Liebe Leser von SailingSymi,

nach fast 6 Wochen auf São Miguel haben wir nun seit Sonntag meine Tochter Anna mit an Bord. Sie wird uns bis Ende Juli auf dem Weg nach Gibraltar begleiten und wir freuen uns sehr über ihre Gesellschaft.
Wir haben es mit ihr nochmals geschafft, in einem Tag bei sonnigstem Wetter mit einem Mietwagen die fast gesamte Insel zu umrunden. Danacherledigten wir den Einkauf im großen Supermarkt, um frisches Obst, Gemüse und Milch zu bunkern.
Auf den Azoren muss sich jedes Boot nach der Ankunft bei den Behörden anmelden und bei Abfahrt auch wieder ausklarieren. Eine Bescheinigung der Marina muss man sich im Marina Büro abholen. Dort wurde Anna als neues Crewmitglied auf die Crewliste geschrieben.
Gestern Abend gönnten wir uns noch ein asiatisches Abendessen mit WM-Spiel.
Heute, am 15.7.26, tankten wir gleich um 8:30 Uhr 210 Liter Diesel, die wir seit der Abreise aus den USA verbraucht hatten, nach und machten uns auf den 55sm Weg zur äußersten, südöstlichsten Azoreninsel „Santa Maria“.
Bei Flaute und wenig Wellen ging es 9 Stunden mit Motor dahin. In der Ferne passierten wir eine Schule von Risso-Delfinen, die aber wenig Interesse an uns zeigten. Mit meiner Schulter geht es wieder ein Stückchen besser, großartige Kraftakte aber vermeide ich. Segeln jedenfalls, kann ich zum Glück problemlos.
Alle Systeme funktionieren nun wieder. Das Radar, der Wassermacher, die Wäschewaschmaschine und – ich will es ja nicht verschreien- auch der Rest der Technik. Das kann sich, wie ich aus Erfahrung weiss, in wenigen Augenblicken wieder ändern. . .
Ich warf die Angel aus und wir schleppten unseren knallgelben Köder stundenlang hinterher. Aber, wie bereits auf dem gesamten Atlantiktrip, hat leider kein Fisch angebissen.
Dafür hießen uns Delfine kurz vor der Ankunft herzlich willkommen.

Der Hafen dieser kleinen Insel ist an der Südwestseite und riesige, gut 15 Meter hohe Wellenbrecher zeugen davon, wie gewaltig der Atlantik hier vom Süden her, vor allem im Winter, an diese Küste anbranden kann. Nur eine Yacht ankerte vor dem Hafen in dem kleinen Einschnitt. Zwar ist die Marina nur bis 17:00 Uhr besetzt, die Einfahrt aber ist offen. Wir versuchten unser Glück, schlüpften durhdie Enge Moleneinfahrt hindurch und machten mit SYMI längsseits am Steg fest. in der Marina ist es nun komplett ruhig. Andrea kochte ein herrliches Spargelrisotto und nachdem wir das spannende Ende des Matches Argentinien gegen England gesehen hatte, genossen wir das warme Abendessen bei einem Glas Wein.
Ich werde morgen früh gleich im Büro vorsprechen und unsere unangemeldete Ankunft beichten gehen.
Für Donnerstag planen wir eine kleine Besichtigungstour per Taxi.
Je nach Wetterbericht morgen, werden wir entweder noch am Abend oder Freitag zeitig amm Morgen ablegen und uns auf die sechs Tage Tour in Richtung Gibraltar begeben. Prognostiziert sind zwei Tage Flaute, gefolgt von schönen nördlichen Winden bis zum Ziel. Da in den letzten vier Tagen neuerlich von vier Attacken durch Orcas in der Nähe von Barbate berichtet wurde, möchte ich den sicheren Weg wählen und als ersten Zielort Portimao anlaufen, um von dort in Tagesetappen nach Gibraltar zu segeln.

HINWEIS:

Während der Überfahrt werde ich täglich auf der Seite „Tracking Symi“ mit Kurzblogs berichten. Dazu kannst Du entweder den mittleren Menükasten auf der Homepage klicken oder im Menü den Punkt „wo wir sind/Globus klicken“ wählen.
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