Nachdem wir heute um 1:00 Uhr Mauretaniens Seegrenze überquert haben und dabei auf dem AIS (automatischen Identifikationssystem) sahen, wie viele Fischerboote vor dieser durch ihre Lage und atlantischen Strömungsverhältnisse vom Fischreichtum gesegneten Küste kreuzten, haben wir gut daran getan, uns etwas westlich zu halten. Nicht alle haben AIS und sind gut beleuchtet.

Mauretaniens Bevölkerung lebt vom Fisch/Sardinenreichtum hier. Wie ich in einer ARTE Doku kurz vor der Abreise gesehen habe, ist dies jedoch nicht mehr wirklich der Fall. Auf diese Geschichte möchte ich kurz eingehen.

Während der letzten zehn Jahre hat sich hier an der Küste chinesische und türkische Fischereiindustrie angesiedelt, die das vorgegebene Fangquotum an jährlichen Fischen um das 40-fache überschreitet. Rücksichtslos werden Sardinen geerntet. Das dabei die mauretanische Bevölkerung hungert verwundert nicht.

Die Sardinen werden vor Ort zu Fischöl verarbeitet, sodann auf Tankschiffe verladen und an die zwei größten Bio Lachs Farmen (in Norwegen und Frankreich) verschifft. Dort wird das Öl zu Pellets weiter verarbeitet und schließlich den Zucht Biolachsen verfüttert, die in ganz Europa, also auch in Österreich, erhältlich sind.

Zur Züchtung von einem Kilo Lachs sind vier Kilo Sardinen notwendig! Dafür darf der Lachs „Bio“ heißen.

Restriktionen wurden zwar erlassen, Proteste von Naturschützern verliefen leider ohne Erfolg, und so lange in diesem Land geschmiert wird und die Nachfrage aus unserer Konsumwahnsinnswelt vorhanden ist (der Ruf nach Bio nimmt ja immer weiter zu) und das Geld fließt, werden weiterhin riesige Fangflotten vor dieser Küste ihr Unwesen treiben. Und außer ein paar vorbeisegelnden Booten wird das niemand stören.

Vielleicht denkst du beim nächsten Bio-Lachskauf an meine Geschichte …

Auf dem Weg, noch 280sm

Nun zum Bordleben auf SYMI:

Wir sind jetzt gut an die Schiffsbewegungen gewöhnt und der Tag vergeht recht rasch.

Bei den Nachtfahrten hat uns der Vollmond gute Dienste geleistet, da es für die neue Crew natürlich angenehmer ist, mit Himmelsbeleuchtung in der Nacht Wache zu schieben.

Ich erledige einige Servicearbeiten, lese und schaue und genieße die jeden Tag zunehmende Wärme. Außerdem schmökern wir in Vorfreude Literatur über die Kapverdischen Inseln, über das, was uns erwartet.

4.Abendessen

Heute Morgen hatte es bereits 24 Grad.In der Grafik siehst du, wie die Temperatur steigt und die Windgeschwindigkeit abnimmt.

Wir haben noch 2,5 Tage vor uns, der Wind wird spürbar weniger und den letzten Tag der Reise werden wir den Motor benützen müssen.

Ahoi an Alle ⛵️

Reading time: 2 min