Einen schönen Tag wünsche ich Dir. Danke, dass Du in den neuen Blog von SYMI hineinschaust.
Vor sechs Tagen ist also Andreas Schwester Martina in St. Thomas gelandet und wurde bei uns in der Bugkabine einquartiert. Leider war das Begrüßungswetter während der ersten Tage, bedingt durch die starken Winterstürme in den Ost USA kühler (27°), regnerisch und wesentlich windiger als zuletzt. Dadurch beschränkten wir unsere Fahrten auf die Insel St.Thomas und lagen gemütlich und geschützt in der Brewers Bucht neben dem Flughafen. Wir genossen einen Ausflug auf den steilen 250 m hohen Berg neben unserer Bucht. Der Weg führte zwar direkt durch ein Bachbett und teilweise mussten wir große Steine hinaufklettern aber es lohnte sich. Von oben bot sich uns eine wunderbare Aussicht auf unsere Ankerbucht und den Airport von St.Thomas (STT).



Gemeinsam mit unseren schweizer Kumpanen von der „IP“, die von uns liebevoll „die Ipis“ genannt werden, segelten wir einen Tag später in die spanischen Jungferninseln, auf die Insel Culebra.
Ein wackliger Kurztrip von 20 sm mit Wind von achtern.
(Bild „Symi verschwindet hinter Welle“ v. Peter)
Diese kleine Insel ist ebenfalls amerikanisches Extraterritorialgebiet und gehört politisch zu 🇵🇷 Puerto Rico.
Sobald wir angekommen waren und unseren Anker vergraben hatten, musste ich uns in „Spanien“ einklarieren und meldete mich per „US Customs and border protection“ App alle Personen an Bord und stimmte einem Videocall zu. Fünf Minuten später läutete mein Telefon, und ein Zollbeamter fragte mich äußerst freundlich und gechillt auf Englisch, ob wir frisches Fleisch oder Obst und Gemüse oder Tiere an Bord hätten, wieviel Waffen und wie viele Personen sich an Bord befänden. Danach musste jeder einzelne von uns seinen Pass und sein Visum in die Kamera halten, ernst dreinschauen und schon war alles erledigt . Der sympathische Beamte hieß uns in den Spanish Virgin Islands herzliche Willkommen.
Unser Ankerplatz war zwar vor großen Wellen durch das Riff geschützt, der Wind aber blies die ganze Nacht mit fast 50 km/h durch. Somit kam bei uns auch tagsüber nicht so richtig Lust zum Schwimmen oder einen Landgang auf. Martina fühlte sich leider etwas grippig (was fast ausnahmslos jedem Besucher an Bord von SYMI passiert ist. Außer Jenen, die im Flieger eine Maske trugen) und so blieben wir faul an Bord.
Zwei Tage später verbrachten wir nochmals einen gemütlichen Nachmittag mit Iris & Peter und verabschiedeten uns wehmütig bei einem letzten Bier. Wir werden bis zum Sommer nach Norden, sie nach Süden auf die ABC-INSELN segeln und ihr Boot dort für die Hurrikan Zeit stehen lassen. Vielleicht sehen wir uns in Wien im Herbst? Abschiede von neu gewonnen Meeresfreunden, die ebenso wie wir die Freiheit, das Abenteuer und das Segeln lieben sind schwer. Seit Dezember hatten wir eine Menge netter Erlebnisse gemeinsam genossen und jetzt weiß keiner von uns wann wir uns wiedersehen. Irgendwo und irgendwann wird es sein.
Wir liefen mit dem Wind im Rücken am nächsten Tag weiter nach Westen, direkt in die Hauptstadt von Puerto Rico, San Juan ein.


