đŹđ© – Von Grenada nordwĂ€rts
Grenada wurde 1498 von Kolumbus auf seiner III.Reise erstmals von Spaniern (natĂŒrlich war C. kein Spanier) betreten, erhielt sie von ihm den Namen âConzeptiĂČnâ und wurde auch als âGewĂŒrzinselâ bezeichnet. SpĂ€ter benannten Spanier sie nach der Stadt Granada.
In den Jahrhunderten wurde sie zum Spielball ihrer Besetzer. EnglÀnder, Franzosen und Spanier fochten bis der Insel 1783 der Status als britische Kronkolonie zugesprochen wurde.
Grenada ist Teil der âGrenadinesâ, einer Inselgruppe namens âInseln im Windâ (Windward islands). Zu dieser Gruppe gehören St.Vincent, Canouan, Mayreaux, Union Island, Bequia, Mustique, Carriacou und Grenada. Sie ist auch vulkanischen Ursprungs. Die Berge mit ihrem dichten Urwald und vielen BĂ€chen erheben sich bis zu 2750m hoch.
Wirtschaftlich produziert man hier 30% der weltweiten Muskatnussernte. Ebenso werden Kakao, Zimt und GewĂŒrznelken exportiert.
Wir lagen also nach unserer Ankunft am 23.12. mit Symi in der Marina St.Louis der Hauptstadt St.Georgeâs.
Eine sehr gepflegte Marina, ohne Wellen und ohne Wind, was uns nach der Ăberfahrt sehr entgegen kam. Es dauerte ein wenig, bis wir wirklich beim Gehen an Bord und in den Kabinen ein inneres Vertrauen zur Ruhe im Schiff aufgebaut hatten. Wenn die BogengĂ€nge deines Innenohrs ein Monat lang mit Schaukelbewegungen gereizt werden, so gaukelt das Hirn dir weiterhin vor, dass sich der Boden bewegt. Das ist die Basis der so genannten Landkrankheit.
Den Heiligen Abend verbrachten wir in einem netten Restaurant am Strand. In Shorts, T-Shirt und Flip-Flops, denn die Temperaturen hier sind jahraus, jahrein die Gleichen. Am Tag 29° und nachts 24°-26°.

Am 26.12. ging es mit einem Taxi auf Inseltour. Wir ratterten auf engen Ăberlandstrassen in sieben Stunden rund um Grenada, besuchten eine Rum Destillerie, eine Schokoladefabrik und lernten dort verschiedene FrĂŒchte kennen. Sahen, wie sie auf den BĂ€umen wachsen und dann verarbeitet werden. Kakaobohnen, Cashews, Zimt, Muskat und viele mehr.
Unglaublich wieviel nette Menschen auf Segelbooten unterwegs sind. Allen ist gemein, sie wollen, ja brauchen die Bewegung am Meer, die Freiheit, hinzusegeln wohin man möchte. So lernten wir an unserem Steg das wirklich sympathische, junge Paar Ăsterreicher, Nina und Alex von der âNanaâ kennen.
FĂŒr den Sylvesterabend verabredeten wir uns gleich mit ihnen und hatten auch ein Rendevous mit Sigrid und Thomas von der âEnjaâ ausgemacht, die wir bereits aus Spanien kannten. Wir verliessen zwei Tage vor dem Jahreswechsel die Marina und segelten die kurze Strecke bis zur nĂ€chsten nördlich gelegenen Insel Carriacou, neben welcher eine vorgelagerte Sandinsel mit Palmen namens <Sandy Island> den idealen Ankerplatz fĂŒr eine Sylvesterfeier bot.


Zuerst gab es Steaks am Grill an Bord, dann setzten wir mit dem Beiboot ĂŒber auf die kleine Palmen đŽ Insel, auf der an die 20 Segler ein Lagerfeuer gemacht hatten und wir schliesslich barfuĂ im Sand das Neue Jahr 2024 begrĂŒĂten. Ein tolles Erlebnis, dass uns so richtig aufs kommende Jahr einstimmte.
Das HĂ€uschen
Den Neujahrstag verschliefen wir zur HĂ€lfte, am Abend kamen dann Nina und Alex zum Kinoabend zu uns. Ich kann mit meinem portablen Beamer und einer kleinen Leinwand ein gut 1,7 x 1 Meter Bild erzeugen und es fĂŒhlt sich an wie im Kino.
Am 3.1.24 verlegten wir uns in die Tyrell Bay, um an Land die Behördenwege zum Verlassen des Staates Grenada zu erledigen.
Wie ich schon so oft gelesen und gehört hatte ist der Checkout oft ein langsamer und mĂŒhsamer Weg. In die Amtsstube dĂŒrfen maximal zwei Personen hinein. In der Warteschlange waren zwei Leute vor mir. Nach ca. 45 Minuten durfte ich die gute Stube betreten, klimatisiert auf 17 Grad und es ist fraglich, ob dieses HĂ€uschen den nĂ€chsten Hurricane ĂŒberstehen wĂŒrde. Die perfekt korrekt gekleideten Beamten und Innen sitzen hinter ihren zwei Schreibtischen und es ist mucksmĂ€uschenstill im Raum. Nachdem die Beamtin des Zolls mit FingernĂ€geln eines Seeadlers in grĂŒn lackiert endlich ihr Handy und Mails gecheckt hatte, kam ein âSit downâ, ich prĂ€sentierte meine Papiere und mit Stöhnen und tiefem Ausatmen erhielt ich die ZollbestĂ€tigung und den freundlichen Hinweis: âNow over to that deskâ. Der andere Beamte sah auf die Uhr, stellte sich zu seiner Kollegin drehend fest, âitâs quater to four-no more customers nowâ und drĂŒckte gekonnt den Stempel in unsere PĂ€sse. Am 4.1. 12:00 Uhr, meinte er, sollten wir das Land Grenada verlassen haben.

Im GesprĂ€ch mit einer nette Ă€lteren EnglĂ€nderin bekam ich eine wunderbar treffende ErklĂ€rung zu hören. Sie sagte, als sie einmal auf einer Insel der Umgebung war, bemerkte ein Einheimischer: âYou have watches – we have timeâ.
Wie heisst es im MĂ€rchen so nett:
… nun ergab es sich aber, dass das Schiff an einer wunderschönen kleinen Bucht vorbeisegelte und weil sie dem KapitĂ€n und seiner Mannschaft so gut gefiel, beschlossen sie dort den Anker zu werfen.
Am Strand stand eine mit PalmenblĂ€ttern gedeckte HĂŒtte, ein Kohlefeuer brannte und der Chef namens Dan hielt den frischen, noch zuckenden Lobster in die Höhe. âOne Lobster for two People for tonight?â fragte er. Wer sagt da schon nein.
Also dann segeln wir halt erst morgen auf die nĂ€chste Insel. Die heisst ĂŒbrigens Union Island.




All jenen von Euch, die so empathisch mit meiner Verletzung mitgefĂŒhlt hatten, sei hier gezeigt, dass meine Wundheilung bestens funtioniert hat. Die Narbe ist zwar nicht dekorativ, aber wasserdicht….


