Ahoi und danke, daß Du bei SailingSYMI vorbei schaust.
Dies wird wohl der vorletzte Blog für die nächsten Monate sein. Denn ab August kannst Du die Geschichten nur mehr Live hören, bei einem Glaserl…🍻
Wir haben nach 12 Tagen den netten Ankerplatz nahe dem Yachtclub Yorktown nach dem Auffüllen der Tanks mit Treibstoff und Wasser verlassen und folgten der Spur unserer Freunde vom Katamaran <Enja> in den Mobjack Creek. Dies ist ein weiterer, nördlich gelegener Seitenarm der großen Chesapeake Bay. Die unzähligen Seitenarme mit ihren verschlungenen mäandernden Flussläufen sind dutzende Kilometer von einander entfernt und man kann nur mit Motor die bezeichneten Rinnen befahren. Ist man einmal aus dem Fluß draußen, in der Bay, kommt gleich ein schönes Segelgefühl auf. Es plätschern die Wellen an den Rumpf, leichter Südwind bläst einem auf die Wange und das Segel zieht SYMI langsam voran, hinaus in die Weite der Bucht. Dabei lässt sich die schiere Größe dieser Wasserfläche nicht erahnen.
Ich habe auf der Seekarte den Neusiedler See quer in die Bucht gelegt. Mit seinen 14 sm (26 km) Länge entspricht er der durchschnittlichen Breite der Chesapeake. Mit seiner größten Breite von 4 sm /7,5 km) zwischen Breitenbrunn und Podersdorf ließe er sich mehr als 26 Mal in die Chesapeake Bay legen.
Wir motorten dann einen Fluss ein paar Meilen hinauf und trafen auf unsere Freunde. Der Grund für diesen Buchtbesuch war eine Besichtigung eines alternativen Bootsplatzes für das Winterlager. Sehr ordentlich und sauber präsentiert sich uns der „Zimmermann Boatyard“, nur die Zufahrt durch den Seitenarm des Flusses ist etwas problematisch. Ein Katamaran (Einrumpfboote gehen generell nicht) kann nur bei Springtide (da muss es entweder Voll- oder Neumond sein) bis zur Krananlage fahren. Daher müssen Sigrid und Thomas bis Ende Juli auf dieses Ereignis warten, dann gehen sie dort mit ihrer Enja aus dem Wasser und wir haben ja an einem anderen Ort unser Lager gebucht.
Nach einem milden Abend mit wunderschönem Mondaufgang, regnete es die Nacht durch und wir verließen am Donnerstag die Mobjack Bay und fuhren zunächst durch dichtesten Regen hinaus in in die große Bucht.


Als wir das weite Wasser erreicht hatte, scheinte bereits wieder die Sonne und nach 5 Stunden Fahrt nahmen wir die schmale und seichte Einfahrt in die Deltaville Marina Bucht und ankerten vor unserem Boatyard.

Voller Tatendrang besuchten wir gestern das Büro, fanden es aber leer vor. Die nette, junge Managerin Heidi arbeitete gerade an der Instandsetzung eines Bootes. Dort fanden wir sie schließlich auch.
Auf unsere Frage, ob unser Krantermin am 14.7. stattfindet, sagte sie uns, dass leider drei geplante Wasserungen von Yachten wegen technischer Probleme noch nicht stattfinden konnten und wir derzeit keinen Platz am Trockenen hätten. Sie seien total ausgebucht.
Das klang nicht gut und ärgerte uns sehr. Nach der komplizierten Vorplanung in den letzten Wochen mit Mietwagen, Zimmersuche, Ersatzteilen, Mechaniker und ganz besonders mit dem Heimflug war das keine gute Nachricht.
Also was tun? Abwarten und vielleicht geht’s am Dienstag, meinte Heidi. Wir haben auch gar keine andere Möglichkeit. Es gibt hier in der Nähe keinen anderen Kran, der Katamarane heben könnte. Wir sind positiv und ich erledige einige technische Instandsetzungen schon jetzt vor Anker, damit möglichst wenig übrig bleibt, falls der Termin noch weiter nach hinten geschoben wird.
Andrea checkt alle Vorräte nach Ablaufdaten und ordnet alles in Plastikkisten, damit es bei Frost keine bösen Überraschungen gibt.
Die To-do-Liste ist immer noch lang, aber es wird schön langsam. Zum Beispiel reinigte ich im Beiboot sitzend den gesamten Flächenbereich über der Wasserlinie, der durch die sechs Wochen im braunen Intra Coastal Waterway Wasser Symis Weiss in grausliches Braun verfärbte. Zum Glück fand ich in meiner Putzmittelsammlung einen speziellen Rumpfreiniger, mit dem es unter körperlich hartem Einsatz gelang, wieder weisse Farbe zum Vorschein zu bringen.


Die teilweise fünf Zentimeter dicken Muschelbänke, die an Symis Rumpf angewachsen waren, werde ich erst am Trockenen entfernen können. Einen solch langen Bart hatte das Boot noch nie. Schande und außerdem bremst es die Fahrt um fast 1 Knoten. Eine Außenreinigung, wie wir sie sonst mit Taucherbrille machten, konnten wir seit Palm Beach zunächst wegen der Haie, später Alligatoren und Schlangen, hier in der Chesapeake wegen der lästigen, nesselnden Quallen nicht mehr durchführen.
Jetzt haben wir das Wochenende vor uns und hoffen auf einen baldigen Krantermin.
Ob und wie wir es geschafft haben, kann ich Dir hoffentlich in einer Woche schreiben.
Wir freuen uns auf Euch alle 🙃 und wünschen wie immer
Beste Grüße von Bord Symi und bleibts gesund.

