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SAILINGSYMI

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Herzlich Willkommen zurück auf unser Blogportal. Ich möchte Dir heute über unsere Abenteuer rund um Orlando berichten.
Symi war sicher an einer Boje der Titusville Marina verankert und ein Mietwagen schnell gemietet. Es sind gut 100 km von der Ostküste bis nach Orlando. 85 Meilen Speed Limit, vier bis sechsspurige Straßen, die sehr intelligent geführt werden. Keine Spur hat hier ein abruptes Ende als Abbiege oder Auffahrtspur. Die Spuren sind so gebaut, dass niemand, wie bei uns, aus Angst auf die Abbiegespur zu geraten, immer auf dem Mittelstreifen fährt. Alle sind diszipliniert und es enstehen weniger Staus. Für Autofanatiker ist es hier das Eldorado: Lastwagen von Peterbuilt und MAC oder SUV in der Größe von Wiens Citybussen brummen sanft an dir vorbei.
In Orlando war ich zuletzt vor 20 Jahren. Es hat sich auch stark verändert. Die kleinen Seen, grossen Wiesen und Sümpfe rund um die Highways sind fast alle verschwunden und zubetoniert worden. Meine Erinnerungen an Orte – Einkaufsmalls – dann wieder Landschaft über Kilometer – Orte – Landschaft usw sind nun zu einem einzigen, großen, belebten Ortsgebiet verschmolzen.

Wir buchten uns in einem Hotel der Universal Gruppe ein, was den Vorteil hatte, dass wir in der Früh mit einem Shuttlebus schon eine Stunde vor der Parkeröffnung eingelassen wurden. Da es von den Universal Hotels acht an der Zahl gibt, waren ein paar hundert andere Gäste natürlich ebenso früh dran wie wir. Das war ja zu erwarten. Am Eingang genügt nicht das Ticket alleine, ein Fingerabdruck muß dazu abgegeben werden. Amerika wie es leibt und lebt. Wir eilten dann sofort ins Land von Harry Potter, da dort tagsüber die längsten Wartezeiten zu erwarten sind.
Ich möchte Dich hier nicht mit Details zu jeder Attraktion langweilen, eines muss aber gesagt werden: unser Besuch der Parks war eine aufregende und perfekte Aneinanderreihung von mystischen, technisch ausgereizten und von der Präsentation her einmaligen Erlebnissen. Zur Sperrstunde waren wir bereits 13 Stunden vor Ort und waren fast 16 km zu Fuß unterwegs. Da freut man sich auf sein Bett.

Hogwarths

Der nächste Tag war ein Ruhetag am Hotelpool, zum Kräftesammeln für den dritten Tag dann in Disneyworld.
Auch das Disney-Imperium ist gewachsen und man bräuchte eine Wochenkarte, um alle Plätze zu besuchen. Dem Cinderella Land haben sich sechs neue Abenteuerplätze dazu gesellt. Wir pickten uns vorher die Rosinen heraus und liefen dann von einer Attraktion zur nächsten. Die Wartezeiten konnten bei den beliebtesten Fahrgeschäften schon mal 80 Minuten sein, aber mittels App alles planbar. Auch hier waren es wunderbare Erlebnisse, allen voran das Thema „Avatar“, daß eine verblüffend realistische Reise in das Land der blauen Wesen bietet.
Allgemein allerdings merkt man den Disney Parks ihre Jahre an. Ich würde deswegen einen ⭐️ abziehen. Disneyworld ist nicht mehr so perfekt, wie Universal Studios.

