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Liebe Freunde von SailingSymi,

SYMI und wir sind heute Freitag, den 23.9.2026, nach einer letzten Dreitagesfahrt auf der Insel Kefalonia/Griechenland eingetroffen.
Gehen wir zur Abrundung des Reiseberichts noch ein paar Tage zurück.
Nach der kurzen Pause auf Sardinien starteten wir morgens um 6:00 Uhr zur vorletzten Etappe Richtung Osten. Der Startzeitpunkt richtete sich genau nach dem prognostizierten Wetter. Wie schon im letzten Block erwähnt, ist das Herbstwetter im Mittelmeer eher unbeständig und es kommt vor, dass man durch ungünstige Winde tagelang an einem Ort fest sitzt.
Nachdem es drei Stunden segelnd in Richtung Sizilien flott dahin ging, traten vor uns rasch riesige schwarze Regenwolken auf und schickten heftige Blitze herab. Der Wind vor uns nahm zu und erreichte bald 30 Knoten, was mich dazu veranlasste, durch eine Wende der Gewitter Zugrichtung auszuweichen. Durch diesen Haken im Kurs verloren wir ein paar Stunden aber blieben heil und trocken.

Am Morgen des nächsten Tages passierten wir Palermo, ein beliebter Anlaufpunkt für Kreuzfahrtschiffe. Das bemerkten auch wir auf unserem Plotter in der Nacht. Ein Monster nach dem andern schlich sich aus dem Hafen, kreuzte unseren Kurs und verschwand dann, mit noch meilenweit sichtbarer Decksbeleleuchtung, in verschiedene Richtungen. Die Nordküste Siziliens ist ungefähr 280 km lang, bietet nur vereinzelt sichere Ankerplätze, die aber wiederum nur für gewisse Windrichtung echten Schutz bieten.
Mein Plan war daher die Nordostspitze, kurz vor dem Kanal von Messina, in einer Tour zu erreichen. Auch hier „unterstützten“ uns einige Gewitterböen bei der Bootsgeschwindigkeit, ohne uns aber gefährlich zu werden.
Ich hatte mir für diese Nacht einen Ankerplatz ausgesucht, der ausschließlich bei Südwind halbwegs sicher war. Er lag offen, 300 m vor der Küste, auf einer Sandbank, zwischen einem Sperrgebiet im Osten, dass zur Straße von Messina gehört und einem Minenräumungs Übungsgebiet der italienischen Marine im Westen.

Meine Kalkulation mit dem wirklich in all den Jahren bewährten PredictWind Programm ging vollends auf. Es begann zwar bereits dunkel zu werden, aber das Wichtigste, der Nordwind flaute ab und drehte auf Süd. Somit lagen wir bis auf zwei heftige Regengüsse, die ganze Nacht sicher vor Anker. In unbekannten Gebieten mit Strömungen und einer unsicheren Wetterlage verwende ich gerne einen Ankeralarm.
Es ist dies eine in der Schiffselektronik installierte App, die man am Punkt, an dem der Anker abgesenkt wird, aktiviert, dann einen Radius in Metern wählt, innerhalb welchem sich das Boot drehen darf. Berührt es diesen virtuellen Kreisrand ertönt ein Alarm.
Wir konnten uns in dieser Nacht gut ausruhen und um 8:00 Uhr ging es wieder Anker auf und hinein in die Straße von Messina, einem Ort, der in der griechischen Mythologie, in der Odyssee Homer’s, durch die Geschichte von Skylla und Charybdis zu den bekanntesten Abenteuern des Odysseus gehört.
Es gibt sogar hier eine lustige Parallele unserer Reise mit Odysseus Weg nach Hause nach Griechenland. Schließlich ist unser Ziel die Insel Kephalonia, die Nachbarinsel von Odysseus Heimat, Ithaka. Und so erzählt es die Geschichte:

