Gestern angekommen ankerten wir bei wirklichen 30 Knoten Wind, in Böen auch mehr. Ich vertraue meinem 32 kg Mantus Anker sehr. Und obwohl es pfiff und jaulte waren wir ganz beruhigt über unseren Ankerplatz.


Bevor uns unsere Müdigkeit von der letzten Fahrt nach einem herrlichen Andrea-Dinner mit Orzos & Scampi beim abendlichen Amazon-Videoabend nach 15 Minuten einschlafen lies, überschauten wir die Böen und andere Boote in unserer Bucht und bemerkten eine Yacht an der westlichen Felswand der Bucht, zu der der Wind genau hinblies. Auf den Fotos, die Andrea innerhalb einer Stunde gemacht hat, versank die Yacht komplett auf den, laut elektronischer Seekarte, 5m tiefen Grund. Nur das Rettungsfloß widerstand dem Sinken, riß offensichtlich aus seiner Verankerung, entfaltete sich und trieb nun in der zunehmenden Dunkelheit blinkend über dem versunkenen Wrack. Das war es es ja nun mehr oder weniger, ein Wrack. Ich funkte mit einem dem Wrack am nächsten ankernenden Boot, da ich zuvor auf dem Notrufkanal die italienische Konversation nicht ganz verstanden hatte. Er teilte mit, daß die Küstenwachen verständigt sei, es wären aber von seinem Boot aus beobachtet keine Personen an Bord gesehen worden.
Als es stockfinster war kam schließlich die Gusardia Costiera und beleuchtete die im schweren Seegang an der Felswand versunkene Yacht. Da keine Gefahr für Personen bestand, verlies sie nach einer Stunde wieder die Bucht.
Heute liegt das Wrack noch immer an der selben Stelle, nur der Mast ist zu sehen und die Rettungsinsel schaukelt darüber in den langsam abflauenden Windewellen. Zum Glück kamen keine Menschen zu Schaden. Die Bergung wird wohl erst beginnen, bis der Wind morgen abgeflaut ist.
Facit, das alle Segler kennen: Richtig Ankern ist (über)lebenswichtig.
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Am 6.7.23 um acht Uhr warfen wir die Leine der Boje ins Wasser zurück und ließen Levanzo im Kielwasser. Auf nach Sardinien.
Hier ein paar Gedanken und Fakten zu unserer Vorplanung für die etwas längeren Strecken:
Ich beschäftige mich schon seit Monaten, sind es nicht schon Jahre?? mit der genialen Homepage eines neuseeländischen Unternehmens, das die Strecken,- und Wetterplanung revolutiniert hat. Internetverbindung vorausgesetzt (auf dem Ozean verwendet man die Satellitenleitung) gibt man den gewünschten Abfahrtszeitpunkt ein, klickt noch die möglichen +/- Stunden für frühere oder spätere Abfahrtszeiten dazu und erhält einen achtseitige Vorschlag mit allen Details des Wetters, des Kurses, der Wellenhöhen und sogar der Scherkräfte an Bord für die Reise, sprich, wie fest es uns umananda beideln wird. Dann eben das idealste Wetterfenster innerhalb von 48 Stunden und die idealste Route zum Ziel. Es sprengt diesen Rahmen alle Extras zu beschreiben. Der unten abgebildete Plan zeigt unsere Route, die man dann mit Wegpunkten in die elektronische Seekarte überträgt.


Wir folgten gestern also möglichst genau dieser Strecke, wobei der Anfang eher windarm war und wie angegeben mit Motorbenutzung zu fahren war. Das Navi-Programm führte uns durch möglichst günstige Windzonen, die entlang der Route lagen, um Diesel zu sparen und die Segel nutzen zu können.
Ein Tiefdruckgebiet über N-Afrika etablierte sich gestern und das Navi-Programm führte uns vorsichtig am Ostrand entlang bis Ziel. Die letzten acht Stunden hatten wir guten Wind, von schräg achtern (hinten), ein idealer Kurs. nach 190 sm und 28 Stunden erreichten wir heute die NW-Ecke von Sardinien und ankerten in einer Bucht. Im Programm war die Länge mit 188,7 sm angegeben. Eine tolle Sache:
Leider spielt hier das N-Afrika-Tief gerade den starken Mann. Es fetzten Böen mit 70 km/h auf SYMI und auch der Himmel ist bedeckt. Das Türkis der Bucht ist grau.
Ich werde morgen, denn bis dahin dauert der lästige Starkwind noch, wieder die Basisdaten einprogrammieren und schauen, wann denn die Überfahrt zu den Balearen günstig ist. Wie es derzeit aussieht eher bald, denn ab Donnerstag läßt der „Mistral“ aus dem Rhonetal seine Böen auf das Mittelmeer hinausfegen. Den brauchen wir gar nicht.
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Wir verließen die Vulkaninseln und hatten bei Vollmondlicht eine ruhige Motornachtfahrt, die uns an den westlichsten Inseln der Lipari-Gruppe, Filikudi und Anakudi vorbei paralell zur sizilianischen Nordküste Richtung Westen führte. Palermo ließen wir backbord liegen und erreichten schließlich nach einem wunderbaren Sonnenuntergang am Meer gestern nach 140sm die Insel Levanzo.

Ankerbucht 1, SO-Levanzo

Italien setzt ihr wesentlich schärferes Naturschutz System wirklich um. Willst du in einer Bucht vor Anker gehen oder eine Boje benutzten, mußt du dich vorher auf einer Seite online registrieren. Dort werden alle Bootsdaten, das Vorhandensein eines WC-Tanks usw. abgefragt. Nach Bezahlung von € 32,50.- für 24 Stunden bekommst du eine Bestätigung und darfst dir einen Platz/Boje suchen, falls einer frei ist. Dies ist nicht so einfach, da hier genauso wie auf den Liparischen Inseln viele Ausflugsboote, Schlauchboote und Charterer liegen. Wir fanden einen Platz, etwas dem Schwell ausgesetzt, aber an einer guten Boje.
Und genau dieses strengere Regime scheint sehr positive Auswirkungen zu haben. Beim Schnorcheln begegneten wir wesentlich mehr Fischen und das Wasser wirkt qualitativ klarer und es treiben deutlich weniger Plastikstücke umher als in in good old Greece.
Nach einem herrlichen Abendessen in der Hauptstadt, gings zurück an Bord.

Morgen werden wir das günstige Wind-Wetterfenster nutzen und die zwei Tage geplante Fahrt nach Sardinien antreten. Um 7:00 Uhr gehts los. Wir haben offensichtlich guten Wind und melden uns aus Sardinien…

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