auf. Es wird in diesem Hafenteil nie ganz dunkel und Sterne schauen ist somit vorbei.<br>Dieses Pulsieren und Brummen waren etwas, dass ich in den letzten Monaten v\u00f6llig vergessen hatte. Bei der Erledigung der Zollpapiere und dem damit verbundenen Spaziergang an Land, vorbei am Terminal des Kreuzfahrt Unternehmens MSC, das in der Gr\u00f6\u00dfe einem Flughafen Graz alle Ehre macht, komme ich mir in der Hektik des Hafenbetriebs irgendwie fremd oder wie am falschen Ort vor. Es kam mir wirklich die Frage in den Sinn, wie denn eine so gro\u00dfe Stadt mit ihren vielen Einwohnern und Einrichtungen \u00fcberhaupt funktionieren kann.<br>Ich war schon an die ruhige, kleine Welt gew\u00f6hnt. Hatte ich wirklich vergessen, dass es selbstverst\u00e4ndlich ist, dass alle Menschen ihrer Arbeit nachgehen und jede Stadt und jedes Unternehmen seine Ordnung hat nach Protokollen, die tagt\u00e4glich aufs Neue ablaufen. Ich war nicht auf dem Mond und auch nicht in der S\u00fcdsee, aber ich war weit genug weg von Trubel und Hektik der gro\u00dfen St\u00e4dte. Dies war jetzt vorbei, das war uns von Anfang an bei der Planung der USA Reise bewusst. Am n\u00e4chsten Morgen weckte uns Sonnenschein und beim Rundgang um das Bootsdeck, bemerkte ich den n\u00e4chsten Beweis f\u00fcr die R\u00fcckkehr in die Zivilisation. Mit dem starken Regen haben sich offensichtlich Metallpartikel auf dem Boot niedergelassen und die gesamte wei\u00dfe Decksoberfl\u00e4che mit braunen Spuren bedeckt. Zuerst dachte ich noch, ich wische es mit dem feuchten Finger weg, musste aber dann mit schwereren Ger\u00e4t anr\u00fccken, einem franz\u00f6sischen Spezial Entroster (nat\u00fcrlich biologisch abbaubar). Andrea und ich verbrachten mindestens 4 Stunden, ausgestattet mit je einem kleinen Borstenpinsel, um die sicherlich 200 Roststellen einzeln zu betupfen und nachtr\u00e4glich mit klarem S\u00fc\u00dfwasser. abzusp\u00fclen. Anders war dem Rost nicht beizukommen und wenn man ihn nicht entfernt, w\u00fcrde er ewig auf dem Deck sitzen und sich einbrennen. Woher diese Eisenmolek\u00fcle kamen, werden wir nie erfahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" data-src=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/WPB-1024x576.jpg\" alt=\"West Palm Beach\" class=\"wp-image-15675 lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 1024px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1024\/576;width:461px;height:auto\" data-srcset=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/WPB-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/WPB-400x225.jpg 400w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/WPB-768x432.jpg 768w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/WPB-1536x864.jpg 1536w\" data-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schleunigst verlie\u00dfen wir mit SYMI diesen lauten Hafen und segelten an der Au\u00dfenseite der K\u00fcste bis zur n\u00e4chsten Einfahrt nordw\u00e4rts. Durch einen Kanal ging\u2019s zu einem verschlafenen typisch amerikanischen Nest namens Manatee Pocket. Leider war dies nur der Name \u201eSeekuh Nest\u201c. Wir bekamen an unserer Boje leider keines dieser so tollpatschig wirkenden lieben Tiere zu Gesicht. Wir hoffen aber weiterhin auf eine Begegnung.<br>Da unsere Vorr\u00e4te bereits zur Neige gingen, besuchten wir einen Supermarkt. Auch hier findet man das ewige amerikanische Motto. Alles ist XXL. Die Auswahl und Markenvielfalt \u00fcberw\u00e4ltigte uns wiedermal. Obst, Gem\u00fcse, K\u00e4se und Wurst Serials und Milchsorten in 3,5 Liter Plastikflaschen. Low, 1%, 2%, high fat or no fat. Nach den Minim\u00e4rkten der Exumas waren wir begeistert von dieser XXL Auswahl. Cheese Balls kauften wir keine!<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" data-src=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/XXL.