Universal und die Disney Parks werden im Durchschnitt täglich von jeweils von 55.000 Menschen besucht. Man kann es am Besten als ein Treiben lassen mit den in permanenter Bewegung befindlichen Menschenmassen beschreiben, von einer Attraktion zur nächsten, berieselt durch passende Filmmusik aus versteckten Lautsprechern am Wegesrand und eingehüllt in den Duft frischer Popcorn. Ein einzigartiges Erlenbis, dass ich mir nach dem letzten Besuch 2006 mit meinen Kindern, wirklich nochmals gewünscht hatte. Andrea brauchte an den Tagen davor und auf dem Weg nach Orlando noch Überzeugung. Ihre Skepsis, wie sich wohl die G-Kräfte einer Hochschaubahn auf sie und ihre Innereien auswirken würden, war groß. Kaum aber hatten wir die Erste Fahrt absolviert, war alles wie fortgeblasen. „Machen wir als nächstes …. „, forderte sie danach schon eine weitere, schnellere und höhere Bahn. Ein voller Erfolg und wenn es beiden gefällt, ist es wie beim Sonnenuntergang, zu zweit ist alles schöner.

Da wir auf SYMI in unserem eigenen, fast menschenleeren Universum leben und wir Viren und Bakterien bei uns meist den Zutritt verwehren, haben sich in den Orlando Parks offensichtlich das „Who is Who“ der Krankheitserreger auf Haltegriffen, Türschnallen und Wartezeunen festgeklebt. Mit Infektionsgarantie !
Und prompt schlugen sie bei mir zu. Am Tag nach Mickey Mouse plagte mich hohes Fieber, Schüttelfrost und Husten mit eitriger Bronchitis. Ein paar Tage im Bett waren also die Strafe für die zügellosen Ausschweifungen an diesen amerikanischen Orten der Hochkultur. Alles hat eben seinen Preis.

Zum Glück funktionierte das gewählte Antibiotikum aus meinem Medizinschrank und bald war ich wieder bereit mit Andrea die letzte Attraktion bei Titusville zu besuchen. Cape Canaveral.

Gleich am Morgen startete Space X eine Falcon9 🚀 mit riesen Brummen und Geräuschen, wie bei einem Megafeuerwerk. Wir konnten es von SYMI’s Vordeck beobachten. (Entschuldigung für die schlechte Fotoqualität).
Dann gings mit einem Uber, der hier wirklich überall günstig zu haben ist, zum Eingang des Kennedy Space Centers. Uns führte ein 78-jähriger Uber Fahrer. Hier in den USA verdienen, oder besser müssen sich ältere Menschen zu ihrer meist niedrigen Pension bis ins hohe Alter Geld dazu verdienen, in Wien wäre dies sicher ein Skandal. Man muß sich nur die Schlagzeile dazu vorstellen: 80 jähriger Taxilenker fährt in seiner Freizeit Uber… Der nette Herr erklärte uns, daß das Zubrot ein Positivum für ihn ist, dass er aber die Abwechslung liebt und es durchaus schätzt zwei Tage der Woche Uber zu fahren und nicht zu Hause zu sitzen.
Das Space Center hat wirklich tolle Ausstellungen. Raketen, Kapseln und und die gute alte Atlantis sind wirklich Highlights. Bei der Bustour durch das Areal kommt man sowohl bei der größten Montagehalle der Welt vorbei, als auch bei Elon Musks SpaceX Fabrik. Wer natürlich vor Ort nicht fehlen darf ist Jeff Bezos mit seiner privaten Firma „Blue Origin“, die auch ein paar Hallen für sein privates Raumfahrtprogramm in Cape Canaveral gemietet hat.

Meine Bronchitis wurde besser und daher beschlossen wir, unsere ICW Tour weiter in nördliche Richtung fortzusetzen. Nächstes Ziel 8 Stunden entfernt: Daytona Beach.
Berühmter Ort der NASCAR Autorennen. Bei unserer Ankunft öffnete sich der Himmel und ein starkes Gewitter mit Tropenregen verhinderte jeglichen Kontakt mit dem Land.

