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BLOGS KARIBIK 2024 & 25

Wer wir sind

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SAILINGSYMI

Alle Filme chronologisch geordnet

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Herzlich Willkommen zum neuen SYMI Blog.

Wir verließen also die kleine Stadt Beaufort zeitig am Morgen. Das Gebiet in North Carolina, das wir zu durchfahren hatten ist fast überall Wildnis mit einer Ausdehnung von ungefähr 300×300 Kilometern. Vereinzelt gibt es zwar Orte, die durch Straßen verbunden sind, in Wahrheit aber ist es ein riesiger Naturpark. Als Vergleich fällt mir hier der Naturpark Lobau, nahe bei Wien ein. Nur die Größenordnung ist etwas anders – einfach USA. Der Wasserweg führt manchmal über breite Kanäle, manchmal wird es im natürlichen Flußbett etwas enger. Zur Abwechslung liegen verbindende, große, sehr seichte Seen dazwischen. Die Tiefen dort betragen etwa 60-80 cm. Sie sehen aber aus wie gewaltig große Seen. Sie zu durchfahren bedarf großer Sorgfalt, da nur zwei Meter neben der Fahrrinne ein plötzlicher Stop mit Steckenbleiben im Sand vorprogrammiert ist. Zwei Mal sind wir trotzdem aufgelaufen, konnten uns aber zum Glück mit beiden Motoren im Rückwärtsgang selbst befreien. Hier Schlepphilfe zu bekommen wäre nicht so einfach.
Es ist für jeden etwas dabei. Wir fuhren meist mit nur einem Motor (den Zweiten kann man zur Diesel Ersparnis ruhen lassen) und genossen auch so manchen Tag ohne Sonne dahin zu tuckern.
An den Ufern gibt es immer etwas zu sehen, man hört Vögel, Grillen, sieht am Ufer Sandläufer, Silberreiher und ist von der Weite der Landschaft fasziniert.
Der vorausgesagte 17:00 Uhr Regenguss war pünktlich da und mit geschlossenen Fenstern in unserem Steuerhaus war es gemütlich die letzten Seemeilen bis zum ersten Übernachtungsplatz zurückzulegen.

Belhaven klingt bedeutender als es ist. 1400 Einwohner, eine kleine Marina und ein paar Wohnhäuser, die am Wasser stehen sind alles, was es hier zu sehen gibt. Da es auch nach dem dunkel werden weiter regnet und Andrea ein wunderbares Abendessen gekocht hatte, kam es uns gar nicht in den Sinn, diesen Ort näher zu inspizieren.
Wir gingen früh schlafen und ließen uns durch den aufs Deck trommelnden Regen und über das Boot ziehenden Windböen in den Schlaf wiegen.
Um die maximalen Meilen pro Tag zu erreichen, ging der Anker bei Sonnenschein um 7:00 Uhr hoch, und wir setzten die Flussfahrt fort.

Obwohl wir es erhofft hatten im Alligator River endlich einem wilden Alligator zu begegnen, ging dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Man kann in der Dämmerung Rehe sehen, Seeadler umkreisten uns aber keine Reptilien.

Wir schlängelten uns den Fluss weiter in nördliche Richtung und ab und zu quert eine Autobrücke den Weg. Je weiter es nach Norden ging umso seltener wurden die bequemen 40m hohen Durchfahrtsbrücken und umso häufiger gab es Dreh-oder Klappbrücken. Die Durchfahrt bedarf eines standardisierten Prozederes.
Einen Kilometer vor der Brücke ist es in North Carolina der Funkkanal 13 mit dem man den Brückenwärter anruft und um eine Öffnung bittet. Die Wärter sind ausgesprochen höfliche Menschen, die Stimmen klingen meist älter, angeblich tun einigen Kriegsveteranen diesen Dienst. Sie antworten dir sofort, daß du deine Geschwindigkeit beibehalten sollst und bis zum Eintreffen bei der Brücke, wird sie offen sein. Und so funktionierte es auch.
Kaum hatte ich das Funkgerät weggelegt, hörte man schon die Glocken für die Schranken auf der Straße läuten, die Autos stoppten und mit fünf Mal Hupen drehte sich das 50 Meter Brückenstück um 90 Grad und SYMI glitt durch dei Durchfahrt hindurch, per Funk heißt es dann von mir, „SYMI has passed, thank you for the opening and have a great day“. Freundlich kommt es dann zurück „Safe Journey, SYMI“.
Drei Brücken öffneten nur zur vollen Stunde, was man dann mit in die Geschwindigkeit einkalkulieren muss, um pünktlich vor Ort zu sein.

