Wegen einer 180 Grad Drehung des Windes haben wir SYMI gestern auf die Westseite des dünnen Landstriches im Süden der Insel Formentera verlegt. Genau auf einen Sandfleck vor der „Blue Bar“.
Wir hatten zwar noch immer richtig große Dünung aus Westen (noch von den Winden der Vortage) aber lagen fast alleine an diesem Ort. Bei den angesagten anderen Ankerplätzen drängten sich, laut MarineTraffic App, wie immer alle aneinander. Das ließen wir aus und nahmen lieber den Schwell und ein wenig Wackeln in Kauf, dafür fast alleine.
Heute genießen wir etwas kühlere Temperaturen um die 28 Grad, ich führte einige Filterreinigungsarbeiten durch und abends sollte ein Anlanden mit unserem Dinghy am Strand trocken möglich sein. (Gestern war es unmöglich- siehe Foto).
Ankerplatz SW Formentera
Es gibt dann hoffen wir gutes Essen im Restaurant.
Die Nacht wird etwas kürzer werden, da die Abfahrt ans spanische Festland am Donnerstag um 04:00 Uhr geplant ist. So kommen wir vor Einbruch der Dunkelheit nach „La Murcia“.
Ein Tiefdruckgebiet über Ostspanien, welches in Österreich heute Abkühlung bringt, schaufelt fleissig feuchte Luft und somit Wolken übers südwestliche Mittelmeer nach Italien. Darum sitzen wir auf SYMI seit wir Mallorca verlassen haben unter einer feucht-grauen Wolkendecke. Ohne Sonne erscheint das Meer dunkel und sogar die sandigsten, bei Sonnenschein karibisch türkis leuchtenden Ankerspots liegen derzeit unter einer grün-schwarzen Decke. soviel zum Wetter. Warum schreibe ich das? Wir segelten gestern mit Vorfreude auf das „Karibikerlebnis“ von Mallorca los, aber erlebten beim Ankern an der SW-Küste leider nur farbloses Meer. Dafür aber unglaublich viele Boote. Alle Arten, vom Schlaucherl bis zur Megayacht. Vom Ausflugsdampfer bis zur modernen 60 und mehr Meter messenden Segelyacht.
Unser Entschluss war angesichts dieses Wetters heute morgen gefasst. Wir versuchen es, Formenteras Küsten zu erkunden. Leider ist die Sonne noch immer verborgen und die Wetterprognose sagt mehr Wind in der Nacht an. Also ist ein sicherer Ankerplatz jetzt das Wichtigste.
Grüne Boote, die sich zusammengerottet haben..
So zischten wir bei herrlichem Wind und fast wellenlos (weil durch Palmador abgedeckt) mit SYMI auf Halbwindkurs mit 8 Knoten und mehr Richtung Süden, die Ostküste hinunter. Vorbei an unübertrieben 100 geankerten Yachten, die sich alle eng an eng an den (heute nicht) türkis Stränden von N-Formentera zusammengerottet haben und ankerten in der SO Bucht. Bei Es Calo. Hier sind wir in bester Gesellschaft gelandet.
Keine 300 Meter entfernt steht das „Beiboot“ namens Nebula, auf dem gerade ein gelber Heli gelandet ist. Es gehört zum Mutterschiff „Moonrise“ (100m lang) des ukrainisch-amerikanischen Milliardärs Jan Koum. Er ist Mitbegründer von WhatsApp. und so ein Zufall, er hat noch nichts vor heute Abend. Ich muss jetzt schließen, weil Jan zum Essen rüber kommt und der Retsina noch nicht kalt ist. Wahrscheinlich werden sie ihn vom Heli abseilen müssen, weil auf unserem Helipad steht derzeit das Standup Paddleboard.
Sie arbeiten wirklich anders als die Griechen. Gestern haben die spanischen Mechaniker fein säuberlich die Propeller-Wellen vermessen und geschallt. Es mussten schließlich, wie erwartet, wegen der zahlreichen Kratzer im Metall neue Wellen eingebaut werden. Das hätte ich gleich im April machen sollen😝.
Dazu kamen neue Dichtungen und frisches Getriebeöl und schon stand der 900 t Kran vor dem Boot, um uns Zwergerl ins Wasser zurück zu heben.
Fast kam ich mir lächerlich vor, da die Gurten so breit waren und für Yachten mit 50 Metern Länge ausgelegt waren. Aber SYMI hing sicher und war gestern Nachmittag wieder in ihrem Element.
Wir verbrachten noch eine Nacht im Hotel in Palma und heute um 10:00 ging’s wieder los. Von Palma nach Süden in Richtung Andtrax. Im Schlepptau hängten sich drei Sportkajaks an unsere Heckwelle und kamen somit sicher aus dem Hafen. Sah lustig aus.
Noch sind wir am Weg und wissen noch nicht welche Bucht es wird. Eines ist fix, morgen machen wir die 75sm Tour bis Ibiza. 😉 Wie wunderbar, dass alles wieder läuft!