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Ahoi und Willkommen zu einem kurzen Update von uns.
Ich möchte es gerne einmal sagen:
Ein herzliches Dankeschön an unsere treue Leserschaft unserer Blogs.

Nachdem wir unsere lieben Freunde in Nassau abgesetzt hatten, verließen wir diesen unwirtlich Ort sehr rasch und segelten eine große Strecke bis in die östlichen Abaco Inseln. Die Abacos bilden einen Bogen und die nordöstliche Begrenzung der Bahamas. Da sie häufig von Hurrikans heim gesucht wurden, ist die Infrastruktur dort nicht aufregend. Es gibt einige wenige Orte, wie zum Beispiel Hope Town, an denen Amerikaner ihre Häuschen gebaut haben und Hotelanlagen liegen. Der Großteil der Inseln ist wenig bis gar nicht bewohnt.
Hope Town ist außerdem für den angeblich weltweit letzten mit Kerosin betriebenen aktiven Leuchturm bekannt. Ein sympathischer Ort, wie aus dem amerikanischen Bilderbuch.

In Fox Town, wo sich wirklich Möwe und Fisch gute Nacht sagen, landeten wir mit dem Dinghy am Steg an und gingen zum einzigen Restaurant vor Ort für ein akzeptables Frühdinner. Abgesehen von der freundlichen Besitzerin und einigen Barbesuchern lehnte auf der Terrasse ein völlig verwahrloster Einheimischer, der wie ein Zombie ins Leere starrte. Crystal Meth ist in diesem Ort scheinbar sehr beliebt. Auf den Straßen irrten noch weitere Gestalten herum, sodaß wir schließlich feststellten, dass man in Fox Town nachts besser nicht unterwegs sein sollte.

Das Essen war gut und am nächsten Tag überquerten wir die Bahama Bank zu der einsamen Insel „Sales Cay“, ankerten dort noch eine Nacht und fuhren schließlich am Samstag über die Grand Bahama Bank bis West End. Der Name sagt alles. Es ist die nordwestlichste Siedlung auf der Insel Great Bahama.

Außer einer Marina und einigen Häusern und der für uns wichtigen Ausreisebehörde gibt es dort nichts. Obwohl nichts, stimmt gar nicht. Da wir in der elektronischen Seekarte den Eintrag einer „Marina Ruine“ fanden, interessierte uns was wohl hinter diesem Ausdruck stecken mag. Wir googelten, dass Anfang der Zweitausender Jahre ein amerikanisches Investoren Konsortium hier ein 4,9 Milliarden Dollar Projekt für eine Hotelanlage der Superlative geplant hatte. Es sollte neben zwei 18-Loch Golfplätzen, ein Hotel in der Größe des Schlosses Versailles bieten, weiters Restaurants, Kino, Shopping Malls, Marinas und anderes.

Die Vorarbeiten begannen, aber nach nur wenigen Jahren, in denen lediglich die Wasserkanäle und der Airport vorbereitet waren, mussten die Investoren wegen Zahlungsunfähigkeit und Schulden das Gesamtprojekt abbrechen. Das Stück Land ging an die Regierung zurück. Die Homepage und Beschreibung dieses megalomanen Projekts steht wirklich als Symbol für den scheinbar grenzenlosen Bauwahn dieser Welt. Ein kurzer Klick auf den Link zahlt sich aus. Man traut seinen Augen nicht, was Planung war und was wir als Realität der Umsetzung sahen.
Da der Wellengang und der Wind an der Küste recht stark waren und die Marina 170 $ für eine Nacht verrechnen würde, entschlossen wir uns in die Ruine hinein zu fahren. Die Einfahrt und der Kanal waren 5 Meter tief, die Wände an der Seite betoniert und mit Steinen belegt. Unglaublich teuer ausgeführte Arbeiten dachten wir, die teilweise schon wieder von der Natur zurück erobert wurde. Symi verankerten wir an einer breiteren Stelle im Kanal und nach dem Abstellen der Motoren hörten wir nur ein paar Vögel zwitschern. Die Wellen im Inneren waren kaum spürbar und es herrschte eine Ruhe, wie wir sie schon lange nicht mehr erlebt hatten.