Odysseus ist nach dem Trojanischen Krieg mit seinen Männern auf dem Weg zurück nach Ithaka. Auf seiner langen Irrfahrt gelangt er schließlich an eine gefährliche Meerenge, in der auf der einen Seite Skylla (heute ein Ort mit dem Namen Scilla) und auf der anderen Charybdis (Messina) lauern. Skylla ist ein schreckliches Meeresungeheuer. Homer beschreibt sie als ein Wesen mit mehreren Köpfen – sie lebt in einer Felsenhöhle und schnappt mit ihren langen Hälsen nach vorbeifahrenden Seeleuten. Odysseus kann nicht verhindern, dass Skylla sechs seiner Männer packt und verschlingt. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich Charybdis, ein gewaltiger Meeresstrudel, der das Wasser dreimal am Tag einsaugt und wieder ausstößt. Ein Schiff, das zu nahe kommt, kann mitsamt der Besatzung verschlungen werden. Odysseus steht vor dem Dilemma bei der Durchfahrt, entweder durch den Strudel eingesaugt oder vom Ungeheuer angegriffen zu werden. Daraus hat sich bis in die heutige Zeit das Sprichwort:
„Zwischen Skylla und Charybdis“ gebildet.
Es bedeutet, dass man sich zwischen zwei Gefahren befindet und keine wirklich gute Lösungsmöglichkeit ha
t.

Uns ging es da wesentlich besser als Odysseus. Ich hatte eine aktuelle Meeresströmungsprognose, Starlinks Satelliten Verbindung, einen rezenten Wetterbericht und hatte bereits zweimal zuvor mit SYMI die Straße von Messina passiert. 
Also nichts wie durch. Durch die Strömung beschleunigt sich die Fahrt um fast drei Knoten und die einzigen Gefahren waren die Rollfähren, die wie ein Wespenschwarm zwischen Reggio und Messina hin und her pendeln und höchsten Vorrang haben.
Bereits nach zwei Stunden erreichten wir Reggio di Calabria und tuckerten unter Motor weiter bis an die Ecke, an der sich dann nach Osten das ionische Meer eröffnet. Die Küste Calabriens bietet an ihrem Südzipfel des italienischen Stiefel nichts besonders Schönes. Gasspeicher, ein Betonwerk und ein paar kleine Orte sind alles. Die paar Palmen und der Leuchtturm waren der äußerste Punkt Calabriens.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir dieses SO-Kap und fuhren nun gegen eine auch dort recht kräftige Strömung aus Nordwest und auch recht große Dünung, die vom starken Wind des Vortages im ionischen Meer stammte, in die Nacht.
Der gestrige Segeltag war phänomenal. Jeder Segler wird mir zustimmen, dass es kaum etwas feineres gibt, als bei 15-18 Knoten auf Halbwindkurs (der Wind trifft von 90° auf das Boot) die Wellen mit bis zu neun Knoten abzusegeln. Herrlich. Die letzte Nachtfahrt dieser großen Reise war von einem fast vollen Mond beleuchtet und wunderbar ruhig.
Zu meiner Wache löste ich Andrea wieder um 4:00 Uhr ab. Dann gegen 6:00 Uhr tauchte unter dem orange Sonnenaufgang am Horizont der Umriss der Insel Zakynthos und Kephalonia auf.

Glücklich und gleichzeitig etwas melancholisch starrte ich in die aufgehenden Sonne. War es jetzt geschafft? War mein großes Projekt, einer meiner Lebensträume seit ich ein Kind war, mit dem eigenen Boot in die Ferne zu reisen nun wirklich zu Ende? Für uns ist die Zeit wahrscheinlich gar nicht so schnell verflogen wie für Euch. Wir durften täglich Neues erleben, für uns unbekannte Gebiete erkunden, neue Menschen kennenlernen und auch Freunde machen. Es war abwechslungsreich, manchmal sehr anstrengend und dann wieder umwerfend schön. Ich bin sehr froh, daß ich über unsere Abenteur Filme gemacht habe. Sie sind lebendige Erinnerung und bleiben ein Dokument unseres Weges.

Auf der Seekarte war es definitiv vollbracht. Der Kreis ist geschlossen, die Wege haben sich an ihren Punkten wieder vereint. Wir sind (ich mit meiner Schulter „fast“) heil drei Jahre unterwegs gewesen. Jetzt zurück in Pavlos Kostekis Wahlheimat ist das Reisen aber sicher nicht vorbei. So wie schon mein lieber Segelfreund Reinhold sagte: „Karibik war guat und Bahmas super, aber am schönsten is in Griechenland“. Genau das wird der Plan. Hier möchte ich gerne weiter herumsegeln.
Vom Punkt des Sonnenaufgangs waren es nur knapp 20 Seemeilen bis zum großen Ziel. Was war dieser Katzensprung schon im Vergleich zu den seit Beginn der Reise zurückgelegten Meilen:
Von Gibraltar legten wir mit Symi in drei Wochen bis hierher alleine 1352sm (2500km) und seit Juni 2023 ließen wir mit der gesamten Atlantikroute 15.952 Seemeilen (29.511km) im Kielwasser zurück. Dabei haben wir uns und hat sich das Boot wirklich tapfer geschlagen.

