6. Dezember 2023. In ca. 2 Stunden werden wir Mindelo verlassen, rechts abbiegen und dann 13 Tage auf der Autobahn 2100sm nach Westen segeln.

Ich werde in der Rubrik Wo wir sind 🌏 Kurznachrichten posten, aber keine Blogs.

Wie alle hier sagen: „See you on the other side“.

🙏🏼🌏⛵️

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Unser Abfahrtstermin heute hat sich nun doch verschoben.

Die Gründe dafür liegen sowohl bei SYMI’s Wassermacher, zu dessen Dichtungsreparatur bis heute kein Mechaniker aufgetaucht ist. Die lokalen Zeit und Pünktlichkeitsnormen erinnern hier sehr an Griechenland. „Avrio“ oder doch übermorgen „mesavrio“? „Nein“, sagte der deutsche Leiter des Marina Reparatur Services, „Senor César kommt nicht mehr heute sondern erst Mittwoch zu euch. So zwischen 8:30 Uhr und 10:30, dass weiß man hier nie so genau. Aber morgen seid ihr dran!“ Wir warten lieber ab, denn mit defektem Wassermacher 13 Tage auf See ist mir eine zu unsichere Sache.

Der zweite Grund, dass es besser ist morgen abzulegen, ist der Darminfekt von Ferdi und jetzt auch Nini. Ich nehme an, er stammt aus dem Restaurant gestern Abend. Er ist nicht so heftig wie „Montezumas Rache“ aber beide liegen derzeit lieber faul in ihren Kojen und schlafen sich gesund.

Von den Behörden sind wir bereits offiziell von den Kap Verden abgemeldet und sollten die Inseln innerhalb von 48 Stunden verlassen.

Also hoffe ich auf morgen und eine gelungene Reparatur und dann geht es nachmittags wirklich los.

Das Wetter ist in den nächsten Tagen ziemlich gleich und somit habe ich keine wirklichen Präferenzen.

Dran bleiben …

Beste Grüße von Bord an Euch alle 🌏⛵️

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Unter Motor liefen wir mit fünf Knoten durch die letzte Nacht. Große, lange Atlantikwellen rollten regelmäßig unter unserem Boot hindurch um es nach Sekunden danach wieder ins Wellental hinunter zu lassen. Eine angenehme Bewegung. Der Vollmond der ersten drei Nächte hatte sich verschmälert und ging erst gegen 2:00 Uhr Nacht auf. Trotzdem beleuchtete er noch den friedlichen Ozean. Noch in der Dunkelheit erkannten wir die Lichter der Insel São Vicente und da der Wind etwas auffrischte setzten wir die Segel und liefen dann bei morgen Licht in die große Bucht von Mindelo ein.

Dann war nur mehr ein kleiner Slalom durch die Anke und BOOTE bis zur Einfahrt der Marine notwendig, wir meldeten uns per Funk an und wurden zu unserem Platz am Steg geführt.
Anlegen, und dann nach acht Tagen. Das erste Mal auf einem festen Steg springen, war ein gutes Gefühl.
In diesem Arena liegen 120 Yachten, die alle vorhaben, in den nächsten Tagen und Wochen nach Westen zu Segeln. Auf jedem Boot wird gebastelt und geschraubt, überall freundliche, lächelnde Gesichter. Immer wieder hört man Hupen und Rufen, um einem auslaufenden Schiff und deren Mannschaft „Au revoir, Bon voyage“ zu wünschen.
Am Ende des Steges befindet sich die Marinabar mit Tischen und angenehmer Musik. Bevor wir noch die bürokratischen Hürden absolvierten, gönnten wir vier uns dort ein Bier.

