Orlando 🇺🇸 – Grüße von Harry Potter und der Mickey Mouse.
Herzlich Willkommen zurück auf unser Blogportal. Ich möchte Dir heute über unsere Abenteuer rund um Orlando berichten.
Symi war sicher an einer Boje der Titusville Marina verankert und ein Mietwagen schnell gemietet. Es sind gut 100 km von der Ostküste bis nach Orlando. 85 Meilen Speed Limit, vier bis sechsspurige Straßen, die sehr intelligent geführt werden. Keine Spur hat hier ein abruptes Ende als Abbiege oder Auffahrtspur. Die Spuren sind so gebaut, dass niemand, wie bei uns, aus Angst auf die Abbiegespur zu geraten, immer auf dem Mittelstreifen fährt. Alle sind diszipliniert und es enstehen weniger Staus. Für Autofanatiker ist es hier das Eldorado: Lastwagen von Peterbuilt und MAC oder SUV in der Größe von Wiens Citybussen brummen sanft an dir vorbei.
In Orlando war ich zuletzt vor 20 Jahren. Es hat sich auch stark verändert. Die kleinen Seen, grossen Wiesen und Sümpfe rund um die Highways sind fast alle verschwunden und zubetoniert worden. Meine Erinnerungen an Orte – Einkaufsmalls – dann wieder Landschaft über Kilometer – Orte – Landschaft usw sind nun zu einem einzigen, großen, belebten Ortsgebiet verschmolzen.

Wir buchten uns in einem Hotel der Universal Gruppe ein, was den Vorteil hatte, dass wir in der Früh mit einem Shuttlebus schon eine Stunde vor der Parkeröffnung eingelassen wurden. Da es von den Universal Hotels acht an der Zahl gibt, waren ein paar hundert andere Gäste natürlich ebenso früh dran wie wir. Das war ja zu erwarten. Am Eingang genügt nicht das Ticket alleine, ein Fingerabdruck muß dazu abgegeben werden. Amerika wie es leibt und lebt. Wir eilten dann sofort ins Land von Harry Potter, da dort tagsüber die längsten Wartezeiten zu erwarten sind.
Ich möchte Dich hier nicht mit Details zu jeder Attraktion langweilen, eines muss aber gesagt werden: unser Besuch der Parks war eine aufregende und perfekte Aneinanderreihung von mystischen, technisch ausgereizten und von der Präsentation her einmaligen Erlebnissen. Zur Sperrstunde waren wir bereits 13 Stunden vor Ort und waren fast 16 km zu Fuß unterwegs. Da freut man sich auf sein Bett.


Der nächste Tag war ein Ruhetag am Hotelpool, zum Kräftesammeln für den dritten Tag dann in Disneyworld.
Auch das Disney-Imperium ist gewachsen und man bräuchte eine Wochenkarte, um alle Plätze zu besuchen. Dem Cinderella Land haben sich sechs neue Abenteuerplätze dazu gesellt. Wir pickten uns vorher die Rosinen heraus und liefen dann von einer Attraktion zur nächsten. Die Wartezeiten konnten bei den beliebtesten Fahrgeschäften schon mal 80 Minuten sein, aber mittels App alles planbar. Auch hier waren es wunderbare Erlebnisse, allen voran das Thema „Avatar“, daß eine verblüffend realistische Reise in das Land der blauen Wesen bietet.
Allgemein allerdings merkt man den Disney Parks ihre Jahre an. Ich würde deswegen einen ⭐️ abziehen. Disneyworld ist nicht mehr so perfekt, wie Universal Studios.



Universal und die Disney Parks werden im Durchschnitt täglich von jeweils von 55.000 Menschen besucht. Man kann es am Besten als ein Treiben lassen mit den in permanenter Bewegung befindlichen Menschenmassen beschreiben, von einer Attraktion zur nächsten, berieselt durch passende Filmmusik aus versteckten Lautsprechern am Wegesrand und eingehüllt in den Duft frischer Popcorn. Ein einzigartiges Erlenbis, dass ich mir nach dem letzten Besuch 2006 mit meinen Kindern, wirklich nochmals gewünscht hatte. Andrea brauchte an den Tagen davor und auf dem Weg nach Orlando noch Überzeugung. Ihre Skepsis, wie sich wohl die G-Kräfte einer Hochschaubahn auf sie und ihre Innereien auswirken würden, war groß. Kaum aber hatten wir die Erste Fahrt absolviert, war alles wie fortgeblasen. „Machen wir als nächstes …. „, forderte sie danach schon eine weitere, schnellere und höhere Bahn. Ein voller Erfolg und wenn es beiden gefällt, ist es wie beim Sonnenuntergang, zu zweit ist alles schöner.
Da wir auf SYMI in unserem eigenen, fast menschenleeren Universum leben und wir Viren und Bakterien bei uns meist den Zutritt verwehren, haben sich in den Orlando Parks offensichtlich das „Who is Who“ der Krankheitserreger auf Haltegriffen, Türschnallen und Wartezeunen festgeklebt. Mit Infektionsgarantie !
Und prompt schlugen sie bei mir zu. Am Tag nach Mickey Mouse plagte mich hohes Fieber, Schüttelfrost und Husten mit eitriger Bronchitis. Ein paar Tage im Bett waren also die Strafe für die zügellosen Ausschweifungen an diesen amerikanischen Orten der Hochkultur. Alles hat eben seinen Preis.
Zum Glück funktionierte das gewählte Antibiotikum aus meinem Medizinschrank und bald war ich wieder bereit mit Andrea die letzte Attraktion bei Titusville zu besuchen. Cape Canaveral.


