SYMI ist gut und sicher in Almerimar festgemacht und wir sind für den August auf Landurlaub in Wien. Anfang September wird es weitergehen. Noch sind nicht alle technischen Probleme gelöst, der Wassermacher braucht eine neue Membran und die Motoren kleine Verbesserungen und von zu Hause habe ich die Möglichkeit all diese Dinge zu bestellen. Wie ich die in meiner Tasche im Flugzeug unterbringen werde bereitet mir noch etwas Sorgen… Unseren Plan, wie es weitergeht findest du hier.
Nach einer ruhigen Abfahrt von Murcia hatten wir das tolle Erlebnis drei Grindwale vor unserem Bug zu beobachten. Sie sind viel größer als Delfine und pechschwarz.
Die Nachtfahrt verlief sehr angenehm und ruhig mit einer einzigen Störung um 4:00 Uhr morgens. Ich erschrak wirklich heftig als mich bei meiner Fahrt durch die dunklen Wellen aus dem schwarzen Nichts plötzlich ein Scheinwerfer anleuchtete. Ich erkenne, nachdem ich meine Hand wie gegen Sonnenstrahlen vor die Stirn hielt im grellen Licht, ein großes Küstenwachboot. Es umkreiste SYMI mit hoher Geschwindigkeit, leuchtete dabei jeden Winkel bei mir an Bord aus, schaltet den Scheinwerfer plötzlich aus und verschwand im Dunkeln Richtung Hafen von San Jose. Kein Funkspruch, nichts. Hier werden täglich Drogen von Marokko nach Spanien transportiert und die Polizei ist stets bereit. Um 12:00 mittags erreichten wir schließlich die Marina Almerimar, checkten ein und wurden freundlichst auf unseren Platz begleitet. Hier wird SYMI auf unsere Rückkehr im September warten. Untypisch für die hiesigen Sitten, aber von Hunger getrieben, genossen wir schon um 🕖 ein köstliches Abendessen. Morgen ist Ruhetag, Montag muss ich noch ein paar technische Dinge klären und Dienstag gehts ab nach Hause. Uns geht es gut und wir sind glücklich und ein bissl stolz, die mehr als 2000sm (3700km) ohne grobe Zwischenfälle hinter uns gebracht zu haben. Man sieht sich in Wien 😉. ✈️
Gestern sind wir den Weg von Formentera ans spanische Festland gesegelt, besser gesagt motort. Der angesagte Wind entpuppte sich als Lüfterl und machte den Einsatz des Motors notwendig. Positivum: er funktioniert wieder 🤩. Die Propellerwelle ist dicht und das Getriebeöl blieb sauber. Ausser Fischerbooten begegneten wir keinem anderen Segelboot, im Grunde eine eher langweilige Fahrt.
Gut berechnet erreichten wir knapp vor Einbruch der Dunkelheit die Hafeneinfahrt von MURCIA.
Murcia „Marina“
schlichen dann in einen scheinbar vor Jahren geplanten Hafen, der nie fertig gestellt wurde. Nur die Metallwände, die schon ziemlich verrostet die Umrandung des geplanten Hafens erahnen ließen waren vorhanden.Wir ankerten in einem 3m seichten Becken und es war königliche Ruhe. Keine Wellen, nur ein leichter, warmer Luftzug. Genau das, was man nach einem Tag auf See und nach den unruhigen Ankerplätzen der letzten Woche braucht. Ich genehmigte mir den letzten Schluck griechischen Ouzos (die Flasche muss verdunstet sein in der Hitze🤭), wir leerten eine Packung griechischer Bakerolls und es wurde uns bewusst, langsam gehen uns die griechischen Vorräte zur Neige, die Getränke aus Hellas sind aus und unsere Logge (auf seemännisch Kilometerzähler) zeigt 2024 sm. Griechenland ist jetzt schon weit weg.
Beim Erwachen heute morgen zeigte sich die Wirklichkeit des Ortes. Schönheitspreis würde er nicht bekommen. Aber wir waren ja auch im „Neu“-Hafenbereich. Denn Murcia Stadt ist die 7. grösste Stadt in Spanien und eine bedeutende Universitätsstadt mit 600.000 Einwohnern. Bereits von Römern, Arabern und Mauren wegen des grossen Flusses, der hier mündet beliebt. Im Mittelalter erlebte sie die typischen Kriege und Streitereien. Sogar Napoleon schaute 1710 hier belagernd vorbei. Heute um 11:00 Uhr ging es Anker auf und wir begeben uns auf die letzte Strecken zur Marina Almerimar, in der SYMI bis September geparkt wird. Wir werden am 1.8. nach Wien fliegen und freuen uns schon auf die Heimat😜.