Morgens mussten wir recht früh los, um die nächste Flußetappe zu schaffen. Trotz des Studierens der aktuellen Tidenpläne, bekommt man häufig an Flußgabelungen oder seichten Stellen plötzlich Gegenstrom und wird dann unfreiwillig auf die halbe Geschwindigkeit heruntergebremst. Die Flußtiefe liegt zwischen 1,8 und 4 Metern. An stark schlängelnden Kurven fielen uns einige Segel und Motorboote als stille Zeugen auf, daß man bei dieser Flußfahrt vollste Konzentration walten zu lassen hat. Verlasse niemals die vorgegebene Fahrrinne.

Die Ufer sind zum Großteil besiedelt. Man findet dort die typischen hohen Stege mit einem Motorboot darauf hochgehievt und dahinter das Einfamilienhaus mit einer großen US-Flagge. Die Verandas sind meist in Mosquito sichere Volieren mit Mückenschutz umgebaut. Denn abends kommen sie aus ihren Verstecken, die Biester.

Gegen 18:00 Uhr erreichten wir schließlich Saint Augustine. Der Stolz der Amerikaner, denn 1565 wurde diese Siedlung durch ankommende Spanier begründet und gilt somit als älteste Stadt der USA. Die berühmten Gebäude hier liegen alle in der Innenstadt und wirken irgendwie überrestauriert. Fast wie in Disneyworld. Ein altes Fort, ein Hotel im spanisch, kolonialistischem Stil um das Jahr 1888 gebaut und vor 50 Jahren zu einem College umgewidmet sind hier fix mit dem Namen des Ölmillionärs und Anteilhaber der Eastern Railways Henry M. Flagler verbunden. Auf der anderen Seite des Hauptplatzes liegt das zweite Großhotel, erbaut am Ende des 18.Jahrhunderts von Otto Lightner. Er erkannte wie Flagler das Potential dieses auch im Winter relativ gemäßigten Klimas und zusammen wurden diese Hotels als Winterzuflucht für reiche New Yorker geplant. Gleich dazu baute Flagler die Eisenbahnstrecke von Tür zu Tür aus und führte sie dann sogar bis Miami weiter. Saint Augustine erfreute sich bis in die 50-er Jahre als Kurort der East Coast Reichen und ist heute dank seines Status als „älteste Stadt der USA“ immer noch Touristenattraktion.

Am 2.6.25 ging es nun endlich hinaus aus St. Augustine und wieder auf den Atlantik. Die Strecke, die wir bis zur Flußeinfahrt nach Savannah/Georgia zurückzulegen hatten, war auf offener See bei leichtem Wind wesentlich einfacher als auf dem immer geschlängelteren Fluß des ICW.
Nach einer Nacht und 220 km erreichten wir gestern das Flußdelta, durch welches wir nach 25 Kilometern Fahrt mit der Tide den namensgebenden Ort Savannah erreichten.
Zum Sonnenaufgang begleiteten uns große Tümmler. Immer wieder ein nettes Erlebnis.

Schönheitspreis gibt es für den Anlegesteg am Hauptplatz keinen, auch der Regen verdarb uns die Lust auf Sightseeing am Vormittag, aber nun klart es auf und wir werden in die Stadt spazieren. Also Details gibt es das nächste Mal.
Nächstes Ziel ist morgen Charleston.


Allerbeste Wünsche von Bord Symi
Bleibt gesund

Reading time: 7 min

Ahoi und einen schönen Tag wünsche ich Euch aus Cape Canaveral. USA.

Nach dem Landausflug für Zoll und Einklarierung im Regen, kehrten wir zu Symi an Bord zurück und mussten eine weitere Nacht bei teilweise wirklich extremen Regengüssen, zum Glück ohne Gewitter, in Westpalm Beach im Hafen verbringen. Hafen ist nicht ganz die richtige Beschreibung. Besser wäre: ein breiter Kanal. Florida ist an seiner Ostküste mit fast durchgehenden 0,5 bis 3 km breiten Inseln vom Atlantik abgeschirmt. Diese sind zum Beispiel bei Miami künstlich angelegt, weiter nördlich schmäler, aber natürlich. Zwischen dem Festland und den Inseln läuft der Intracoastal Waterway (ICW) dessen Struktur ich dir hier erklären will.

