Willkommen beim ersten USA Blog von SailingSymi.
Nach einem komplikationslosen Flug mit der halbleeren Aua Maschine nach Washington trauten wir unseren Augen kaum, als bei der Passkontrolle nur zehn Personen vor uns in der Schlange standen. Bereits Wochen vor unserer Abfahrt habe ich Horrorgeschichten gelesen und gesehen, wie lang die Wartezeiten bei der Passkontrolle in Washington sein sollen. Die Einreise verlief bei uns komplikationsloser als in Schwechat. Keine Fragen, nur ein „Welcome to the United States guys“ und schon warteten wir beim Kofferkarussell auf unsere vier prall gefüllten Reisetaschen, die, so wie wir, unversehrt ankamen. Vielleicht fragst du dich warum 4 Taschen? Für ein halbes Jahr, zuerst am kühlen Atlantik, dann im Hochsommer und Herbst im Mittelmeer braucht man einiges an Kleidung. Die Ersatzteile füllten den Rest der Taschen.
Die drei Tage in Washington, D.C. verbrachten wir einerseits mit spazieren gehen und dem Besuch einiger Sehenswürdigkeiten, andererseits auch mit der Stadttour an Bord eines Hop-on -Hop-of Busses.
Am total verregneten Ostersonntag buchte ich einen Timeslot im Air & Space Museum, das zwar aus allen Nähten platzte, aber es war schließlich Ostersonntag und regnete sehr stark.
Am Ostermontag übernahmen wir um 10:00 Uhr den Mietwagen, der uns bequem in weniger als 3 Stunden durch die wunderbare Landschaft von Mittel-Virginia bis ans Ziel nach Deltaville brachte. Natürlich fuhren wir direkt zum Boatyard, um zu sehen, wie es SYMI geht. Und der erste Eindruck war sehr positiv: die Luken blieben dicht, keine Wasserrohre, Konservendosen oder Öl Flaschen im Winter zerplatzt, nur das übliche Chaos im Salon, aber so hatten wir ihn schließlich vor acht Monaten verlassen.
Beim rundum Gang um das Boot war unsere Freude schon etwas getrübter. Die Reste des Tannin haltigen Wassers des Intracoastle Waterways waren an der weißen Außenhülle deutlich sichtbar und wie wir am folgenden Tag lernten ebenso schwer zu entfernen, wie Teerückstände aus einer weißen Porzellantasse mit Wasser und Spülmittel allein.
So machten wir uns am zweiten Arbeitstag bei einer Außentemperatur von 8-10° auf den Weg zum nahe gelegenen Bootsfachgeschäft, um ein Spezialgel zur Entfernung dieser Rückstände zu kaufen. Sie werden hier liebevoll von den Einheimischen als „ Moustache“ bezeichnet. Dann ging es gleich an die Arbeit.
Zuerst einstreichen mit Pinsel, 3 Minuten warten und dann mit dem Schlauch abspritzen, sagte der ältere Herr im Geschäft. „Everything very easy“.
10 Minuten vergingen und nichts geschah. Also mussten wir mit unserer Hände Kraft und einem Scotchbrite Schwamm an jeder Stelle circa 40 mal Rubeln, um das Weiß wieder zum Leuchten zu bringen. Danach hilft das abspritzen mit Wasser wirklich und die Fläche ist wieder weiß. Damit die poröse Oberfläche wieder geschlossen wird und eine Schutzschicht bekommt, muss man danach mindestens zwei Schichten Politur auftragen und polieren. Es gibt immer was zu tun.
Ihr könnt euch gut vorstellen, wie sich nach diesem ersten Tag um 8:00 Uhr abends unsere Arme und Hände gefühlt haben. Dementsprechend müde fielen wir sofort ins Bett.
Die letzten zwei Tage verbrachten wir dann mit dem Montieren (Auftakeln)
des Vor-und Großsegels.
Die To Do Liste wurde aber nur ein wenig kürzer. Heute Freitag machte ich den Versuch den Wassertank durchzuspülen. Während Andrea außen frisches Wasser in den Tank füllte, ließ ich den Wasserhahn in der Küche laufen und stand auf einmal mit den Socken im Wasser. Was war passiert: der Wasserhahn für das gereinigte Trinkwasser war durchgerostet oder geplatzt, jedenfalls stand handbreit das Wasser unter der Abwasch im darunter befindlichen Kasten.
Ein neuer Wasserhahn muss her und daher fuhren wir noch um 17:00 Uhr in die nahegelegene größere Stadt Gloucester zu einem Fachgeschäft, ein XX-Obi. Beeilen mussten wir uns nicht, weil dieses Geschäft täglich von 7:00 bis 22:00 Uhr geöffnet ist, auch am Wochenende. Die Verkäufer dort verstecken sich auch nicht so wie bei uns hinter den Regalen, sondern begrüßen dich freundlich und führen dich dann an den richtigen Ort, um dir zu zeigen, was für dich am besten wäre und wie du dein gesuchtes Objekt zu Hause montieren sollst. Ein Vergnügen so einzukaufen.
Wir haben noch circa 4-6 Tage vor uns, bevor das Boot ins Wasser gehoben werden sollte und werden jede Stunde brauchen, um die Symi-Liste abzuarbeiten.
Wir sind also wohlauf, Jetlag gibt es keinen, dafür Kreuzweh und andere Beschwerden unserer klapprigen Gestelle.
Aus heutiger Sicht bin ich guter Dinge, dass Symi rechtzeitig fit gemacht ist und Ihre Wassertaufe gut überstehen wird.
Wir berichten Dir weiter.
Wie immer beste Grüße, diesmal aus Deltaville. A&P