Wir verlegten SYMI heute aus der Bucht im SO in die grosse „Ballermannbucht“ nahe der mallorquinischen Hauptstadt. Nicht dass wir auf das Nachtleben oder den Fluglärm aus wären, der einzige Grund dieses überlaute und eigentlich hässliche Gebiet zu suchen ist ein geplantes Service des Backbordmotors morgen. Dazu habe ich eine Firma aus Palma betraut. 

Das Motorproblem entstand bereits vor einem Jahr. Bei Motorfahrt in good old 🇬🇷wickelten sich ca. 100 Meter Angelleine um den Propellerschaft. Eng wie auf einer Angelrutenspule. Anfangs von uns unbemerkt , stellten wir erst vor Anker leichten Ölaustritt (nur Tröpfchen) rund um den Propellerschaft fest. Der Grund war die Fischerleine, die durch die Rotation der Welle die Schnur immer weiter in Richtung Getriebe, durch beide Dichtungsringe aus Gummi hindurch, verschnürte. Dabei wurden nicht nur die Dichtungen, sondern auch leider der Edelstahlschaft der Welle beschädigt. Trotz Dichtungstauschs heuer hatte die Welle scheinbar kleinste Schrammen abbekommen, die von den Dichtungsringen nicht bedeckt werden. Somit kommt beim Betrieb Salzwasser ins Getriebe und mischt sich mit dem Getriebeöl zu einer cremigen, beige Emulsion, die auf Dauer alle Metallteile (das Getriebe) ruinieren würde.

Also lautet der Montags Plan: 

Boot auf den Kran, am Trockenen abstellen, von aussen das Öl ablassen, Schraube abmontieren, Dichtungsring mit Welle herausnehmen und eine neue Welle mit neuen Dichtungen einsetzten. Wenn alles gut organisiert ist, könnte das ganze Manöver in vier Stunden abgeschlossen sein. Das werde ich morgen erfahren. Wenn die Mechaniker hier nicht im griechischen Stil arbeiten 😩, was mir alleine von der telefonischen Kommunikation gar nicht so vorkommt, könnten wir noch Montag Richtung Ibiza segeln. 

Der Wind wäre fein…⛵️

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Unser Abschied von Sardinien war eigentlich nicht wirklich schwer. Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Sommerwochen auf SYMI keine „Buchtelwochen“ sein werden (Ausdruck für das gemütliche Ankern in Buchten mit bequemen kurzen Wegstrecken dazwischen). 

Wir sind in 🇬🇷 gestartet, um SYMI in die Poleposition im westlichen Mittelmeer für den Herbststart auf die Kanaren zu bringen. Dabei müssen wir günstige Wettervorhersagen und Windrichtungen nutzen, um schnell und sicher von A nach B zu kommen. Und so ergab sich bis auf zwei Tage auf den Liparischen und zwei auf den Ägidischen Inseln 🌴 keine Gelegenheit nette Buchten oder das Landesinnere zu erkunden. Ein anderes Mal vielleicht. Aus den gleichen Gründen haben wir jetzt Menorca einfach ausgelassen und steuern direkt auf Mallorca zu. 

Die erste Nachtfahrt von Sardinien weg konnten wir ausschließlich unter Segeln absolvieren. Es gab nicht viel Verkehr. Die Mengen an Schiffen, die man auf den MarineTraffic Seiten sieht sind auf so große Flächen verteilt, dass man fast immer meint, man ist allein auf weiter See. Nur drei Riesenfrachter kreuzten unseren Weg und dabei bekomme ich immer mehr Vertrauen in unser elektronisches Raymarine System. Und ich lerne es zu benutzen und zu verstehen. Sowohl das Radar, dass immer mitläuft, als auch das AIS automatic identification System, zeigen die genauen Begegnungszonen bereits zwei Stunden vorher auf dem Bildschirm an und piepsen und leuchte, bis man die Nachricht quittiert. Ab der ersten Warnung des Computers muss man nur mehr den Kurs des  „gegnerischen Schiffes“ verfolgen (ob er ihn einhält oder eventuell auch weiter abdreht) und irgendwann schiebt sich aus der Dunkelheit eine 300 Meter lange erleuchtete Wand in einem Kilometer Abstand vorbei. Das dumpfe Motorgeräusch brummt noch minutenlang nach. Dann erlischt der Alarm des Computers endgültig und SYMI pflügt weiter, wie seit Stunden, ins Schwarze Nichts vor uns. 

Eine extrem hohe Luftfeuchte in der Nacht war überaus unangenehm. Nicht nur dass sie einem unter die Sitzbacken kriecht, es ist auch das gesamte Boot von einem Wasserfilm überzogen. Das macht es wegen der Rutschgefahr gefährlicher sich bei Arbeiten an Deck zu bewegen.

Die Meerestemperatur liegt bei 27 Grad. In der Nacht konnte ich im Kielwasser der beiden Rümpfe zwei phosphoreszierende Spuren beobachten, die durch Berührung des Bootes mit Leuchtplankton zustande kommt. Sieht aus als fahre man auf bläulich leuchtenden Schienen. 

Am Mittwoch, den 12.7. war der Wind noch immer gut und wir kamen erneut ohne Hilfestellung eines Diesels bis zum Abend durch. 

Um 13:00 Uhr kreuzten wir die italienisch-spanische Seegrenze und wechselten unsere Gastlandflagge am Mast aus. Halbzeit sozusagen. 

Nach acht Motorstunden bei glatter See ging es in eine seglerisch fordernde Nacht. 

Kein Mond, Wind zwischen 18-24 Knoten zum Glück aus N. Ein alter Ostschwell gepaart mit den neuen Windwellen aus N.
SYMI jedenfalls zischte durch die Wellentäler und gut gerefft erreichten wir heute um 12:30 die SO-Ecke Mallorcas.


Jetzt nur noch zum Ankerplatz Cala Trenc und dann ein Sprung ins Türkis 😃👍🏻. 
Die Überfahrt in Zahlen: 304sm, 45 Stunden, Schnitt 6,6kn/h

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Der Aufenthalt auf Sardinien war nicht sehr lange. Da das Wetter leider etwas bewölkt und sehr windig war, haben wir beschlossen weiter zu segeln. Heute um 16:00 Uhr sind wir aus unserer Anker Bucht weg gesegelt, es gibt herrliche 15 Knoten Wind und wir brausen mit sieben Knoten gegen West in die sinkende Sonne.
Es wird eine zwei Tage zwei Nächte Tour und am Ende dieser Etappe ist etwas mehr an der SO-Ecke von Mallorca angesagt. Das macht aber nichts. Somit werden wir erst, wenn wir eine neue spanische Simkarte haben, in diesem Blog weiterschreiben. Bis dahin, wir sind auf dem Meer….

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