Die Idee eines durchgehenden Wasserwegs entlang der Ostküste entstand bereits im frühen 19. Jahrhundert, um eine sichere und effiziente Transportroute von Nord nach Süd zu schaffen. Er ist eine rund 4.800 Kilometer lange geschützte Wasserstraße entlang der Atlantik- und Golfküste der USA. In Florida spielt er eine bedeutende Rolle für die Binnenschifffahrt, den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung der Küstenregionen. Der Ausbau des ICW begann 1880 mit der Gründung der Florida Coast Line Canal & Transportation Company. Diese private Gesellschaft baute bis 1912 ein 500 Kilometer langes Kanalsystems von Jacksonville bis Miami.
Ab 1929 übernahm der US-Kongress die Kontrolle über den Wasserweg und übertrug die Verantwortung für den Ausbau und die Wartung an das U.S. Army Corps of Engineers. Ab dem Zweiten Weltkrieg hatte der ICW strategische Hintergründe.
Die Bedrohung durch deutsche U-Boote entlang der Atlantikküste machte eine sichere, küstennahe Transportroute für militärische und kommerzielle Schiffe erforderlich. Der ICW ermöglichte es, Güter und Truppen effizient und geschützt entlang der Küste zu bewegen. Heute dient der ICW sowohl kommerziellen als auch Freizeitaktivitäten. Er verbindet wichtige Städte wie Jacksonville, Miami und Fort Lauderdale und bietet eine sichere Route für Boote und Yachten ohne auf dem Atlantik zu segeln. Der ICW Wasserweg ist Teil einer “Great Loop” genannten Schiffsroute, bei der man mit einer Motor- oder Segelyacht (wegen der vielen Brücken ohne Mast) von Miami nach New York, durch die großen Seen bei Ottawa in Kanada vorbei in den Mississippi nach Süden in den Golf von Mexiko und schließlich durch einen weiteren Kanal von der Westküste Floridas bis Miami zurück kommt. Für Interessierte hier der Link zur Tour ICW.
Wir müssen heuer „nur“ bis Washington DC kommen.
Mir war es während unserer Reise in der Karibik und Bahamas gar nicht bewusst, wie sehr sich in einem halben Jahr durchgehend auf dem Boot und auf See unterwegs die eigene Wahrnehmung schärft und man sich an Ruhe und Abgeschiedenheit gewöhnt hat, ja sie auch, wenn es mal eng und laut wird am Ankerplatz, herbeisehnt. Das Ohr nimmt Lärm lauter wahr, die Nase registriert jede kleinste Auspufffahne eines Mopeds, das an Land vorbeifährt, wesentlich intensiver und unsere Augen waren mehr oder weniger auf die Farbe Türkis eingestellt. Das Türkis oder Türkisgrün beruhigend wirkt konnte ich jahrelang in diversen OP-Sälen miterleben. Aber das Türkis des Meeres ist mir um vieles lieber.
Bis auf den Motorenlärm anderer Boote und die eventuell vom lokalen Restaurant herüber wehenden Küchengerüche waren unsere Sinne offen und frei. Die beliebten Wochenend-Karaoke-Nächte nimmt man genauso hin wie den manchmal lärmenden Nachbarn, der zum Sonnenuntergang seine Boots Stereoanlage ausreizt.
