Wir ankern seit gestern auf dem angeblich schönsten Ankerplatz der Insel Lipari, „White Beach“. An der Ostküste, auf einem Sandfleck, der das Wasser türkis leuchten lässt und circa 500 m breit und 1 km lang ist. Durch den NW-Wind eines Tiefdruckgebiets im Norden, haben wir relativ große Wellen, die um die Nordecke der Insel herein rollen.

Und während ich so dasitze und ins türkis Wasser schaue, beobachte ich auch Boote um mich herum und die vielen Wellen, die SYMI wackeln lassen. 

Finanzkrisen sind in Italien offensichtlich nicht en vogue. 

Hier scheint wirklich jeder ein eigenes Motorboot zu besitzen. Unglaublich wie viele kleine, schnelle Boote mit italienischen Kennzeichen es gibt. Die restlichen 50 Segelyachten, vor allem Katamarane, sind segelnde Charterboote, die zu Beginn der neuen Charter Woche am heutigen Sonntag, von ihrer Basis in Nord Sizilien auf die Inselgruppe gesegelt, nein besser, motort sind. Denn Segeln ist bei den meisten Charterkunden nicht wirklich angesagt. 

Seit kurz vor Corona in der Charterindustrie die Marketingidee „Jeder sollte einen Charter machen können-auch als Nichtsegler“. Nachdem seit 2020 in Italien, Kroatien und Griechenland alleine an die 400 neue Katamarane in Dienst gestellt wurden, greifen auch immer mehr Menschen (apropos CO2 Reduktion und Reisescham 🤣) auf diese Angbote zurück. Acht bis zehn Personen chartern eine Woche um wohlfeile 10.000 -14.000 € ein Schiff und fahren damit wie mit dem Campmobil mit dem Motor von Bucht zu Bucht. 

Die Katamarane sind teuer ausgestattet. Bei diesen Wochenpreisen und den saftigen EU Subventionen der letzten Jahre dürfen viele Extras an Bord geboten werden. Kaffee,- und Eiswürfelmaschine, Aircondition, Entsalzungsanlage, es ist alles vorhanden. Auch die Soundanlagen an Bord sind meist überdimensioniert. So lässt es sich gut Party machen und ohne Rücksicht feiern, obwohl dutzende andere nebenan ankern.  Also Volume auf Max und los gehts. Partyyyyyy bis in den Morgen. 

Eine üble Verhaltensweise der „neuen Segler“ bemerke ich vor allem hier in Italien, machte aber auch schon daheim in Griechenland damit Bekanntschaft. Die rücksichtslose Raserei am Ankerplatz. Sowohl in eine Bucht einfahrende Segelyachten als auch Tages,-und Ausflugsschiffe und hier in Lipari besonders die Italiener mit ihren Motorbooten, fahren viel zu schnell und mit einer riesen Heckwelle quer durch das Ankerfeld. Zwischen den Yachten baden und schnorcheln natürlich auch Menschen. Daher ist diese Situation wirklich lebenslebensgefährlich! Entferne dich nie zu weit schwimmend von deiner Yacht. 

Zurück zum Wasser und den Wellen hier. Heute addieren sich die vom Wind erzeugt Nordwellen mit den diversen Heckwellen der Motorboote dazu. Das macht das Ankern zu einer sehr ungemütlichen und wackeligen Sache. 

Heute am 1.7.23 zählte ich an diesem Ankerplatz in Ost-Lipari 52 Yachten. 

4/5 davon Katamarane. Der Rest Einrumpfyachten und Motorboote. 

52 Yachten auf einem Fleck. Irgendwann wird zu wenig Platz vorhanden sein für soviel Boote und Menschen. Die Hauptsaison ist somit ausgerufen! 
Und was tun SYMI und wir?

Wir staunen wie hell heute der Vollmond auf die Bucht leuchtet. Wir werden noch diese Nacht hier verbringen, morgen Früh in den Ort mit dem Dinghy einkaufen fahren und gegen 13:00 Uhr zur Überfahrt nach Westsizilien, zu den „Ägidischen Inseln“, aufbrechen. Dauer 1,5 Tage. 

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Heute erklommen wir den 400 m hohen Vulkan der gleichnamigen Insel (auf den sieben Inseln des liparischen Archipels sind nur zwei aktiv). Der letzte große Ausbruch des Gran Cratere liegt schon mehr als 100 Jahre zurück: von 1888-1890 ist der der Vulkan das letzte mal ausgebrochen. Teile der nahen Ortschaft sowie eine Schwefel- und Alaunmine im Krater wurden dabei zerstört. Der Aufstieg hatte es schon in sich, da der Weg hauptsächlich aus feinkörnigem Sand besteht. Dafür hat man von oben einen großartigen Ausblick in die Kaldera. Aus zahlreichen Fumarolen an der SO-Seite steigt der beißenden Schwefeldampf auf. Und dahinter erstreckt sich die Bucht. 

Der Abstieg ging wesentlich flotter und völlig eingestaubt und versandet sprangen wir dann wieder an Bord von SYMI ins 27 Grad warme Meer. Fotos dazu findest du hier.

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Nach fast 3 Tagen Fahrt haben wir heute nachmittags N-Sizilien, genauer die Semi-Industrie Stadt Milazzo (eine Erdöl Raffinerie und Lagerstätte zieren den Strand) erreicht. Nach den anstrengenden letzten drei Tagen leisten wir uns die Marina und legen an.
Der Wind in diesen letzten Tagen war suboptimal und so mußten wir 85% der Zeit gegenan segeln. Das malträtiert das Boot und den Körper. Zum Teil schleuderte es uns so arg von einer Seite auf die Andere und dann wird man aus dem breitbeinigen Stand in die Luft gehoben, sodaß man sich fühlte wie auf einem Kinder Bob, der eine Buckelpiste hinunterrauscht. Symi gallopierte mit 9 Knoten Speed, rauschte ein Wellental hinunter, aber gleichzeitig versuchten sich quer kommende Kreuzseen unter den Rumpf zu drängen. Das Ergebnis war eine rechts-links-aufwärts-abwärts und Beschleunigungsbewegung . Es war nicht stürmisch, nein, aber die Wellen kamen von wo sie wollten.
Heute Morgen durchkreuzten wir noch unter Motor die kabbelige und strömungsreiche Straße von Messina und lehnen nun beim Passage-Beer herrlich enstspannt im Cockpit und genießen wie ruhig es jetzt in der Marina ist. Vögel zwitschern und Autos fahren vorbei. Landleben eben.
Heute Abend wollen wir noch den berühmten Friedhof hier besuchen. Dort befinden sich einige von unterschiedlichen Zünften errichtete Mausoleen in der Größe von dreistöckigen Häusern. Wir sind gespannt.
Danach gehts nach Downton Milazzo, wo wir natürlich ausgiebig und schön italienisch Essen wollen. Wir habens uns heute wirklich verdient. Kein Souvlaki mit Tsatsiki und einem Choriatiki mehr. Branzino, Spaghetti und andere Köstlichkeiten warten auf uns… und dann wird es eine ruhige, stille Nacht sein an Bord.
Morgen werden wir noch Einkaufen gehen, denn auf den liparischen Inseln, die wir morgen anlaufen wollen, wird die Auswahl wohl nicht größer sein als hier. Und dann heißt es wieder Leinen los, weil wir sind nicht bereit nochmals geschmalzene 120.-€ pro Nacht hier zu bezahlen . . .

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