Ich darf Dich sehr herzlich bei einem neuen Symi-Blog begrüßen.

Ich möchte Dir anfangs berichten, dass es uns wirklich gut geht. Wir und SYMI sind wohlauf.
Wenn ich nicht immer Zugang zu Nachrichten hätte, würde ich hier weder einen Zoll, noch einen Atomkrieg mitbekommen. Natürlich nehme ich die Krisen dieser Welt wahr und bin besorgt darüber wie Du. In welche Richtung geht da unsere Welt?
Seit mehr als zwei Wochen sind wir nun schon wieder unterwegs. Ich war etwas faul und nur Andrea pflegte inzwischen fleissig ihren Polarsteps Account und fütterte ihn mit frischen Fotos, ich genoss einfach die Reise.
Nach unserer Ankunft in George Town am 26.3.25 waren wir wild darauf, endlich wieder in einen Supermarkt zu kommen. Obst, Gemüse, Milch und ein paar Schockis/Chips standen ganz oben auf der Einkaufsliste. Der Weg dahin ist in George Town mit dem Dinghy einzigartig. Der Steg für die Dinghys liegt in einem kleinen Inlandteich, den man nur erreichen kann, indem man durch einen kleinen Tunnel unter der Hauptstrasse hindurchfährt. Dort wird das Beiboot festgemacht. Gleich in der Nähe parkt ein Pick-Up Van, auf dessen Ladefläche man seinen Müllsack deponieren darf. Die fünf Dollar pro Sack wirft man beim schmal geöffneten Fahrerfenster in das Wageninnere. Ich machte noch davor einen kurzen Besuch bei der Tankstelle, um den 12 Liter Beiboot Tank aufzufüllen. Unser Dinghy ist ja wie unser Auto. Wir benutzen es fast täglich. Entweder, um Einkäufe zu machen, die Buchten zu erkunden, zu Tauchspots zu gelangen oder zum Abendessen an irgendeinem wackligen, kleinen Holzsteg eines lokalen Restaurants anzulegen. Unser Honda Außenbordmotor frisst Superbenzin in Maßen. Pro Stunde, so rechnet man bei Booten, benötigt er ca 3 Liter.

Wir tankten und machten dann mit dem Beiboot am Steg fest und gustierten im Supermarkt die Angebotslage. Obst und Gemüse gab es zwar, aber wie sich dann an Bord beim Kochen herausstellte, war die Qualität und Haltbarkeit nicht so gut, wie wir sie von anderen Inseln kannten. Egal, Hauptsache der Kühlschrank war wieder gefüllt. 
Wir verlegten Symi dann etwas weg von der Stadt vor eine kleine Insel östlich, die von Nord nach Süd, wie ein Wall vor den großen Wellen des Atlantiks schützt. Hunderte von anderen Seglern dachten sich offenbar das gleiche, denn wir lagen, wie in der Bucht von Poros, eng an eng nebeneinander.
Bevor der Wind seine Richtung nach Ost drehte dauerte es noch zwei Tage, die wir aber zum Erkunden nutzten.

Der seit Jahrzehnten beliebte Seglertreffpunkt „Chat N Chill Beachbar und Grill“ hat sich in den letzten 10 Jahren nur etwas vergrößert aber die vielen Dinghys, laute Reggaemusik und viele Menschen, die barfuss und in Shorts in der orange Abendsonne hier zum Sundowner oder auf einen Burger vorbeikommen sind gleich geblieben. Auch die angefütterten Rochen, die einen beim Schritt ins seichte Wasser über die Füsse gleiten gibt es noch.