Was machen wir nun?
Wir nennen es Griechenland Urlaub. Ohne Stress werden wir noch gute zwei Wochen hier in den ionischen Inseln abhängen. Am 15.10.26 haben wir den Krantermin in der Marina von Mesolonghi und dann ist Einwintern und Wintersperre und unser Heimflug nach Wien.

Noch einmal beste Grüße von Bord
Andrea & Pauli (die Symis)

Lesezeit: 6 min

Liebe Freunde von SailingSymi,
nach unserer Ankunft in Gibraltar widmeten wir uns ganz und gar „Symi“.
Die von mir bestellten Ersatzteile aus Deutschland waren angekommen und ich konnte sie in der Rezeption bei der Marina abholen. Ich habe neue Leinen zum festmachen bestellen müssten, da die alten während der sieben Wochen auf der Azoren in der Marina leider etwas durchgescheuert waren.
Andrea putzte und erstellte einen Status der Essensvorräte an Bord, um eine Einkaufsliste zu erstellen für alles, was wir für den letzten Teil der Rückreise nach Griechenland benötigten.
Ich arbeitete die Liste mit Reparaturen ab. Dazu gehörten das neue Mastlicht zu montieren, die steuerbordseitige Bilgepumpe zu überprüfen, dem steuerbord WC eine neue Pumpe mit Zulauf einzubauen und Symi allgemein wieder technisch für den Start zur nächsten Etappe vorzubereiten.
Nach endlosem Hin und Her traf schließlich auch die neue Hochdruckpumpe der Klimaanlage im Hafen ein, die ich erfolgreich einbauen konnte. 
Auch Evelyn und Michi von der Ocean Fantasy trafen von Wien kommend im Hafen eauf ihrem Boot ein und wir genossen zwei letzte, lustige und gemütliche Abende mit ihnen. Wie wir erfuhr, war Michis Entscheidung also endgültig, nach drei Jahren Atlantikrunde war ihm das dauernde Instand halten ihres Bootes einfach zu viel, und er wollte sich anderen Dingen widmen. Sie steht nun zum Verkauf. Sehr schade, fanden wir, denn ein paar gemeinsame Sommer in Griechenland mit ihnen wären sicher schön gewesen.
Wie in einem Hotel spazierte ich zur Rezeption, um die zusätzlichen zwei Marina Tage und das verbrauchte Wasser zu bezahlen und mich zu verabschieden. 


Sonntag, 5. September 2026. Es geht wieder los. Wir legten ab und verlegten uns zunächst zur Tankstelle in Gibraltar, da dort in der britischen Exklave, 1 l Diesel nur 1,57 Euro kostet, wir wären dumm den Marina Diesel um 2,25 zu tanken. Schließlich fehlten noch 100 l, die wir in unsere Ersatzkanister pumpten.
Dann ging es hinaus, quer durch das Feld, der vielen, meist Tankschiffe, die in der großen Bucht von Gibraltar auf Reede lagen. Mit dem Motor umfuhren wir das westliche Ende des Affenfelsen, um dann mit neuem Kurs 045 mit 12 Meilen Abstand von der spanischen Südküste in Richtung Almeria zu fahren.

Fast windlos war die Fahrt und ich wusste auch von der Planung her, dass wir einen Großteil unserer Strecke mit Motor erldigen werden mußten. Nach unseren tausenden Kilometern seit Amerika aber, störte mich dies weniger, im Gegenteil, ich genoss es einmal wieder eine Etappe ruhig dahin zu dieseln. Nach einer ruhigen Nachtfahrt strahlt die Sonne wieder auf ein ruhiges Meer und wir passierten die Südost Ecke bei Almeria und ankerten am späten Nachmittag seit langer Zeit endlich wieder in einer ruhigen Bucht. Das Wasser war herrlich klar und hatte 27°. Wir sprangen hinein und ich konnte endlich wieder mit der Taucherbrille Symis Unterwasserschiff kontrollieren. Das hatte ich schon lange nicht mehr gemacht. Mit einem Metall Spatel kratzte ich eine Schicht von Kalkwürmer von den Schiffsschrauben. Durch die Unebenheit, die die Tiere auf dem Messingflächen bilden, kommt es bei der Rotation der Schraube zu Turbulenzen und dies vermindert die Bootsgeschwindigkeit bis zu einem halben Knoten. Dabei stellte ich auch fest, dass die in Deltaville neu montierten Zinkanoden, die auf dem Schaft des Propellers montiert sind, um eine Korrosion des Metalls zu verhindern, fast völlig aufgebraucht waren und nur mehr 3 mm Dicke hatten. Die Ersatz Anoden waren schnell montiert.