Dieser Zustand der Ruhe währte nur kurz, da wir zu Fuß bis 17:00 Uhr die circa 4 km entfernten Marina mit dem Büro der Zollbehörde erreichen mussten. Also rein ins Beiboot und in einem Seitenkanal möglichst nahe an den Flughafen heranfahren, das Boot an einem Stein fest gemacht und dann ging’s zu Fuß weiter. Hinein in ein seltsam verlorenes Projektgebiet. Eine wie in Stronachs „Fontana“ ausgebaute Straße mit fertiger und bereits kaputter Straßenbeleuchtung und Hydranten entlang. Die Bauplätze für die vorgesehenen Villen waren bereits planiert und die Strom und Wasseranschlüsse verrosteten alle 50 m vor sich hin. Beim Durchqueren dieser Anlage hatten wir das Gefühl, in einer Dokumentation über die Erde nach einem Atomkrieg zu sein. Völlig menschenleere Gegend, der Wind rauschte in den Nadelbäumen, die sich die Fusswege teilweise zurückerobert haben. Abgefallene Nadeln knirschen unter meinen Schuhen. Keiner kehrt hier mehr den Boden. Etwas später passierten wir ein altes Schild, dass zwei Golf Pros zeigte und den Eingang dieser Anlage schmücken sollte, aber zu einem traurigen Anblick verkam. Wie rasch sich alles ändern kann.

Auf dem dort eigens errichteten Flughafen parkten zwei kleine Maschinen, Menschen waren keine zu sehen.
Als wir der Marina näher kamen, passierten wir ein paar bewohnte Ferienhäuser, die aber scheinbar zum Marina Komplex gehörten. Sowohl Marina als auch die Häuser in der Umgebung boten einen eher tristen Anblick.
Das Ausklarieren war rasch erledigt und wir sparzierten die 3,6 Kilometer durch dieses unheimliche Gebiet wieder zurück und fuhren mit dem Beiboot durch den Kanal zu Symi zurück.
Wir haben nun die Bahmas hinter uns gelassen. Mehr als zwei herrliche Monate durften wir dort verbringen. Rund 1500 km kreuzten wir im Türkis umher und es war wirklich exzeptionell schön, sodass uns der Abschied nicht leicht fällt.
Wir wollten auf keinen Fall in der Ghost Town Marina mehrere Tage wegen schlechten Wetters hängen bleiben und da wir unseren Reisezeitplan, der sich nach dem Beginn der Hurrikan Saison, aber auch nach unserer Segelpause im Juli mit Heimatbesuch richtet, einhalten wollen, beschlossen wir am Muttertag-Sonntag, trotz prognostizierter 20-26 Kn Wind aus Südost, die Überfahrt nach Florida zu starten. Ein zweites Reff im Großsegel und schon gings in Richtung Golfstrom und West Palm Beach dahin.

Was ist der Golfstrom, magst du jetzt sagen.
Der Golfstrom ist eine starke, derzeit 29 Grad warme Meeresströmung im Westatlantik, die warmes Wasser aus der Karibik entlang Mexiko, der Ostküste Nordamerikas nordostwärts bis nach Europa transportiert. Er ist für das relativ warme Wetter in Europa (ohne ihn wäre es in Europa wesentlich kühler) verantwortlich. Der Strom schiebt sich wie ein riesiges Band, bis zu 200 km breit und mit einer Geschwindikeit bis zu 6 km/h nach Norden und später an Grönland vorbei Richtung Ost.
Beim Überqueren mit dem Boot bei viel Wind aus Nord bilden sich große gefährliche Wellen (Strömung gegen Wind), die eine Überfahrt sehr riskant machen können. Wir fuhren gestern bei 20 Knoten Südostwind los. Das ist eine gute Windrichtung. Beim Navigieren muss man darauf achten, daß durch den starken nördlich treibenden Strom, ein Zielpunkt nie direkt angefahren werden kann. Der Strom würde deinen Ankunftsort um gute 10km nach Norden versetzen. Um also unser Ziel – Palm Beach – nicht zu verfehlen, mußte ich den Kurs um gute 30° vorhalten und SYMI’s Bug in Richtung Boca Raton ausrichten. Mit dem AIS (grüne Bootssymbole von Fahrzeugen in der Umgebung) sah ich auch seltsame Gefährte. Ich bin schon nahe der USA, dachte ich (roter Kreis).