Wir genossen jeder ein Kalik-Bier und waren dankbar für den netten Sonnenuntergang, den wir erleben durften.
Oft habe ich ihn schon erwähnt. Den Bewegungsmangel. Wo sich daher für uns eine landschaftliche Region für Betätigung anbietet, heisst es Sportschuhe an und mit dem Dinghy zum Strand. Da die Gezeitenunterschiede hier ungefähr einen Meter ausmachen muss man sein kleines Boot wohlweislich am Strand hochziehen und an irgendeiner Palme festbinden, damit man bei der Rückkehr nach dem Wandern keine böse Überraschung erlebt. Ich habe bei unserem „Rudolph“ (Dinghyname auf Grund seiner roten Farbe am Bug) am Heck zwei ausklappbare Räder montiert, die es bei gutem Untergrund ermöglichen, das Boot wie eine Schubkarre an den sicheren Strand zu ziehen. Der Motor wiegt 50 kg und das Boot nochmals so viel, dass läßt sich zu zweit nicht stemmen, rollen aber geht meist ganz gut. Unser Spaziergang führte uns am nächsten Tag über die kleine Insel zum Atlantikstrand, an den die Wellen anbranden und dabei so viel Lärm erzeugen, dass eine Unterhaltung schwierig wird.
Es war ein phänomenaler Ausblick von dort oben.

Endlich, der Winddreher war da und die Windgeschwindigkeit passte auch, nichts wie los in richtung Norden. Dorthin erstreckt sich das Inselgewirr der sogenannten „Exumas“ (siehe Karte am Ende). 180 km türkis Meer mit Wassertiefen zwischen ein und sechs Metern und gut 40 Inseln. Manche davon berühmt und touristisch überlaufen, wie Staniel Cay, wo sich die James Bond Grotte aus dem Film „Thunderball“ befindet oder der berühmte Strand mit den schwimmenden Schweinen. Andere Inseln haben noch leere Strände ohne Jetskis und Menschen.
Wir bevorzugen meist das Letztere und segelten los.
Alle paar Kilometer gibt es zwischen den Inseln Einfahrtspassagen, durch die man vom wilden Atlantik in die wellenarme türkis Traumwelt einfahren kann. Mal eng oder mal breiter, auf jeden Fall muss man wissen was man tut, weil es voraussetzt, daß die Tide in die seichte Inselwelt hinein (Flut) fließt nicht gegen die Atlantikwelle hinaus. Denn dabei könnten ernsthafte, bedrohliche Situationen entstehen, die durch die enormen Strömungskräfte schon so manches Schiff an den Felsen zerdrückt haben.
Nach drei Stunden Segeln, paßte bei uns Zeit, Flut und Wind hervorragend und bald schwebten wir über drei Meter Sand in einer Bucht und ankerten. Auch dort, verriet uns ein Bahamas Buch, gab es Schweine am Strand, nur angenehmer Weise ohne Menschenmassen herum. Kaum am Strand gelandet stürmten zehn kleine Ferkel und zwei Muttertiere zu uns ins Wasser und begrunzten uns. Ein etwas seltsames Erlebnis. Wir haben es getan.

Am nächsten Tag segelten wir mit herrlichem halben Wind bis Rudder Cut Cay (nochmals zum Auffrischen: Aussprache wie der Schlüssel auf Englisch; „kiie“). Dieses Eiland gehört dem Zauberer David Copperfield, der sich den Spass erlaubte ein aus Metall geschweißtes Piano auf fünf Meter Tiefe in eine seiner Buchten zu versenken. Wir ankerten daneben und trotz der wirklich intensiven Strömung tauchte ich hinunter.

Zum Übernachten wählten wir eine etwas nördlich davon gelegene Insel, die in der Navi-App ein Restaurant versprach. Beim Ankerwerfen war Niedrigwasser und ich konnte wieder einmal die Genauigkeit meines Echolots kontrollieren. Unter unserem Kiel waren genau 30cm Wasser. Wir genossen den Landgang zum so nobel klingenden <Little Farmers Cay Yacht Club>, den ich daheim als Landbeisl bezeichnen würde. Wir aßen was es gab und das waren 🍔 Burger und Pommes frites. Die „abwechslungsreiche“ US Küche ist hier leider fast überall zu Hause. Das haben wir schon mitbekommen.
Für die folgenden drei Tage suchten wir uns eine gut geschützte Bucht, da wieder einmal eine Kalt und somit Windfront durchrauschte. Abgesehen von einem weiteren Restaurant, dass wir besuchten, hatten wir an diesem verschlafenen Ort namens Black Point wieder Mal eine Begegnung mit großen Ammenhaien. Fischer warfen Fischabfälle ins Hafenwasser und schon waren sie da und fraßen die Reste. Diese Haiart ist für Menschen angeblich völlig ungefährlich. Wenn man aber, so wie wir, Haie rund ums eigene Boot ganz und gar nicht gewöhnt sind, flößt die Begegnung Respekt ein.