Drehbrücke beim Öffnen

Teile des ICW sind zum Teil durch Bauarbeiten künstlich verbunden. Das bemerkten wir, als wir in den 48km langen schnurgeraden Kanal einbogen. Hier gab es keine Ausfahrt, keine Raststätte oder Parkplatz. Wie auf dem Drohnenfoto unten ersichtlich war rund um uns nur Natur, kilometerweit, bis zum Horizont.
An den Ufern nur die Reste des immer wiederkehrenden Ausbaggerns, damit der Kanal nicht zuwächst und versandet. Eine Sysiphus Arbeit.
Am Ende des Kanals mussten wir noch einen kleinen See durchqueren, eine Drehbrücke zur Öffnung auffordern und endlich bogen wir, schon in der Dämmerung in einen Seitenarm ab. Der Wind hatte zugenommen und schob uns mit dem Vorsegel kräftig voran. Kaum waren wir abseits der markierten Straße, bemerkten wir Hunderte von kleinen Bojen, die hier in langen Reihen zum Krabbenfang ausgelegt werden. Es glich einem Slalom durch dieses Bojenfeld, zum Glück war noch etwas Licht. Ankern, Andrea kochte ein gutes Abendmahl und wie bei Seglern üblich, 21:00 Uhr ist Sailor’s Midnight.

SYMI auf der 48 km Autobahn

Tagwache um 7:00 Uhr. Weiter geht’s.
Ein See von gut 30 km mußte überquert werden. Der 20 Meter breite Kanal, der mit roten und grünen Stehern gut markiert ist führte uns hindurch.
Die heimischen Seeadler hier haben sich diese Markierungspfähle (mit gratis Nachtlicht) als Nistplätze ausgesucht. Dutzende Steher sind bewohnt und die Mieter hocken am Nestrand und füttern ihre Küken. Das laute Piepsen der Kleinen ist weit zu hören.
Da es wieder zu regnen drohte und wir uns nach der Überquerung in einem weiteren Kanal befanden und nirgendwo „wild“ ankern hätten können, gönnten wir uns einen längseits Liegeplatz im nächsten Dorf namens Coinjock. Kaum längseits am Steg festgemacht entlud sich ein starkes Gewitter über uns. Der Regen sollte bis zum Morgen nicht mehr nachlassen.
Unser Hunger aber trieb uns mit Schirm und Regenjacke in das an der Mole befindliche Beisl. Nach diesem 11 Stunden Tag blieb unsere Küche kalt.

Auch hier präsentierte man uns das immer gleiche Menü:
Burger, Crabcake, Steak, Cesars Salad, french Fries und Pizza.
Ganz allgemein stellten wir nach diesen Wochen nicht mehr die Frage „warum“ hier so viele Menschen dick sind. Es war für uns, seit wir in West Palm Beach losgefahren sind unmöglich, ein Restaurant mit gesunden Speisen zu finden. Wir fuhren natürlich eine Hauptverkehrsader ab und der Vergleich mit Landgasthäusern in Österreich drängt sich auf.
Bei dieser Standard Speiseauswahl ist es für die Bevölkerung nicht einfach sich gesund ernähren. Das macht wirklich nachdenklich. Die Supermärkte haben zwar viel frisches Gemüse und Obst aber gleichzeitig extrem schlechte Fertignahrung in den Tiefkühlern. Sprichst du mit den Menschen, sagen viele, daß es abends viel einfacher wäre ein „Fertig Gericht“ in die Mikrowelle zu schieben, als zu kochen. So ist das eben in great America.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit sonnigem Wetter und wir begaben uns wieder auf die Piste.
Wir schlängelten uns weiter durch den North Landing River und überquerten gegen Mittag die Landesgrenze zu Virginia. Punkt zwei Uhr öffnete die nächste Drehbrücke und wir hatten noch vier Minuten bis dorthin zu fahren. Auch das war kein Problem, ich funkte den Wärter an, er möge doch etwas Geduld haben und die Brücke für SYMI offen halten. Ich erwähnte es schon, höflich und mit ruhiger tiefer Stimme gab er zurück: „Captain, no worries, I keep the traffic blocked and my bridge open until you are through“, und so war es dann auch. Ein Boot, dachte ich, ist hier wichtiger als 200 Autos, die brav hinter den Schranken warteten.
Für die letzte Nacht machten wir an einem Steg vor der einzigen Schleuse des ICW fest. Ruhiges Wetter, spiegelglattes Wasser und nur eine Schildkröte und zwei Enten kamen zu Besuch. Mehr war hier nicht los. Darum schliefen wir tief und fest.