In der kommenden Nacht beim Wachwechsel gegen 2:00 Uhr morgens beobachten wir ein noch nie vorher erlebtes Schauspiel. Durch die hohe Wassertemperatur gibt es ausgeprägte Bioluminiszenz im Meer. Dies ist eine von mikroskopisch kleinen Lebewesen ausgehende, violett, bläuliche Ausstrahlung von Licht, die durch die Berührung der „Tierchen“ ausgelöst wird. Es reicht aus, die Hand durchs Wasser zu führen, um sie zum Leuchten zu bringen.
Symi erzeugte in dieser Nacht durch ihre Fahrt durchs Wasser violett-blaue Bugwellen, die V-förmig von den Bügen geteilt wurden. Manche Welle neben dem Boot leuchtete im Vorbeifahren blau auf. Vor dem Bug, ein Stück voraus beobachten wir dann intensiveres Licht und leuchtende, bewegte Wellen, die sich uns aber eindeutig näherten. So etwas hatten wir noch nie erlebt. Mitten in der Nacht waren es zwei spielende Delfine. Sie waren umhüllt von blauem Licht. Sofort erinnerte uns diese Situation an die Landschaft und Wesen aus den Avatar Filmen, „Pandora“. Bei jedem Auftauchen der Delfine leuchtete das Meer noch kräftiger. Nach einer Stunde war das Schauspiel vorbei, scheinbar hatte sich die Meerestemperatur verändert und alles war wieder dunkel und erloschen. Die Fotos sind nur mit Iphone Kamera aufgenommen und nicht perfekt.

Nach dieser aufregenden Nacht setzten wir unsere Fahrt an der spanischen Ostküste gegen Norden fort. Noch immer kein Wind und wieder Motorfahrt. In der Ferne fiel mir ein Boot auf, dass auf Gegenkurs auf uns zu zukommen schien. Da der Mast ungewöhnlich schief über dem Horizont stand, nahm ich mein Fernglas und stellte mit Entsetzen fest, dass es ein Katamaran war, von dem nur mehr ein Teil des linken Rumpfes und eben der Mast aus dem Wasser schaute, der Rest des Bootes war unter Wasser. Daher diese unnatürliche Mastneigung. Ein Seenot Fall, schoss mir durch den Kopf, und ich beschleunigte das Tempo mit dem Kurs genau auf das untergehende Boot zu. Als wir dort ankamen, erkannten wir einen verlassenen 54 Fuß Katamaran, ein elektronisches Alarmgeräusch piepste immer noch. Der Großteil des Bootes war in bläulichem Wasser untergetaucht. die Luken beider Bugbereiche waren geöffnet, aber noch befand sich scheinbar genug Luft im Backbord Rumpf, um das Schiff vom Sinken zu hindern.
Ich nahm Kontakt mit der Küstenleitstelle von Cartagena auf, beschrieb die Situation und gab die Koordinaten des treibenden Wracks durch. Der freundliche Polizist am anderen Ende der Leitung bedankte sich und mahnte uns nicht zu nahe an das Boot zu fahren und unsere Reise einfach fortzusetzen. Sie würden sich darum kümmern. Und wirklich 30 Minuten später konnte ich auf meinem Plotter ein SAR (search and rescue) Signal eines Rettungsboots nahe der angegebenen Stelle sehen. Dort montierten sie offensichtlich einen Sender, der das Boot ab nun für die restliche Schifffahrt als treibendes Wrack kennzeichnete und es so auch nachts den Schiffen als Gefahrenstelle darstellte. Es ist ein seltsames Gefühl, selbst auf einem Boot zu sein und ein anderes zur Hälfte versunken im Wasser treibend vorzufinden. Was war wohl passiert? Es war ein Charter Boot, recherchierten wir, einer polnischen Charter Firma, das scheinbar zwei Tage vorher in Not geraten war. Warum es gesunken war, erfuhren wir nie. Drogenschmuggel?