Der nördlichste Punkt unserer Exuma Tour sollte Johnny Depps und gleich daneben die Insel des Aga Kahn sein. Beide liegen in einem das nördliche Drittel der Exumas bedeckenden speziellen Naturschutzgebiet. Dort, so sagt es die online Beschreibung, ist Lagerfeuer und das Mitnehmen von Hunden auf einsame Strände strengstens verboten. Es versteht sich von selbst, daß auch das Betreten aller Privatinseln verboten ist. Darauf wird durch große Warnschilder deutlich hingewiesen. Jede Übernachtung am Boot im Park, egal ob ankernd oder an einer Boje, kostet je nach Bootsgröße, zwischen 30.-(für uns) bis 120.-$ pro Nacht. Dadurch sind weniger Boote unterwegs.
Die vielen Kanäle, Durchfahrten, Sanddünen und überall leuchtet türkis Wasser dazwischen. Es ist wirklich wunderschön. Unzählige Schattierungen von Türkis werden dem Auge fast zu viel. Setzt man aber die Sonnenbrille auf, ist die Farbenpracht durch die Polarisation noch eine Stufe höher. Selbst die weissen Bäuche der Seemöwen leuchten türkis.
Wir fuhren an Land und wanderten auf der atlantischen Seite über Sanddünen bis zu einem großen bühnenartigen Höhleneingang, der vor Ewigkeiten von den Wellen des Atlantiks ausgewaschen wurde. Mit dem Dinghy fuhren wir dann noch den kurzen Weg zu einem kleinen Felsen, der sich mit einem Schild selbst beschreibt: „The Aquarium“. Zwei Bojen sind davor im Boden zum Festmachen für Dinghys verankert. Gleich beim Hineingleiten aus dem Beiboot ins Wasser ist man tatsächlich von 100ten Fischen umgeben. So viele haben wir in der gesamten Karibik tatsächlich noch nie gesehen.

Das Wetter bestimmt jede unserer Fahrten. Jeden Ort an dem wir uns aufhalten. Es bestimmt die Dauer des Aufenthaltes und den Tag der Abreise. Jeden Tag ist es meine Aufgabe Wetterdaten zu vergleichen, mögliche Routen und Ankerplätze mit einzubeziehen und mit Andrea zu entscheiden, welches Ziel wir anvisieren. So verließen wir den Naturpark nach zwei Tagen Richtung Süden zurück und suchten uns ein neues Plätzchen, daß uns vor einer Gewitterfront ruhigen Schutz gewährleisten würde. Den Seekartentiefen folgend und gleichzeitig mit Augapfelnavigation motorten wir in eine kleine zwei Meter seichte aber gut geschützte Stelle und ankerten. Ganz in unserer Nähe ist eine Sandbank, auf der eine Schaukel installiert wurde, um Touristen wie uns ein schönes Fotomotiv zu bieten. Bei Ebbe fällt die Bank komplett trocken. So fuhren wir kurzer Hand hinüber und auch wir setzten uns auf die Schaukel.

Der weitere Weg ab morgen ist noch nicht fix. Auf jeden Fall müssen wir spätestens am 18.4.25 in George Town zurück sein, um am 20.4. unsere Freunde Katharina und Georg abzuholen.
Unten siehst Du eine Karte der gesamten Exumas und den eingezeichneten Weg in blau und rot, den wir hier segelten. Im Menü Fotos oder mit diesem Link hier kannst Du noch weitere Fotos sehen.