Punkt 10:00 ertönte das Horn der Highwaybrücke und wir schlüpften unten durch. Danach rückten auch die anderen wartenden fünf Yachten in der Schleusenkammer, die gleich danach folgte, zusammen und es ging 60cm hinunter in den Elizabeth River, der uns die letzte Etappe bis Norfolk trug. Ab da sind die Ufer von Industrie gesäumt. Kräne, Kohlelager, Raffinerien und viele Schleppkähne und Werften sind zu sehen.
Die letzte anzufunkende Brücke war eine technisch ganz Besondere. Eine Hebebrücke, die den 6 spurigen Fahrbahnteil bis auf 40 Meter Höhe anhob. Das Timing war wieder perfekt, die Autos warteten und SYMI düste unten durch.

Hebebrücke Highway Interstate 168 vor Norfolk

Jetzt war es vorbei mit der Natur und es wurde städtisch. Wir „betraten“ den weltweit größten Marinestützpunkt und Hafen. Klar wurde uns das bald. Wir passierten die Trockendocks von sage und schreibe zwei Flugzeugträgern und fünf Schlachtschiffen. Marineakademie, Kräne und eine eigene Raffinerie mit Treibstofflagern sind mit eingeschlossen.
Privatboote dürfen sich den Navy Einrichtungen nicht mehr als 200 Meter annähern. Man sollte also beim Fahren im Kanal darauf achten, sich auf Abstand zu halten. Die Stadt Norfolk hat 280.000 Einwohner. Die Hälfte dient hier wahrscheinlich der Navy. Die Stadt ist beidseits des Ufers angelegt. Im Westen die Altstadt und im Osten eine enorm wachsende, moderne Neustadt.
Genau dazwischen bildet der Fluss eine Bucht, die „Hospital Bay“, die ein idealer Ankerplatz ist. Hier ließen wir den Anker fallen.
Unsere Freunde vom Segelboot Enja empfahlen uns den Besuch des Museums und des Museumsschiffes USS Wisconsin. Gesagt getan, mit dem Beiboot querten wir den Fluss, machten es an einer öffentlichen Mole fest und bestiegen eines der größten ausgemusterten Kriegsschiffe, die die USA je gebaut hat.
Fast 300 m lang, ausgestattet mit Cruise Missiles und zwei Dreierdecksgeschützen mit 40cm ! Kaliber. Damit schossen sie über 30 km weit. Die USS Wisconsin diente im 2. WK und zuletzt beim Unternehmen „Desert Storm“ im Irak. Seit 1991 ist sie außer Dienst und ein Museum. Auch für uns Zwei als überzeugte Pazifisten war der Besuch beeindruckend. Kriegschiffe, stellten wir danach fest, haben wir jetzt genug besucht. Da wir uns müde fühlten, die Nachmittagshitze über der Stadt glühte, sparzierten wir zu einer fast menschenleeren Mall in der Nähe und setzten uns in ein Kino. Wir waren bis auf vier andere Besucher alleine. „Drachenzähmen leicht gemacht“ war angesagt. Die Sitze waren weich und bequem, es war kühl und wir waren seit acht Monaten nicht mehr im Kino. Grooooßartiges Gefühl.

Dann aber rasch aufs Boot zurück, weil sich ein riesen Gewitter angesagt hatte. Blitze zuckten um uns und der Wind frischte stürmisch auf. Wir zogen die Jalousien zu und hatten es an Bord gemütlich.
In Norfolk, vor unserem Ankerplatz war die ICW Markierung mit dem 0-Kilometer Schild. Wir hatten es also geschafft. Wir waren jetzt von West-Palm-Beach bis Norfolk gereist. Gesamtzeit fünf Wochen und 3415 km. Das Foto zeigt SYMI’s Weg.