Was passierte nun mit mir, als wir in West Palm Beach ankerten: in meinem Bett liegend, nahm ich beim Einschlafen wahr, das ein auffälliges Brummen um mich war. Eine Art Lärmglocke, die man örtlich nicht festlegen konnte. Es war ein Gemisch aus Autos, Industrie, Hafen, Geräusche von Schleppern und Kreuzfahrtschiffen, von entfernt passierenden Zügen und nicht zu vergessen, den zahlreichen Kleinflugzeugen, die hier in Florida herumfliegen wie zu Hause die Tauben.
Man spürt, hört, riecht, daß die Stadt, die einen umgibt, lebt und pulsiert. Auch die Lichtverschmutzung fällt sofort auf. Es wird in diesem Hafenteil nie ganz dunkel und Sterne schauen ist somit vorbei.
Dieses Pulsieren und Brummen waren etwas, dass ich in den letzten Monaten völlig vergessen hatte. Bei der Erledigung der Zollpapiere und dem damit verbundenen Spaziergang an Land, vorbei am Terminal des Kreuzfahrt Unternehmens MSC, das in der Größe einem Flughafen Graz alle Ehre macht, komme ich mir in der Hektik des Hafenbetriebs irgendwie fremd oder wie am falschen Ort vor. Es kam mir wirklich die Frage in den Sinn, wie denn eine so große Stadt mit ihren vielen Einwohnern und Einrichtungen überhaupt funktionieren kann.
Ich war schon an die ruhige, kleine Welt gewöhnt. Hatte ich wirklich vergessen, dass es selbstverständlich ist, dass alle Menschen ihrer Arbeit nachgehen und jede Stadt und jedes Unternehmen seine Ordnung hat nach Protokollen, die tagtäglich aufs Neue ablaufen. Ich war nicht auf dem Mond und auch nicht in der Südsee, aber ich war weit genug weg von Trubel und Hektik der großen Städte. Dies war jetzt vorbei, das war uns von Anfang an bei der Planung der USA Reise bewusst. Am nächsten Morgen weckte uns Sonnenschein und beim Rundgang um das Bootsdeck, bemerkte ich den nächsten Beweis für die Rückkehr in die Zivilisation. Mit dem starken Regen haben sich offensichtlich Metallpartikel auf dem Boot niedergelassen und die gesamte weiße Decksoberfläche mit braunen Spuren bedeckt. Zuerst dachte ich noch, ich wische es mit dem feuchten Finger weg, musste aber dann mit schwereren Gerät anrücken, einem französischen Spezial Entroster (natürlich biologisch abbaubar). Andrea und ich verbrachten mindestens 4 Stunden, ausgestattet mit je einem kleinen Borstenpinsel, um die sicherlich 200 Roststellen einzeln zu betupfen und nachträglich mit klarem Süßwasser. abzuspülen. Anders war dem Rost nicht beizukommen und wenn man ihn nicht entfernt, würde er ewig auf dem Deck sitzen und sich einbrennen. Woher diese Eisenmoleküle kamen, werden wir nie erfahren.