Ich hoffe es hat Dir Spass gemacht auf SYMI’s Blog.
Alles Gute und beste Grüße von Bord wie immer
Pauli

Reading time: 8 min

Herzlich willkommen zu einem neuen Blog. Schön, dass du hereinschaust bei Sailingsymi.
Seit unserem letzten Video Blog ist viel passiert.
Wir haben die Turks und Caicos Inseln verlassen und sind in einer Nachtfahrt bis zur südöstlichsten Insel der Bahamas gesegelt. Seit langer Zeit konnten wir bei diesem Schlag wieder den Spinnaker setzen und der zog uns mit perfekter Geschwindigkeit dem Ziel entgegen.


Der Leuchtturm auf der vorgelagerten Insel Acklin Island steht seit 1866 an diesem Ort. Das Wohnhaus der Leuchtturmwärter, aber auch die Metalltreppe im Leuchtturm sind zerfallen und schon lange leuchtet kein warnender Lichtstrahl aufs Meer hinaus, um Schiffe vor der Gefahr dieser Meeresecke zu warnen. Seit es das GPS Navigationssystem gibt, sind solche Leuchttürme obsolet.
Er sieht aber noch immer sehr schön aus. Vor allem bei Vollmond.

Jetzt sind wir also am Südende der Bahamas, darum ein paar Sätze zu dieser Region.
Die Bahamas sind ein eigener Commonwealth Staat und bilden eine Inselkette mit rund 700 Inseln und 2.400 Korallenriffen (sogenannte „Cays“, die man aber so wie den Schlüssel auf Englisch „kiis“ ausspricht). Es leben an die 400.000 Menschen hier, die meisten im Norden, wo auch die Hauptstadt Nassau liegt.
Die Ausdehnung Nord-Süd ist etwa 650 km.

In Erinnerung an einen meiner schönsten Segeltörns im Jahr 2015, bei dem ich als reiner Mitfahrer das Vergnügen hatte mit Doris und Wolfi (den Seenomaden) auf ihrer „Nomad“ einen Teil der Bahmas und Südkuba kennen zu lernen, freute ich mich besonders auf den Besuch der einsameren Inseln. Eine davon war Crooked Island. Dort besuchten wir vor zehn Jahren eine kleine Siedlung namens Albert Town. Nun war ich endlich auf eigenem Rumpf hierher gesegelt und wollte mit Andrea diese kleinste Siedlung in den gesamten Bahamas neuerlich besuchen. Eine zwei Kilometer lange Staubstrasse führt vom Bootsanleger quer über das schmale Land. Die Sonne leuchtete hell, es war aber nicht unerträglich heiß auf dem Weg in die Stadt. Eben diese Sonnenkraft war einst der wirtschaftliche Motor dieser Insel.
Während der britischen Kolonialzeit, insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert, war der Salzabbau eine bedeutende Industrie hier. Natürliche Salzpfannen (flache Gebiete, die sich mit Meerwasser füllen und dann unter der Sonne verdunsten) ermöglichten eine relativ einfache Salzgewinnung.
Das gewonnene Salz wurde vor allem in die USA und nach Europa exportiert, wo es zur Konservierung verwendet wurde.
Die ansässigen britischen Familien und ihre 100 ten von Sklaven lebten an diesem Ort vom Salzabbau ganz passabel. An die 2000 Einwohner zählte Albert Town zu ihren besten Zeiten. Als 1834 endlich die Sklaverei abgeschafft wurde, rentierte sich das Salzgeschäft für die Briten nicht mehr, da sie nun selbst hätten arbeiten müssen. Der Ort verlor an Bedeutung. Viele Einwohner zogen nach Nassau oder in die USA, um dort Arbeit zu finden. Mehrere Hurrikans während der letzten 100 Jahre gaben dann der Ansiedlung den Rest.
Vor zehn Jahren noch hatte die – übrigens größte – Kirche in den Bahamas noch einen Dachstuhl, die Volkschule erhielt noch einen Mini Betrieb aufrecht, es lebten aber damals nur mehr ein paar Dutzend Menschen hier.
Jetzt, im März 2025 sahen wir kaum Häuser, die bewohnt waren. Ruinen ohne Dächer, ohne Fenster. Kleine Bäume wuchsen in diesen Häusern in die Höhe und Autowracks rosteten im Garten dahin. Seit dem Hurrikan 2018 waren die Wände und das Dach der Kirche eingebrochen, im kleinen Friedhof waren die Gräber von Pflanzen überwuchert und kaum mehr erkennbar. Wilde Ziegen, die sich hier stark vermehren, grasten dazwischen.