Die Zeit tickt für uns. Der Krantag wird Mitte Juli sein und dann soll SYMI am Trockenen stehen. Die Abbauarbeiten und das Vorbereiten an Bord beginnen und jeder Bootsbesitzer weiß, wie lange die abzuarbeitenden Listen sind. Da wir nur 180 km südlich von Washington DC parken werden und der Winter hier streng sein kann, müssen wir SYMI auch gegen Frost und Schnee wappnen. Es wartet also viel Arbeit in den nächsten drei Wochen auf uns.
Bis zum Kranen wollen wir noch etwas in der Küstengegend von Chesapeake Bay (die gesamt über 300 km lang ist) herumhängen und uns die „historischen Plätze“ ansehen.

Wie immer wünschen wir Dir alles Gute.
Bis demnächst und beste Grüße von Bord.

Reading time: 9 min

Seit Jahren hörte ich im Text eines Liedes einer meiner Lieblingssänger über eine Autofahrt im Winter von NewYork nach Savannah. Dort war es warm und schön, in NYC war Winter. Werde ich Savannah irgenwann wirklich besuchen und nachsehen, ob es ein netter Ort ist? Mit dem Boot war es möglich.
Hier übrigens hier ist der Spotify-Link zu dem sehr netten Song „Under the Sun

Die Pier von Savannah ist schmutzig, es strömt der gleichnamige Fluss wie ein Wildbach mit gut 5 km/h einmal hin und nach sechs Stunden retour.
Savannah besitzt einen der größten Containerschiffs Häfen der USA.

Dies wurde uns schon bei der Anfahrt zur Stadt bewusst, als uns ein chinesisches rosafarbenes Containerschiff der Reederei „ONE“ überholte. Auch an unserem Anlegeplatz war kaum Ruhe zu finden. Weitere Containerriesen, eskortiert von Hafenschleppern vorne, seitlich und hinten, bewegten sich von ihrem Umschlaghafen in Richtung Meer direkt an SYMI vorbei. Somit war die Nacht nicht besonders ruhig für uns.

Am nächsten Tag schaute die Sonne aus den Wolken hervor und wir beschlossen, SYMI alleine ihren Stress am Fluß verarbeiten zu lassen und eine kleine Stadttour zu unternehmen. Savanna bietet Touristen und Einheimischen gratis Autobusse, die als zwei Linien durch die Stadt fahren. Wir stiegen beim größten Park der Stadt aus und spazierten durch die breiten, wunderbar angelegten Straßen. Großzügige, teure Häuser in englischem Stil säumen die Straßen. Die Straßenverläufe werden immer wieder durch kleine Parks mit alten hohen Bäumen unterbrochen. Wie in England bilden die Häuser hier die Umrandung, den Square.

Savannah ist eine schöne und sichere Stadt, stellen wir fest.
Am Fluss wurden alte Lagerhallen vor Jahren zu einem Shopping-Hotel-Freizeit Areal ausgebaut. Dort genossen wir ein Bier und ließen uns in einem typischen Restaurant etwas verwöhnen.
Zwei Nächte an der Mole ist das Maximum, mehr ist nicht erlaubt und darum verließen wir im Morgengrauen diese Stadt und fuhren den Fluss gut 20 km bis zum Meer zurück.
Der Wind war günstig, wir setzten die Segel und erreichten nach guten 11 Stunden die Flußeinfahrt nach Charleston.
Charleston:
Von den Briten gegründet und nach dem damaligen König Charles benannt hat diese Stadt ihren eigenen netten Charme. Meist einstöckige Häuser und sehr saubere Straßen prägen das Bild.

Auf diesen Ort habe ich mich schon länger gefreut, da er das Kind in mir weckte.
Direkt neben unserem Ankerplatz stehen zwei Museumsschiffe der amerikanischen Marine. Der Flugzeugträger „Yorktown“ und die Fregatte „USS Laffey“. Beide Schiffe wurden Ende der Dreißigerjahre gebaut und gegen 1970 ausgemustert. Neben Filmen auf Monitoren ist das Schiffsleben von damals sehr gut nachgestellt und beschrieben. Die USS Laffey war sowohl am D-Day in der Normandie als auch im Pazifikkrieg gegen die Japaner dabei. Der Flugzeugträger hatte Einsätze im WK2 und in den 60er Jahren als Ubootjagd Basisschiff gegen die damalige UdSSR.