West Palm Beach

Schleunigst verließen wir mit SYMI diesen lauten Hafen und segelten an der Außenseite der Küste bis zur nächsten Einfahrt nordwärts. Durch einen Kanal ging’s zu einem verschlafenen typisch amerikanischen Nest namens Manatee Pocket. Leider war dies nur der Name „Seekuh Nest“. Wir bekamen an unserer Boje leider keines dieser so tollpatschig wirkenden lieben Tiere zu Gesicht. Wir hoffen aber weiterhin auf eine Begegnung.
Da unsere Vorräte bereits zur Neige gingen, besuchten wir einen Supermarkt. Auch hier findet man das ewige amerikanische Motto. Alles ist XXL. Die Auswahl und Markenvielfalt überwältigte uns wiedermal. Obst, Gemüse, Käse und Wurst Serials und Milchsorten in 3,5 Liter Plastikflaschen. Low, 1%, 2%, high fat or no fat. Nach den Minimärkten der Exumas waren wir begeistert von dieser XXL Auswahl. Cheese Balls kauften wir keine!

XXL Cheese Balls

Von dieser Marina ging es dann ganz gemütlich mit 5-6 kn den ICW weiter nach Norden. Mehr als acht Stunden und somit ca. 40 sm kann man pro Tag nicht schaffen und außerdem gibt es fast die ganze Zeit Grundstücke und Häuser zu bestaunen, die rechts und links, wie teure Villen an Wörthersees Ufern liegen.
Dazwischen passierten wir sicher ein halbes Dutzend fest gebaute hohe Autobahnbrücken. Sowohl auf der Seekarte als auch vor der Brücke ist die Durchfahrtshöhe beschrieben. Es sind alle 65 Fuß hoch. SYMI’s Mast hat mit Antenne eine Höhe von 59 Fuß.
Daher hatten wir bei der ersten Durchfahrt etwas Bammel, als das aber hinter uns lag, schauten wir bei den weiteren Brücken nicht mal mehr hinauf zum Masttop.

Delfine und Schildkröten schwimmen dazwischen und auf den Fahrkanal Betonnungszeichen sitzen Fregattvögel, Seeadler oder Pelikane.

SYMI am See unterwegs

Der ICW ist manchmal abwechslungsreich, manchmal etwas langweilig. Zu einem langweiligen Teilstück gehört jener Teil, der von seiner Größe durchaus dem Neusiedlersee entsprechen könnte. Tiefe rundherum nur 70cm, in der eher schmalen Fahrrinne aber 2m tief.
Wir passierten dann die Orte Vero Beach und Palm Beach und nahmen uns schließlich genau gegenüber der großen Montagehalle von Cape Canaveral eine Mooringboje. Titusville heißt der Ort.

Unser Plan ist für fünf Tage einen Mietwagen zu nehmen, das Boot an der Boje zu lassen und Richtung Orlando zu fahren. Die Themenparks warten…
Pass gut auf auf Dich und bis demnächst
Pauli von Bord SYMI (größere Fotos findest Du hier)

Reading time: 7 min

Ahoi und Willkommen zu einem kurzen Update von uns.
Ich möchte es gerne einmal sagen:
Ein herzliches Dankeschön an unsere treue Leserschaft unserer Blogs.

Nachdem wir unsere lieben Freunde in Nassau abgesetzt hatten, verließen wir diesen unwirtlich Ort sehr rasch und segelten eine große Strecke bis in die östlichen Abaco Inseln. Die Abacos bilden einen Bogen und die nordöstliche Begrenzung der Bahamas. Da sie häufig von Hurrikans heim gesucht wurden, ist die Infrastruktur dort nicht aufregend. Es gibt einige wenige Orte, wie zum Beispiel Hope Town, an denen Amerikaner ihre Häuschen gebaut haben und Hotelanlagen liegen. Der Großteil der Inseln ist wenig bis gar nicht bewohnt.
Hope Town ist außerdem für den angeblich weltweit letzten mit Kerosin betriebenen aktiven Leuchturm bekannt. Ein sympathischer Ort, wie aus dem amerikanischen Bilderbuch.

In Fox Town, wo sich wirklich Möwe und Fisch gute Nacht sagen, landeten wir mit dem Dinghy am Steg an und gingen zum einzigen Restaurant vor Ort für ein akzeptables Frühdinner. Abgesehen von der freundlichen Besitzerin und einigen Barbesuchern lehnte auf der Terrasse ein völlig verwahrloster Einheimischer, der wie ein Zombie ins Leere starrte. Crystal Meth ist in diesem Ort scheinbar sehr beliebt. Auf den Straßen irrten noch weitere Gestalten herum, sodaß wir schließlich feststellten, dass man in Fox Town nachts besser nicht unterwegs sein sollte.

Das Essen war gut und am nächsten Tag überquerten wir die Bahama Bank zu der einsamen Insel „Sales Cay“, ankerten dort noch eine Nacht und fuhren schließlich am Samstag über die Grand Bahama Bank bis West End. Der Name sagt alles. Es ist die nordwestlichste Siedlung auf der Insel Great Bahama.