Der Herbst im Mittelmeer ist eine tückische Zeit, in der sich das Wetter in ganz Europa vom Hochsommer in eine kühlere Jahreszeit ändert. Dadurch sind die Druckverhältnisse nicht so stabil wie im Sommer und mit den ersten von Westen kommenden Fronten über Mitteleuropa wechseln die Winde meist mehrmals täglich ihre Richtung. Gewitter und Stürme sind genauso möglich wie Flauten. Darum ist es nicht so leicht, Ankerplätze zu finden, die von Wind und Wellen geschützt sind. Ein Platz, der abends beim Ankern noch ruhig wie ein Teich da liegt, kann über Nacht zu einem brodelnden Kochtopf werden.
Beim Ankerplatz für die kommende Nacht in Aguilas nahmen wir in Kauf, dass die Wellen vom Nachmittag noch in die Bucht hinein rollten und das Liegen etwas ungemütlich machten, dafür aber waren wir vor dem in der Nacht auf norddrehenden und auffrischen Wind sicher. Auch diese etwas wackelige Nacht ging vorbei, und am nächsten Tag waren es nur mehr 5 Stunden bis zur Marina Cartagena, für die ich am Vortag einen Platz für zwei Tage reserviert hatte. Wir konnten Cartagena gemütlich besichtigen, tagsüber war es fast 30° warm und sonnig. Cartagena wurde von den Römern besiedelt, und hatte wie alle Mittelmeer Städte eine oft wechselnde Geschichte mit vielen Eroberungen und verschiedenen Besitzern. Beeindruckend fanden wir das erst in den achtziger Jahren durch einen Abriss einer Häuserzeile mitten im Zentrum, entdeckte Amphitheater, dass 5000 Personen Platz bot. Die Stadt hat schöne Einkaufsstraße und gepflegte Gründerzeithäuser und machte einen sauberen und sicheren Eindruck auf uns. Ich besuchte das Marine Museum, während Andrea ein bisschen auf Shopping Tour ging.

Am zweiten Tag erledigten noch Essenseinkäufe und schon ging es morgens wieder hinaus auf See. 
Den Abfahrtszeitpunkt wählte ich wegen des günstigen Windes so gut, dass wir unter Segeln und Ausnutzung der Strömung, die auch noch bis dorthin von Gibraltar ins Mittelmeer hineinzieht und sich an dieser Ecke des Festlandes immer weiter verwirbelt, rasch voran kamen. Nach einer ereignislosen Nacht erreichten wir zu Mittag die Westküste von Formentera.
Es war zwar schon Nebensaison, aber hier war nichts davon zu merken. Das wunderschöne türkis Wasser am weißen Strand ist, glaube ich, das ganze Jahr über von hunderten von Booten bevölkert. Eigentlich ankerten nur wenige langzeit Segler, wie wir, hier. Der Großteil der Motorboote und Megayachten werden gechartert und das ist nicht billig. Für einen Tag auf einem 15 m Motorboot werden zwischen 3000-5000 €+ Benzinkosten fällig. Auf der Homepage eines Unternehmens veranschlagten sie den Verbrauch des Bootes mit 250 Litern/Stunden. Da kommt also rasch einiges zusammen, wenn man einen Tag Luxus haben möchte. Geld spielt hier scheinbar nur eine geringe Rolle. Bist du einmal vor Anker, kannst du dich von einem Schlauchboot eines der zahlreichen Restaurants abholen und zum Steg bringen lassen. Genau das taten wir und bemerkten dann als wir auf der großzügigen Terrasse mit Blick auf die Bucht Platz nahmen und die anderen Gäste an ihren Tischen beäugten, dass wir hier den Altersschnitt etwas drückten. So viele junge Menschen! Haben die alle genügend Geld, um sich das zu leisten? Wo ist hier die Krise? 
Die Tische bogen sich voll von Meeresfrüchten, Paellas und Weingläsern, gediegene Chillout Musik lullte uns perfekt ein, während dein Blick über die Klippe hinunter auf das türkis Meer, das von Bootsmassen verparkt ist, schweift. Abends gegen acht Uhr erlebt man hier einen wirklich unglaublich intensiv orangefarbenen Sonnenuntergang vom Feinsten.
Wir verspeisten gemeinsam einen Fisch, hatten jeder eine Vorspeise und ein Bier und zahlten 300 €. Man ist ja nicht jeden Tag hier.
Schwimmen im Türkis ist nur ganz nahe am Boot empfehlenswert. Rücksichtslose Motorboot Kapitäne rasen mit Riesenwellen im Kielwasser an dir vorbei. Nicht auszudenken, wenn man etwas vom Boot entfernt schwimmen sollte.