Insgesamt verbrachten wir drei Stunden in und auf diesen beiden Kriegsschiffen und waren vom Erlebnis sehr beeindruckt.
Ein Einkaufsbummel am nächsten Tag rundete unseren Besuch von Charleston ab.
Der Intracoastal Kanal rief und wir starteten wieder mit Sonnenaufgang. Das Landschaftsbild hatte sich geändert, große Bäume stehen nun an den Ufern im Wasser und haben besondere, dicke Wurzeln ausgebildet. Man sieht keine Delfine mehr, Seeadler kreisen mit Gekreisch über den Nestern, in denen die hungrigen Jungen sitzen. Vereinzelt gibt es Grundstücke, die bebaut sind, alle 10 km ist ein Steg, an dem ein paar Motorboote hängen und eine Tank Möglichkeit gibt es dort auch.

War der ICW Kanal von Miami nordwärts zuerst fast gerade gebaut und lediglich von Einfamilienhäusern gesäumt, befahren wir nun einen geschlängelten Fluss. Trotz des Tidenkalenders (eine App, die dir für jeden Ort an der Ostküste und für jede Uhrzeit den Wasserstand anzeigen kann) den ich benutze, dreht die Strömung in diesen Gewässern so oft, dass es fast unmöglich ist, zu prognostizieren, wann wir mit und wann gegen eine Strömung fahren. Segelboote sind wenige unterwegs, häufiger sind es kleine Motorboote und kleine Motor Yachten, die sehr diszipliniert über Funk anfragen, wenn sie dich überholen wollen („SYMI this is STARFISH, I am coming up on Port side for a slow pass“) was dann meist auch mit sehr wenig Wellen und freundlichem Winken gut funktioniert.
Das Bootsleben läuft auf den Wasserwegen generell sehr diszipliniert ab. Seid George Town haben wir heute wirklich dichteste Wälder und es fühlt sich wie eine Flussfahrt auf dem Amazonas an. Die Temperatur und Feuchtigkeit würde schon dazu passen.
Da abends Gewitter angesagt waren und wir nach über 40 Seemeilen und neun Stunden Fahrt etwas müde waren, fanden wir in einem seichten Seitenarm des Hauptflusses einen Ankerplatz.
Im ICW gilt ganz allgemein, dass du überall ankern darfst, wo es nicht explizit verboten ist. In unserem Fall war es ein Zufahrtsweg zu einer kleinen Stadt namens Calabash. Nur wenige Meter neben der mit Pfälen beschilderten „Straße“ wackelte es anfangs noch ein wenig, wenn uns Fischer und Ausflugsboote passierten, als der Himmel aber dann schwarz wurde und ein Wolkenbruch auf uns niederging und Ruhe im Bootsverkehr einkehrte, wurde es richtig idyllisch hier. Unser Mantus Anker verschmolz mit dem Schlick und hielt perfekt. Mir ist bei der Wahl des Ankerplatzes wichtig, daß wenig Welle und Strömung an SYMIs Anker herumreißen. An diesem Ort blies zwar Wind, aber es gab durch den Schutz einer kleinen Schilfinsel vor uns keine Windwellen. Und während der Regen auf das Dach prasselte genossen wir ein warmes Abendessen mit einer Flasche Rotwein, den ich noch aus Saint Martin‘s Reserve Kiste entnahm.
Am nächsten Morgen machten wir uns wieder um sieben Uhr auf den Weg. Es ging weiter durch den Kanal, wieder entlang 100 ter Häuser mit 1000den von Motorbootsstegen, unter Brücken durch bis wir die Südost Ecke der großen Bucht erreichten, das Cape Fear. Bei Blitz und Donner und Gegenströmung hatten wir noch gute zwei Stunden bis zu einem sicheren und ruhigen Platz zur Übernachtung. Bevor es dunkel wurde erledigte ich noch ein, zwei Reparaturen am Mast. Das Licht an der Mastspitze hatte offensichtlich einen Wackelkontakt und musste mit Kontaktspray wieder leuchtend gemacht werden. Beim Abstieg von 19 Metern tauschte ich noch die Dampferlicht LED aus. Jetzt funktionierten alle Beleuchtungsvorschriften wieder.
Es dämmerte noch als die Abfahrt zur nächsten Etappe begann. Wir durchquerten auf dem Atlantik die große Onslow Bay. Endlich setzten wir wieder Mal die Segel und mit einem Schnitt von 7,2 Kn. Erreichten wir gegen 18:30 Uhr die wilde, schaukelige Hafeneinfahrt von Beaufort. Auf den Fahrwasser Markierungsbojen sitzen meist Pelikane und schaukeln in den Wellen.