Außer einer Marina und einigen Häusern und der für uns wichtigen Ausreisebehörde gibt es dort nichts. Obwohl nichts, stimmt gar nicht. Da wir in der elektronischen Seekarte den Eintrag einer „Marina Ruine“ fanden, interessierte uns was wohl hinter diesem Ausdruck stecken mag. Wir googelten, dass Anfang der Zweitausender Jahre ein amerikanisches Investoren Konsortium hier ein 4,9 Milliarden Dollar Projekt für eine Hotelanlage der Superlative geplant hatte. Es sollte neben zwei 18-Loch Golfplätzen, ein Hotel in der Größe des Schlosses Versailles bieten, weiters Restaurants, Kino, Shopping Malls, Marinas und anderes.

Die Vorarbeiten begannen, aber nach nur wenigen Jahren, in denen lediglich die Wasserkanäle und der Airport vorbereitet waren, mussten die Investoren wegen Zahlungsunfähigkeit und Schulden das Gesamtprojekt abbrechen. Das Stück Land ging an die Regierung zurück. Die Homepage und Beschreibung dieses megalomanen Projekts steht wirklich als Symbol für den scheinbar grenzenlosen Bauwahn dieser Welt. Ein kurzer Klick auf den Link zahlt sich aus. Man traut seinen Augen nicht, was Planung war und was wir als Realität der Umsetzung sahen.
Da der Wellengang und der Wind an der Küste recht stark waren und die Marina 170 $ für eine Nacht verrechnen würde, entschlossen wir uns in die Ruine hinein zu fahren. Die Einfahrt und der Kanal waren 5 Meter tief, die Wände an der Seite betoniert und mit Steinen belegt. Unglaublich teuer ausgeführte Arbeiten dachten wir, die teilweise schon wieder von der Natur zurück erobert wurde. Symi verankerten wir an einer breiteren Stelle im Kanal und nach dem Abstellen der Motoren hörten wir nur ein paar Vögel zwitschern. Die Wellen im Inneren waren kaum spürbar und es herrschte eine Ruhe, wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt hatten.

Dieser Zustand der Ruhe währte nur kurz, da wir zu Fuß bis 17:00 Uhr die circa 4 km entfernten Marina mit dem Büro der Zollbehörde erreichen mussten. Also rein ins Beiboot und in einem Seitenkanal möglichst nahe an den Flughafen heranfahren, das Boot an einem Stein fest gemacht und dann ging’s zu Fuß weiter. Hinein in ein seltsam verlorenes Projektgebiet. Eine wie in Stronachs „Fontana“ ausgebaute Straße mit fertiger und bereits kaputter Straßenbeleuchtung und Hydranten entlang. Die Bauplätze für die vorgesehenen Villen waren bereits planiert und die Strom und Wasseranschlüsse verrosteten alle 50 m vor sich hin. Beim Durchqueren dieser Anlage hatten wir das Gefühl, in einer Dokumentation über die Erde nach einem Atomkrieg zu sein. Völlig menschenleere Gegend, der Wind rauschte in den Nadelbäumen, die sich die Fusswege teilweise zurückerobert haben. Abgefallene Nadeln knirschen unter meinen Schuhen. Keiner kehrt hier mehr den Boden. Etwas später passierten wir ein altes Schild, dass zwei Golf Pros zeigte und den Eingang dieser Anlage schmücken sollte, aber zu einem traurigen Anblick verkam. Wie rasch sich alles ändern kann.

Auf dem dort eigens errichteten Flughafen parkten zwei kleine Maschinen, Menschen waren keine zu sehen.
Als wir der Marina näher kamen, passierten wir ein paar bewohnte Ferienhäuser, die aber scheinbar zum Marina Komplex gehörten. Sowohl Marina als auch die Häuser in der Umgebung boten einen eher tristen Anblick.
Das Ausklarieren war rasch erledigt und wir sparzierten die 3,6 Kilometer durch dieses unheimliche Gebiet wieder zurück und fuhren mit dem Beiboot durch den Kanal zu Symi zurück.
Wir haben nun die Bahmas hinter uns gelassen. Mehr als zwei herrliche Monate durften wir dort verbringen. Rund 1500 km kreuzten wir im Türkis umher und es war wirklich exzeptionell schön, sodass uns der Abschied nicht leicht fällt.
Wir wollten auf keinen Fall in der Ghost Town Marina mehrere Tage wegen schlechten Wetters hängen bleiben und da wir unseren Reisezeitplan, der sich nach dem Beginn der Hurrikan Saison, aber auch nach unserer Segelpause im Juli mit Heimatbesuch richtet, einhalten wollen, beschlossen wir am Muttertag-Sonntag, trotz prognostizierter 20-26 Kn Wind aus Südost, die Überfahrt nach Florida zu starten. Ein zweites Reff im Großsegel und schon gings in Richtung Golfstrom und West Palm Beach dahin.