Die Kapverdischen Inseln sind ein sehr armes Land, dass aber ausschließlich fröhliche und positive Einwohner hat, der Durchschnittslohn liegt hier bei 110 € pro Monat. Das ist auch der Grund, warum beim Ausgang der Marine viele Einheimische auf Segler warten, die eine Taxifahrt um die Insel, T-shirts oder oder eine Unterwasserreinigung des Bootes brauchen. Segler und Kreuzfahrtschiffe sind neben normalen Touristen, glaube ich das einzige Einkommen, das auf diesen Inseln für einige einheimische einträglich ist.
Ein schon etwas komisches Gefühl, plötzlich wieder von Auspuffgerüchen und laut Hupen vorbeifahrenden Bussen und Autos umgeben zu sein. Allein der intensive Geruch sagt einem, dass man längere Zeit nur in guter Luft unterwegs war.
Um hier einzureisen, muss man sich bei der Hafen Polizei melden, dort seine Bootspapiere abgeben, die man bei der Abfahrt wieder zurück erhält (hoffentlich). Dies dauerte circa 1 Stunde, da auch andere Sieger dort warteten. Danach ging es zu um Immigration Office, wo ein Stempel in den Pass gedrückt wird und schon sind wir offiziell im Staate Kap Verden einklariert.
Da es während der gesamten Überfahrt keine technischen Probleme gab, ahnte ich, dass irgendetwas auf mich warten würde. Diesmal eine Dichtung an der Hochdruckleitung unseres Wassermachers, dessen Pumpe ich gerade in Lanzarote ausgetauscht hatte, und der blendend funktionierte. Ich werde ihn zerlegen und nach dem Rechten sehen.
Nachmittags ging es dann in die Stadt, wo wir durch die eher leeren Straßen, die von bunten Häusern gesäumt werden durchspazierten. Viele streunende Hunde liegen auf dem Gehsteigen, es gibt wenig Geschäfte. Während 2 Stunden spazieren gehen, wurden wir dreimal angebettelt. Leider ist die Armut hier sehr groß. Trotzdem spürt man den Positivismus der Menschen, die eine Mischung aus den Kulturkreise Afrikas, Spaniens, Portugals und der Karibik sind, also genetisch und im Grunde ihrer Einstellung fröhliche Menschen. Auch wenn sie hier in Armut leben müssen.
Die Automodelle sind durchwegs aus den achtziger Jahren. Fahrräder gibt es kaum, die Busse sind mindestens so alt wie meine Kinder.
Und so schlenderten wir durch den afrikanischen Gemüsemarkt, erkundigten uns wie ein Waschsalon hier funktioniert und kehrten dann in einem Restaurant ein.

Tische auf der Straße, Temperatur 24°, es fühlt sich an wie im Sommer in Griechenland.
In fast jedem besseren Restaurant gibt es Livemusik, etwas, was diese Insel prägt ist die Musik und die Gitarren. Ein Mann erzählte uns, dass es für die Menschen hier unmöglich ist, Essen ohne live Musik zu genießen. Die Musik gehört dazu, wie das Salz in der Suppe.
Die Preise im Restaurant sind gehoben, obwohl das Restaurant keine gehobene Kategorie ist. Drei Hauptspeisen und sechs Getränke und schon sind 70 € weg.
Dafür kostet ein Taxi nur zwei Euro, egal in welche Richtung man fährt.
Mir tat das Essen mit den Shrimps- Spaghetti scheinbar nicht gut, in der Nacht gurgelte es in meinem Bauch und den heutigen Tag wollte ich mich nicht gerne vom Boot wegbegeben.
Zum Zeitpunkt dieses Blogs am Samstagabend geht es aber wieder aufwärts.
Heute gehen wir essen und werden morgen den Supermarkt aufsuchen, um Proviant zu kaufen. Am Montag sollte ich mit einem Techniker den Wassermacher zerlegen und uns bei den Behörden abmelden, da wir Dienstag planen, los zu fahren.
Von meinem Nachbarn am Steg hörte ich den guten Satz, fahre aus der Bucht dann nach rechts und immer geradeaus. Dann kommst du in die Karibik, das wollen wir am Dienstag tun. Wir werden uns von unterwegs per Position und Blog immer wieder melden.
Beste Grüße von Bord an Euch alle, daheim im Schnee.

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