Für die dritte Nacht verlegten wir uns mit zwei Stunden Fahrt auf die Ostseite des nur 500 meter breiten Formenteras. Einerseits, weil der Wind über Nacht auf West drehte und andererseits, weil wir uns somit für die anstehende nächste Etappe ein paar Meilen ersparen konnten.

Für die über 350 Seemeilen, die wir am Montag, den 15. September in Angriff nahmen, berechneten wir drei Tage und zwei Nächte. Da, wie schon erwähnt, vor allem Ost Winde vorherrschend sind, wollte ich unbedingt den kurz anhaltenden westlichen Wind nutzen, um nach Osten, nach Sardinien zu Segeln. Auch diese Überfahrt wird sicher lange als sehr positiv und aufregend in unserer Erinnerung haften. Der Wind reichte gerade aus um mit voller Leichtwindbesegelung mit sechs Knoten dahin zu gleiten. Nur kleinste Wellen und keine Strömung behinderten Symis Fahrt. In der Nacht schlief der Wind gänzlich ein und wir starteten, wie geplant, den Motor. Da hier keinerlei Lichtverschmutzung existiert und wir kurz nach Neumond waren bot sich uns in der Nacht ein Himmelsschauspiel der Sonderklasse. Die Sterne funkelten bis auf den Horizont herab und selbst meine Hundswache von 4:00 bis 8:00 Uhr früh war bei 25° und dieser Aussicht ein Vergnügen. In der Meeresoberfläche spiegelten sich die Milchstraße und Sterne, sodaß die gesamte Umgebung und der Himmel zu einem riesigen Planetarium verschmolzen.
Abgesehen von einer furchteinflößenden Gewitterfront, die mir bei Sonnenaufgang begegnete verlief alles gut.
Tagsüber wurde wieder gesegelt, und das Meer lag wie ein kleiner See vor uns. Wir begegneten hier kaum anderen Schiffen, da die Hauptroute der Großschifffahrt durch das Mittelmeer entlang der nordafrikanischen Küste verläuft.

Am Abend, kurz nach Sonnenuntergang, mit dem letzten Licht, liefen wir in die Bucht von Porto Pino/Sardinien ein, warfen den Anker und schliefen uns ordentlich aus. An genau diesem Ort verbrachten wir bei der Ausfahrt aus dem Mittelmeer 2023 schon einmal eine Nacht und wußten daher auch noch, daß es ein hervorragendes Restaurant im Ort gab, das wir dann am nächsten Abend besuchten.
Samstag, den 19.9.26 machten wir einen kleinen Spaziergang zu einem See in hunderte Flamingos lebten, kauften nochmals ein wenig Brot und Obst ein und kehrten dann auf Symi zurück, um sie für die morgige nächste Etappe vorzubereiten. 80 Liter Diesel mußten aus Kanistern in den Tank umgefüllt, das Beiboot und der Außenbordmotor wieder verstaut werden. Und morgen um 6:00 Uhr geht es weiter.
255 Seemeilen (erneut drei Tage und zwei Nächte) zu den Liparischen Inseln.

Verfolge uns wieder über unseren „Wo wir sind“ Link und drück uns die Daumen.



Wie immer schicken wir

die besten Grüße an alle


Die Symis

Lesezeit: 11 min

Liebe Freunde von SailingSymi,
nach sechs Tagen zurück an Bord von Symi und nach intensiven diversen Putz und Reparaturaufgaben, sind wir und das Boot heute fertig und bereit in See zu stechen.
Morgen, am 6.9.2026, pumpen wir uns noch bei der englischen Tankstelle von Gibraltar 100 Liter Duty-free Diesel in 5 Kanister (um 1,55.- €/l) und werden dann um die Ecke des Affenfelsens biegen und Gibraltar in Richtung Osten verlassen.

Details zu unserer Überfahrt nach Griechenland findest du mit diesem Link oder im Menü „Der Plan 2026“.
Wie immer kannst Du uns live im Menü „Wo wir sind“ verfolgen.

Mit den besten Grüßen von Bord
Die Symis

Lesezeit: 1 min
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