Hier treffen Meeresströmungen auf Flussströme und Wind mischt das ganze so richtig zu einer kabbeligen See auf. Zum Glück gabs noch freie Plätze im Taylor Creek, dem Flusslauf gleich vor der kleinen Stadt mit ihren Holzstegen und typischen Häusern am Kai. Ein ruhiger, netter Platz, stellten wir fest. Auf der Außenseite des Kanals lebten Wildpferde, denen wir beim Grasen zusehen konnten.
Da wir wieder mal Wäsche mit hoher Temperatur waschen wollten, ging’s Tags darauf in die einzige Laundry des Ortes. Andrea füllte begeistert die großen Trommeln und im Nu war alles erledigt. Für 12.-$ einen großen blauen Ikeasack ist nicht so schlimm.
Wir gönnten uns abends einen Thunfisch Salat und Krabben Laibchen, vorausschauend, daß wir in der nächsten Woche auf dem ICW nach Norfolk nicht vielen Restaurants begegnen werden.

Die Wetterprognosen sind für eine Außenfahrt am Atlantik nach Norfolk, um das berühmte Cape Hatteras herum, für die nächsten Tage zu schlecht. Dieses Kap hat es in sich und den Ruf als weltweit einer der größten Schiffsfriedhöfe (auf Grund sturmbedingter, gesunkener Yachten).
Unten siehst Du in rot den bisher von Grand Bahama zurückgelegten Weg. Deltaville ist unser Endziel. Das Foto darunter zeigt unser Jubiläum auf See. Seit dem Verlassen von Porto Heli in Griechenland haben wir mit SYMI 10.000 Seemeilen (18.540 km) zurückgelegt.

Also entschlossen wir uns, die ICW Innenvariante zu fahren.

Heute Freitag morgens um 06:30 Uhr ging’s wieder. Einfahrt in den ICW bei Beaufort. Gesamtlänge ist bis Norfolk 190 sm. Der Weg dorthin wird also vermutlich sechs Tage dauern.
Übernachten werden wir irgendwo am Wegesrand.

Wie immer wünschen wir Dir
Alles Gute 🍀
Gib Acht auf Dich und bis zum nächsten Mal

Reading time: 7 min

Herzlich Willkommen zurück auf unser Blogportal. Ich möchte Dir heute über unsere Abenteuer rund um Orlando berichten.
Symi war sicher an einer Boje der Titusville Marina verankert und ein Mietwagen schnell gemietet. Es sind gut 100 km von der Ostküste bis nach Orlando. 85 Meilen Speed Limit, vier bis sechsspurige Straßen, die sehr intelligent geführt werden. Keine Spur hat hier ein abruptes Ende als Abbiege oder Auffahrtspur. Die Spuren sind so gebaut, dass niemand, wie bei uns, aus Angst auf die Abbiegespur zu geraten, immer auf dem Mittelstreifen fährt. Alle sind diszipliniert und es enstehen weniger Staus. Für Autofanatiker ist es hier das Eldorado: Lastwagen von Peterbuilt und MAC oder SUV in der Größe von Wiens Citybussen brummen sanft an dir vorbei.
In Orlando war ich zuletzt vor 20 Jahren. Es hat sich auch stark verändert. Die kleinen Seen, grossen Wiesen und Sümpfe rund um die Highways sind fast alle verschwunden und zubetoniert worden. Meine Erinnerungen an Orte – Einkaufsmalls – dann wieder Landschaft über Kilometer – Orte – Landschaft usw sind nun zu einem einzigen, großen, belebten Ortsgebiet verschmolzen.

Wir buchten uns in einem Hotel der Universal Gruppe ein, was den Vorteil hatte, dass wir in der Früh mit einem Shuttlebus schon eine Stunde vor der Parkeröffnung eingelassen wurden. Da es von den Universal Hotels acht an der Zahl gibt, waren ein paar hundert andere Gäste natürlich ebenso früh dran wie wir. Das war ja zu erwarten. Am Eingang genügt nicht das Ticket alleine, ein Fingerabdruck muß dazu abgegeben werden. Amerika wie es leibt und lebt. Wir eilten dann sofort ins Land von Harry Potter, da dort tagsüber die längsten Wartezeiten zu erwarten sind.
Ich möchte Dich hier nicht mit Details zu jeder Attraktion langweilen, eines muss aber gesagt werden: unser Besuch der Parks war eine aufregende und perfekte Aneinanderreihung von mystischen, technisch ausgereizten und von der Präsentation her einmaligen Erlebnissen. Zur Sperrstunde waren wir bereits 13 Stunden vor Ort und waren fast 16 km zu Fuß unterwegs. Da freut man sich auf sein Bett.