Die Hafeneinfahrt ist beeindruckend. Gleich links auf einem Felsen thront das von den Spaniern 1539 erbaute Castillo San Felipe, dann geht es vorbei an zwei Kreuzfahrt Riesen immer weiter Richtung Stadt. Das Ankern ist in einem Seitenarm, der auch eine Marina beherbergt möglich. Er hat die Breite der Donau und ist direkt neben dem lokalen Flughafen. Alle zehn Minuten startet eine kleine einmotorige Maschine und brummt über uns hinweg. Neben uns liegt eine blaue Fähre, die alle zwei Tage in die Dom.Republik fährt. Alles etwas laut und wenn abends die Lichter angehen, erinnert der Blick an den Donaukanal in Wien bei Nacht. Hohe Häuser auf denen bunte Werbungen leuchten. All das haben wir ja erwartet weil wir sind schließlich zum Sightseeing hierher gekommen.



Tags darauf besuchen wir also Viejo San Juan – die Altstadt. In den engen Gassen tummeln sich Touristen, die meisten glauben wir, von Kreuzfahrtschiffen ausgespuckt. Das Flair machen hier die bunt bemalten meist einstöckigen Häuser aus. Alle Strassen sind mit glasierten Steinen gepflastert und glänzen bläulich in der Sonne. Die gesamte Altstadt macht einen sauberen und sicheren Eindruck. Meine, bei der Reiseplanung gehegten Zweifel über die hohe Kriminalität in Puerto Rico scheinen verflogen. Unser Uber Fahrer erzählt uns, daß man nachts natürlich besser nicht spazieren gehen soll und die armen Viertel meiden, aber im Großen und Ganzen macht diese Stadt einen sauberen und sicheren Eindruck auf uns.



Heute nahm uns Herold, der Ubermann über die Stadtautobahn zum Naturreservat „El Yunque-National Forest“. San José scheint doch eine ziemlich große Stadt zu sein (350.000 EW), wenn man eine gute halbe Stunde an Hochhäusern, Universitätsgebäuden, einem Footballl Stadium und den typischen Vorstadt Malls und Baumärkten vorbeifährt. Ich empfand es wie ein ganz kleines Bangkok. Die Autobahn ist breit und die Autos hier sind es auch. USA eben.
Das Naturreservat beherbergt einen großen Regenwald an der Ostküste der Insel, durch den wir auf einer gepflegten Straße, mit klar markierten Parkplätzen im 2-Kilometerabstand, fuhren. Jeder Parkplatz ist Ausgangspunkt für einen kurzen oder langen Spazierweg zu diversen Attraktionen. Mehrere Wasserfälle, ein Staubecken (tituliert als „ancient lake“ aus 1940) und zwei Aussichtstürme warten erobert zu werden. Wir marschierten zu einem dieser Türme 11.000 Schritte weit im Regenwald auf einem gut präparierten Pfad auf den Mount Britton. Ein netter Ausflug, der endlich wieder Bewegung in unseren Körper bringt. Abends sinken wir müde in unsere Betten. Einwohliges Gefühl. Die Nachttemperaturen hier sind auch extrem angenehm. Sie sinken bis auf 24° ab.


Wie geht es nun weiter mit SYMI und uns.
Schließlich müssen wir jetzt mit Gast an Bord einen Zeitplan einhalten.
Das nächste Ziel sind die Turcs & Caicos. Diese Inselgruppe ist britisches Comonwealth Protektorat und liegt im Südosten der Bahamas. Auf Google Maps sind sie als riesiger türkis Fleck zu erkennen, bis in den Weltraum.
Die Reise dorthin geht über drei Tage und Nächte und ich versuche das beste Wetter mit ausreichend Wind aus der richtigen Richtung aber ohne Stürme oder Regen auszusuchen. Aus heutiger Sicht ist Freitag mittags die idealste Abfahrtszeit. Wir sollten dann Montag morgen beim ersten Licht in der Stadt Cockburn ankommen. Wir melden uns jedenfalls wieder …
Bis dahin Alles Gute und die besten Grüße von Bord SYMI

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