ALBERT TOWN
SALZLACHE

Auf einem Weg nahe der Kirche trafen wir dann den 64 jährigen Pete Rose. Er war gerade zum Handy aufladen zum Haus seines Cousins gegangen. Strom hat er nämlich in seiner Hütte keinen aber dafür Fließwasser aus einer Entsalzungsanlage, erzählt er. Höchst freundlich lädt er uns ein, mit ihm die Ruinen von Albert Town, die teilweise von dichtem Gebüsch und Bäumen überwachsen sind, zu erforschen. Dabei erzählt er Geschichten über die Blütezeit des Ortes. So erfahren wir von Pete, dass neben ihm nur noch vier Menschen in Albert Town leben. Es gibt nur ein Auto, dass aber leider vor kurzem mitten am Hauptweg liegen geblieben ist. Es bräuchte neue Einspritzdüsen, sagt Pete. Unser Gespräch wird emotionaler, als ich ihm erzähle, dass ich bei meinem Erstbesuch 2015 hier noch in einem Mini Market eingekauft hatte. Ohh, meint er, das war sein Onkel. Er ist 2018 bei einem Hurrikan verstorben. Er hat nicht viel zu tun auf Fortune Island, wie dieser Teil der Insel heißt. Tagsüber durchkämmt er gerne die Erde in der Umgebung der Ruinen nach alten Glasflaschen. Nachdem er uns einen Weg durchs Dickicht geschlagen hatte, stocherte er mit seiner Machete im Boden herum. Manchmal trifft er auf Glas. Die Flaschen verkauft Pete in Nassau oder auf EBay. Schließlich erreichen wir seine Holzhütte, die ebenso verlassen worden war und die sich Pete als Wohnort ausgesucht hat. Ein altes Stahlrohr Bett mit zerwühlten Decken und Pölstern und ein Stuhl stehen im Zimmer. Er öffnet die Holzläden, läßt Licht herein und dann zeigt er uns sehr stolz seine Flaschensammlung. Von Cola Flaschen aus den 50er bis zu handgearbeiteten Weinflaschen. Die meisten sehen wirklich alt aus.
Andrea erhält ein Geschenk von Pete. „Let me bless You too“, sagte er. Eine Haar-Tonikum Flasche, die wir später googeln und sie ins New York von 1870 einordnen können. Wert bei Sammlern 20.-$. Wert bei uns = unschätzbare Erinnerung.
Wir bedanken uns und ich fliege noch eine Runde mit meiner Drohne, um dieses abenteuerliche Nest von oben zu fotografieren. Die folgenden zwei Tage verbrachten wir direkt im Riff der Westseite. Glasklares Wasser und ein ein 10 km langer Sandstrand gehörten nur uns.

Crooked Island Privatankerplatz

Die nächsten zwei Tage war das Wetter unbeständig und sehr windig und wir blieben in der geschützten Bucht liegen. Da wir nun doch schon fünf Tage in dem Bahamas unterwegs waren, müssten wir langsam daran denken offiziell einzuklarieren. Tags darauf ist hinter dieser Kaltfront wenig Wind und wir motorten daher an die Ostküste der Insel Long Island (48 sm) und ankern im Ort Clarence Town. Der Zoll und Immigrations Prozess muss auch hier zuerst online per App gemacht werden, was mich gut und gerne fast zwei Stunden kostete (unglaublich umständliche Homepage). 24 Stunden vor dem Eintreffen muss man sich per Whats App text message melden und die ETA (estimated time of arrival) angeben. Und siehe da. Kaum waren wir mit dem Ankern fertig, erhielten wir die WhatsApp, der Beamte ist um 16:00 Uhr in der hier befindlichen „Flying Fish Marina“. Clarence Town ist der Haupthafen. Auch Fischer bringen ihren Fang an diese Pier und verkaufen oder nehmen ihre Fische dann vor Ort aus. Darum staunten wir nicht schlecht als wir mit unserem Dinghy anlegen wollten und plötzlich neben uns zwei Haiflossen aus dem Wasser auftauchen und neben uns her schwimmen. Von der Pier aus zählten wir dann neun Haie, die sichtlich auf Futter warteten. Das Schild sagt alles über dieses Verhalten.