Gleich am Morgen startete Space X eine Falcon9 🚀 mit riesen Brummen und Geräuschen, wie bei einem Megafeuerwerk. Wir konnten es von SYMI’s Vordeck beobachten. (Entschuldigung für die schlechte Fotoqualität).
Dann gings mit einem Uber, der hier wirklich überall günstig zu haben ist, zum Eingang des Kennedy Space Centers. Uns führte ein 78-jähriger Uber Fahrer. Hier in den USA verdienen, oder besser müssen sich ältere Menschen zu ihrer meist niedrigen Pension bis ins hohe Alter Geld dazu verdienen, in Wien wäre dies sicher ein Skandal. Man muß sich nur die Schlagzeile dazu vorstellen: 80 jähriger Taxilenker fährt in seiner Freizeit Uber… Der nette Herr erklärte uns, daß das Zubrot ein Positivum für ihn ist, dass er aber die Abwechslung liebt und es durchaus schätzt zwei Tage der Woche Uber zu fahren und nicht zu Hause zu sitzen.
Das Space Center hat wirklich tolle Ausstellungen. Raketen, Kapseln und und die gute alte Atlantis sind wirklich Highlights. Bei der Bustour durch das Areal kommt man sowohl bei der größten Montagehalle der Welt vorbei, als auch bei Elon Musks SpaceX Fabrik. Wer natürlich vor Ort nicht fehlen darf ist Jeff Bezos mit seiner privaten Firma „Blue Origin“, die auch ein paar Hallen für sein privates Raumfahrtprogramm in Cape Canaveral gemietet hat.
Meine Bronchitis wurde besser und daher beschlossen wir, unsere ICW Tour weiter in nördliche Richtung fortzusetzen. Nächstes Ziel 8 Stunden entfernt: Daytona Beach.
Berühmter Ort der NASCAR Autorennen. Bei unserer Ankunft öffnete sich der Himmel und ein starkes Gewitter mit Tropenregen verhinderte jeglichen Kontakt mit dem Land.

Morgens mussten wir recht früh los, um die nächste Flußetappe zu schaffen. Trotz des Studierens der aktuellen Tidenpläne, bekommt man häufig an Flußgabelungen oder seichten Stellen plötzlich Gegenstrom und wird dann unfreiwillig auf die halbe Geschwindigkeit heruntergebremst. Die Flußtiefe liegt zwischen 1,8 und 4 Metern. An stark schlängelnden Kurven fielen uns einige Segel und Motorboote als stille Zeugen auf, daß man bei dieser Flußfahrt vollste Konzentration walten zu lassen hat. Verlasse niemals die vorgegebene Fahrrinne.

Die Ufer sind zum Großteil besiedelt. Man findet dort die typischen hohen Stege mit einem Motorboot darauf hochgehievt und dahinter das Einfamilienhaus mit einer großen US-Flagge. Die Verandas sind meist in Mosquito sichere Volieren mit Mückenschutz umgebaut. Denn abends kommen sie aus ihren Verstecken, die Biester.


Gegen 18:00 Uhr erreichten wir schließlich Saint Augustine. Der Stolz der Amerikaner, denn 1565 wurde diese Siedlung durch ankommende Spanier begründet und gilt somit als älteste Stadt der USA. Die berühmten Gebäude hier liegen alle in der Innenstadt und wirken irgendwie überrestauriert. Fast wie in Disneyworld. Ein altes Fort, ein Hotel im spanisch, kolonialistischem Stil um das Jahr 1888 gebaut und vor 50 Jahren zu einem College umgewidmet sind hier fix mit dem Namen des Ölmillionärs und Anteilhaber der Eastern Railways Henry M. Flagler verbunden. Auf der anderen Seite des Hauptplatzes liegt das zweite Großhotel, erbaut am Ende des 18.Jahrhunderts von Otto Lightner. Er erkannte wie Flagler das Potential dieses auch im Winter relativ gemäßigten Klimas und zusammen wurden diese Hotels als Winterzuflucht für reiche New Yorker geplant. Gleich dazu baute Flagler die Eisenbahnstrecke von Tür zu Tür aus und führte sie dann sogar bis Miami weiter. Saint Augustine erfreute sich bis in die 50-er Jahre als Kurort der East Coast Reichen und ist heute dank seines Status als „älteste Stadt der USA“ immer noch Touristenattraktion.

Am 2.6.25 ging es nun endlich hinaus aus St. Augustine und wieder auf den Atlantik. Die Strecke, die wir bis zur Flußeinfahrt nach Savannah/Georgia zurückzulegen hatten, war auf offener See bei leichtem Wind wesentlich einfacher als auf dem immer geschlängelteren Fluß des ICW.
Nach einer Nacht und 220 km erreichten wir gestern das Flußdelta, durch welches wir nach 25 Kilometern Fahrt mit der Tide den namensgebenden Ort Savannah erreichten.
Zum Sonnenaufgang begleiteten uns große Tümmler. Immer wieder ein nettes Erlebnis.

Schönheitspreis gibt es für den Anlegesteg am Hauptplatz keinen, auch der Regen verdarb uns die Lust auf Sightseeing am Vormittag, aber nun klart es auf und wir werden in die Stadt spazieren. Also Details gibt es das nächste Mal.
Nächstes Ziel ist morgen Charleston.
Allerbeste Wünsche von Bord Symi
Bleibt gesund