Was ist der Golfstrom, magst du jetzt sagen.
Der Golfstrom ist eine starke, derzeit 29 Grad warme Meeresströmung im Westatlantik, die warmes Wasser aus der Karibik entlang Mexiko, der Ostküste Nordamerikas nordostwärts bis nach Europa transportiert. Er ist für das relativ warme Wetter in Europa (ohne ihn wäre es in Europa wesentlich kühler) verantwortlich. Der Strom schiebt sich wie ein riesiges Band, bis zu 200 km breit und mit einer Geschwindikeit bis zu 6 km/h nach Norden und später an Grönland vorbei Richtung Ost.
Beim Überqueren mit dem Boot bei viel Wind aus Nord bilden sich große gefährliche Wellen (Strömung gegen Wind), die eine Überfahrt sehr riskant machen können. Wir fuhren gestern bei 20 Knoten Südostwind los. Das ist eine gute Windrichtung. Beim Navigieren muss man darauf achten, daß durch den starken nördlich treibenden Strom, ein Zielpunkt nie direkt angefahren werden kann. Der Strom würde deinen Ankunftsort um gute 10km nach Norden versetzen. Um also unser Ziel – Palm Beach – nicht zu verfehlen, mußte ich den Kurs um gute 30° vorhalten und SYMI’s Bug in Richtung Boca Raton ausrichten. Mit dem AIS (grüne Bootssymbole von Fahrzeugen in der Umgebung) sah ich auch seltsame Gefährte. Ich bin schon nahe der USA, dachte ich (roter Kreis).

Obwohl es flott dahin ging fühlten sich die Wellen und das Wasser auf dem wir segelten anders und sehr unruhig an. Ich möchte mir, dachte ich, hier niemals bei Nordwind segeln. Nach acht Stunden steuerte ich in den breiten Einfahrtskanal von West Palm Beach hinein. Wir ankerten mitten im Flussbecken des riesigen Hafens. Starke Tidenströmungen und viel Wind ließen SYMI am Anker ziemlich zappeln. Aber alles war gut gelaufen. Ich mußte nun per US-App der Homeland Security die digitale Anmeldung vornehmen. Zum Glück hatte ich alle Boots- und Personedaten bereits vor Monaten in den US-Virgins eingegeben und nach ein paar Minuten erhielten wir per SMS die Nachricht, daß wir registriert waren, aber Montag beim CPB Officer des Einwanderungsbüros des Hafens vorsprechen müßten und Fingerabdrücke abgeben sollten. Ein normales Verfahren. Dann fielen wir recht müde ins Bett.
Heute morgen regnete es und wir setzten mit dem Dinghy zum Hafenamt über und durch einen freundlichen Zollbeamten erhielten wir nach zehn MInuten unsere Cruising-Lizenz für SYMI für ein Jahr in amerikanischen Gewässern und mit den Worten: „Welcome to the US, guys“ verabschiedete sich der Beamte. 36.- Dollar Fee war zu berappen. Bürokratie kostet eben.


Wie es mit SYMI und uns im Intracoastal Waterway weitergeht, was der ICW überhaupt ist und welche Pläne wir bis zum Saisonende Mitte Juli haben. Bleib bitte dran, ich werde berichten.

Mach’s gut und Ahoi von Bord SYMI
Pauli und Andrea

Reading time: 7 min
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