Hogwarths

Der nächste Tag war ein Ruhetag am Hotelpool, zum Kräftesammeln für den dritten Tag dann in Disneyworld.
Auch das Disney-Imperium ist gewachsen und man bräuchte eine Wochenkarte, um alle Plätze zu besuchen. Dem Cinderella Land haben sich sechs neue Abenteuerplätze dazu gesellt. Wir pickten uns vorher die Rosinen heraus und liefen dann von einer Attraktion zur nächsten. Die Wartezeiten konnten bei den beliebtesten Fahrgeschäften schon mal 80 Minuten sein, aber mittels App alles planbar. Auch hier waren es wunderbare Erlebnisse, allen voran das Thema „Avatar“, daß eine verblüffend realistische Reise in das Land der blauen Wesen bietet.
Allgemein allerdings merkt man den Disney Parks ihre Jahre an. Ich würde deswegen einen ⭐️ abziehen. Disneyworld ist nicht mehr so perfekt, wie Universal Studios.

Universal und die Disney Parks werden im Durchschnitt täglich von jeweils von 55.000 Menschen besucht. Man kann es am Besten als ein Treiben lassen mit den in permanenter Bewegung befindlichen Menschenmassen beschreiben, von einer Attraktion zur nächsten, berieselt durch passende Filmmusik aus versteckten Lautsprechern am Wegesrand und eingehüllt in den Duft frischer Popcorn. Ein einzigartiges Erlenbis, dass ich mir nach dem letzten Besuch 2006 mit meinen Kindern, wirklich nochmals gewünscht hatte. Andrea brauchte an den Tagen davor und auf dem Weg nach Orlando noch Überzeugung. Ihre Skepsis, wie sich wohl die G-Kräfte einer Hochschaubahn auf sie und ihre Innereien auswirken würden, war groß. Kaum aber hatten wir die Erste Fahrt absolviert, war alles wie fortgeblasen. „Machen wir als nächstes …. „, forderte sie danach schon eine weitere, schnellere und höhere Bahn. Ein voller Erfolg und wenn es beiden gefällt, ist es wie beim Sonnenuntergang, zu zweit ist alles schöner.

Da wir auf SYMI in unserem eigenen, fast menschenleeren Universum leben und wir Viren und Bakterien bei uns meist den Zutritt verwehren, haben sich in den Orlando Parks offensichtlich das „Who is Who“ der Krankheitserreger auf Haltegriffen, Türschnallen und Wartezeunen festgeklebt. Mit Infektionsgarantie !
Und prompt schlugen sie bei mir zu. Am Tag nach Mickey Mouse plagte mich hohes Fieber, Schüttelfrost und Husten mit eitriger Bronchitis. Ein paar Tage im Bett waren also die Strafe für die zügellosen Ausschweifungen an diesen amerikanischen Orten der Hochkultur. Alles hat eben seinen Preis.

Zum Glück funktionierte das gewählte Antibiotikum aus meinem Medizinschrank und bald war ich wieder bereit mit Andrea die letzte Attraktion bei Titusville zu besuchen. Cape Canaveral.

Gleich am Morgen startete Space X eine Falcon9 🚀 mit riesen Brummen und Geräuschen, wie bei einem Megafeuerwerk. Wir konnten es von SYMI’s Vordeck beobachten. (Entschuldigung für die schlechte Fotoqualität).
Dann gings mit einem Uber, der hier wirklich überall günstig zu haben ist, zum Eingang des Kennedy Space Centers. Uns führte ein 78-jähriger Uber Fahrer. Hier in den USA verdienen, oder besser müssen sich ältere Menschen zu ihrer meist niedrigen Pension bis ins hohe Alter Geld dazu verdienen, in Wien wäre dies sicher ein Skandal. Man muß sich nur die Schlagzeile dazu vorstellen: 80 jähriger Taxilenker fährt in seiner Freizeit Uber… Der nette Herr erklärte uns, daß das Zubrot ein Positivum für ihn ist, dass er aber die Abwechslung liebt und es durchaus schätzt zwei Tage der Woche Uber zu fahren und nicht zu Hause zu sitzen.
Das Space Center hat wirklich tolle Ausstellungen. Raketen, Kapseln und und die gute alte Atlantis sind wirklich Highlights. Bei der Bustour durch das Areal kommt man sowohl bei der größten Montagehalle der Welt vorbei, als auch bei Elon Musks SpaceX Fabrik. Wer natürlich vor Ort nicht fehlen darf ist Jeff Bezos mit seiner privaten Firma „Blue Origin“, die auch ein paar Hallen für sein privates Raumfahrtprogramm in Cape Canaveral gemietet hat.