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15668 lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 4032px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 4032\/3024;width:463px;height:auto\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">XXL Cheese Balls<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von dieser Marina ging es dann ganz gem\u00fctlich mit 5-6 kn den ICW weiter nach Norden. Mehr als acht Stunden und somit ca. 40 sm kann man pro Tag nicht schaffen und au\u00dferdem gibt es fast die ganze Zeit Grundst\u00fccke und H\u00e4user zu bestaunen, die rechts und links, wie teure Villen an W\u00f6rthersees Ufern liegen.<br>Dazwischen passierten wir sicher ein halbes Dutzend fest gebaute hohe Autobahnbr\u00fccken. Sowohl auf der Seekarte als auch vor der Br\u00fccke ist die Durchfahrtsh\u00f6he beschrieben. Es sind alle 65 Fu\u00df hoch. SYMI\u2019s Mast hat mit Antenne eine H\u00f6he von 59 Fu\u00df.<br>Daher hatten wir bei der ersten Durchfahrt etwas Bammel, als das aber hinter uns lag, schauten wir bei den weiteren Br\u00fccken nicht mal mehr hinauf zum Masttop.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" data-src=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Bridge_1-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-15672 lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 2860px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 2860\/1784;width:465px;height:auto\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"661\" data-src=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Manatee-Pocket-1024x661.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15681 lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 1024px; 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Zu einem langweiligen Teilst\u00fcck geh\u00f6rt jener Teil, der von seiner Gr\u00f6\u00dfe durchaus dem Neusiedlersee entsprechen k\u00f6nnte. Tiefe rundherum nur 70cm, in der eher schmalen Fahrrinne aber 2m tief.<br>Wir passierten dann die Orte Vero Beach und Palm Beach und nahmen uns schlie\u00dflich genau gegen\u00fcber der gro\u00dfen Montagehalle von Cape Canaveral eine Mooringboje. Titusville hei\u00dft der Ort.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"564\" data-src=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt-1024x564.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-15716 lazyload\" style=\"--smush-placeholder-width: 1024px; --smush-placeholder-aspect-ratio: 1024\/564;width:469px;height:auto\" data-srcset=\"https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt-1024x564.jpg 1024w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt-400x220.jpg 400w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt-768x423.jpg 768w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt-1536x846.jpg 1536w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt-1320x727.jpg 1320w, https:\/\/sailingsymi.com\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Capemittxt.jpg 2038w\" data-sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" src=\"data:image\/svg+xml;base64,PHN2ZyB3aWR0aD0iMSIgaGVpZ2h0PSIxIiB4bWxucz0iaHR0cDovL3d3dy53My5vcmcvMjAwMC9zdmciPjwvc3ZnPg==\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Plan ist f\u00fcr f\u00fcnf Tage einen Mietwagen zu nehmen, das Boot an der Boje zu lassen und Richtung Orlando zu fahren. Die Themenparks warten\u2026<br>Pass gut auf auf Dich und bis demn\u00e4chst<br>Pauli von Bord SYMI (gr\u00f6\u00dfere Fotos findest Du <a href=\"https:\/\/sailingsymi.com\/en\/fotos-mai-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hie<\/a><a href=\"https:\/\/sailingsymi.com\/en\/fotos-mai-2025\/?preview_id=15142&amp;preview_nonce=e5b9c062b3&amp;preview=true\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">r<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ahoi und einen sch\u00f6nen Tag w\u00fcnsche ich Euch aus Cape Canaveral. 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