Wir erledigten pünktlichst und sehr freundlich unsere Einreise Formalitäten.
Long Island, wie der Name schon sagt, ist 100 Kilometer lang und spärlich besiedelt. Am nächsten Tag segeln wir mit Halbwind um die Nordspitze herum und lassen den Anker in der Calabash Bay, 100 Meter vor einem der schönsten Strände, die wir in letzter Zeit gesehen haben, fallen.
Hier befindet sich ein kanadisches Hotel in dem fast nur Amerikaner absteigen. Sie haben nur 3 Stunden von Miami hierher.
Ein Mietwagen bringt uns am nächsten Tag nochmals in den Süden zurück. Dort ist das berühmte „Dean’s Blue Hole“ in dem regelmäßig Meisterschaften im Freitauchen stattfinden. Es ist 200 Meter tief und 40 Meter breit und leider an diesem Tag durch die starken Strömungen nicht glasklar wie im Prospekt. Bei den gefährlichen Apnoetauchbewerben sind an diesem Ort bereits mehr als 200 Personen verstorben.

Deans Blue Hole

Heute Dienstag sprinteten wir mit SYMI über die kurze Distanz von 22 sm auf die nächste westlich gelegene Insel Great Exuma und landeten in George Town.
Hier ist man wieder in der Cruiser Szene zurück. In diesem bestens vor dem Atlantik und den Ostwinden geschützten Inselreich verbringen hunderte Amerikaner und Kanadier als sogenannte „Snow Birds“ den Winter mit ihren Yachten in der Wärme. Es ist schwer zu schätzen, aber an die 300 Yachten werden hier schon liegen.
Wir trafen heute wieder Mal die Vitilas, Doris und Uwe und planen morgen, nach 18 Tagen, einkaufen zu gehen. Der Müll sammelt sich auch schon an Bord und unsere Beinchen sollten wir auch wieder bewegen. Landausflug also ist die Lösung.
Ab Donnerstag ist viel Wind aus Ost und Regenfront angesagt. Da heisst es Schutz suchen hinter den vielen kleinen Inseln. Zum Wetter ist allgemein zu sagen, dass wir seit Puerto Rico deutlich spüren in den kühleren Norden zu kommen. Tagsüber sind 26-28° Standard, nachts hat es manchmal nur 22° (Du wirst an dieser Stelle wahrscheinlich lachen, aber wenn man Monate lang bei Dauertemperaturen von 29-31° umherfährt, dann sind 22° sehr wenig).

Durch die US-Sommerzeit und die nördlichere Breite ist es jetzt statt 18:oo Uhr erst um 19:30 Uhr dunkel. Das macht den Abend bedeutend angenehmer.
Die Pläne für die nächsten 3 Wochen:
Wir wollen bald in die Exumas nach Norden segeln und müssen am 20.4.25 nach George Town zurückkehren, um 2 Gäste an Bord zu empfangen. Darüber später.

Alles Gute wünschen wir Dir wie immer von Bord, take care

Die SYMI Crew

Reading time: 8 min

Willkommen zu einem neuen Blog von Bord SYMI.
Ich hoffe Dir geht es gut und ein sanfter Frühlingshauch hat Dich bereits erreicht.
Ich habe zur Abwechslung wieder einmal ein Video gedreht, um die Farben dieser einzigartigen Inseln besser erklären zu können. Auf der Karte und in Google Maps leuchtete es hier immer so intensiv türkis-grün. Das haben wir überprüft …. viel Spaß und beste Grüße von Bord.
Hier geht’s zum Video-Blog auf Youtube (8 Min). Hier geht’s zu den Fotos

Reading time: 1 min
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