Meine Bronchitis wurde besser und daher beschlossen wir, unsere ICW Tour weiter in nördliche Richtung fortzusetzen. Nächstes Ziel 8 Stunden entfernt: Daytona Beach.
Berühmter Ort der NASCAR Autorennen. Bei unserer Ankunft öffnete sich der Himmel und ein starkes Gewitter mit Tropenregen verhinderte jeglichen Kontakt mit dem Land.

Morgens mussten wir recht früh los, um die nächste Flußetappe zu schaffen. Trotz des Studierens der aktuellen Tidenpläne, bekommt man häufig an Flußgabelungen oder seichten Stellen plötzlich Gegenstrom und wird dann unfreiwillig auf die halbe Geschwindigkeit heruntergebremst. Die Flußtiefe liegt zwischen 1,8 und 4 Metern. An stark schlängelnden Kurven fielen uns einige Segel und Motorboote als stille Zeugen auf, daß man bei dieser Flußfahrt vollste Konzentration walten zu lassen hat. Verlasse niemals die vorgegebene Fahrrinne.

Die Ufer sind zum Großteil besiedelt. Man findet dort die typischen hohen Stege mit einem Motorboot darauf hochgehievt und dahinter das Einfamilienhaus mit einer großen US-Flagge. Die Verandas sind meist in Mosquito sichere Volieren mit Mückenschutz umgebaut. Denn abends kommen sie aus ihren Verstecken, die Biester.

Gegen 18:00 Uhr erreichten wir schließlich Saint Augustine. Der Stolz der Amerikaner, denn 1565 wurde diese Siedlung durch ankommende Spanier begründet und gilt somit als älteste Stadt der USA. Die berühmten Gebäude hier liegen alle in der Innenstadt und wirken irgendwie überrestauriert. Fast wie in Disneyworld. Ein altes Fort, ein Hotel im spanisch, kolonialistischem Stil um das Jahr 1888 gebaut und vor 50 Jahren zu einem College umgewidmet sind hier fix mit dem Namen des Ölmillionärs und Anteilhaber der Eastern Railways Henry M. Flagler verbunden. Auf der anderen Seite des Hauptplatzes liegt das zweite Großhotel, erbaut am Ende des 18.Jahrhunderts von Otto Lightner. Er erkannte wie Flagler das Potential dieses auch im Winter relativ gemäßigten Klimas und zusammen wurden diese Hotels als Winterzuflucht für reiche New Yorker geplant. Gleich dazu baute Flagler die Eisenbahnstrecke von Tür zu Tür aus und führte sie dann sogar bis Miami weiter. Saint Augustine erfreute sich bis in die 50-er Jahre als Kurort der East Coast Reichen und ist heute dank seines Status als „älteste Stadt der USA“ immer noch Touristenattraktion.

Am 2.6.25 ging es nun endlich hinaus aus St. Augustine und wieder auf den Atlantik. Die Strecke, die wir bis zur Flußeinfahrt nach Savannah/Georgia zurückzulegen hatten, war auf offener See bei leichtem Wind wesentlich einfacher als auf dem immer geschlängelteren Fluß des ICW.
Nach einer Nacht und 220 km erreichten wir gestern das Flußdelta, durch welches wir nach 25 Kilometern Fahrt mit der Tide den namensgebenden Ort Savannah erreichten.
Zum Sonnenaufgang begleiteten uns große Tümmler. Immer wieder ein nettes Erlebnis.

Schönheitspreis gibt es für den Anlegesteg am Hauptplatz keinen, auch der Regen verdarb uns die Lust auf Sightseeing am Vormittag, aber nun klart es auf und wir werden in die Stadt spazieren. Also Details gibt es das nächste Mal.
Nächstes Ziel ist morgen Charleston.


Allerbeste Wünsche von Bord Symi
Bleibt gesund

Reading time: 7 min
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