Obwohl es flott dahin ging fühlten sich die Wellen und das Wasser auf dem wir segelten anders und sehr unruhig an. Ich möchte mir, dachte ich, hier niemals bei Nordwind segeln. Nach acht Stunden steuerte ich in den breiten Einfahrtskanal von West Palm Beach hinein. Wir ankerten mitten im Flussbecken des riesigen Hafens. Starke Tidenströmungen und viel Wind ließen SYMI am Anker ziemlich zappeln. Aber alles war gut gelaufen. Ich mußte nun per US-App der Homeland Security die digitale Anmeldung vornehmen. Zum Glück hatte ich alle Boots- und Personedaten bereits vor Monaten in den US-Virgins eingegeben und nach ein paar Minuten erhielten wir per SMS die Nachricht, daß wir registriert waren, aber Montag beim CPB Officer des Einwanderungsbüros des Hafens vorsprechen müßten und Fingerabdrücke abgeben sollten. Ein normales Verfahren. Dann fielen wir recht müde ins Bett.
Heute morgen regnete es und wir setzten mit dem Dinghy zum Hafenamt über und durch einen freundlichen Zollbeamten erhielten wir nach zehn MInuten unsere Cruising-Lizenz für SYMI für ein Jahr in amerikanischen Gewässern und mit den Worten: „Welcome to the US, guys“ verabschiedete sich der Beamte. 36.- Dollar Fee war zu berappen. Bürokratie kostet eben.


Wie es mit SYMI und uns im Intracoastal Waterway weitergeht, was der ICW überhaupt ist und welche Pläne wir bis zum Saisonende Mitte Juli haben. Bleib bitte dran, ich werde berichten.

Mach’s gut und Ahoi von Bord SYMI
Pauli und Andrea

Reading time: 7 min

Herzlich willkommen zu einem neuen Blog von SailingSymi.com.

Wir holten Katharina und Georg pünktlich am Ostersonntag am vereinbarten Treffpunkt in George Town ab und trotz des frischen Windes und hoher Wellen im Hafen konnten wir sie mit dem Beiboot halbwegs trocken an Bord von SYMI bringen.
Es ist jedes Mal ein Vergnügen, nette Menschen aus der Heimat an Bord zu haben, Nachrichten zu hören und nach Wochen der Zweisamkeit wieder einmal gemütlich zu viert, bei einem Glas Wein sitzend, zu tratschen und nicht zu vergessen, die mitgebrachten Ersatzteile oder wunderbare Geschenke, wie Schokoriegel oder Kaffekapseln aus der Heimat entgegen zu nehmen.
Da wir noch zwei Tage das schlechte Wetter abwarten mussten wanderten wir am Atlantikstrand und planten dabei Routendetails. Wir beschlossen, die Segeltour one way zu fahren, also anstatt nach der Halbzeit wieder nach George Town zurückkehren zu müssen, Nassau als Zielpunkt zu wählen. Dies bedeutete nicht nur wesentlich entspannteres Segeln, sondern auch gemeinsam Neues entdecken zu können. Delta Airways waren da sehr kulant. Mit nur 17.- $ Gebühr pro Person war alles erledigt.
Zum Ankern legten wir uns am letzten Tag in George Town direkt neben das Schiff unserer österreichischen Freunde, die „Stravanza“. Leider hatten wir nur einmal die Gelegenheit auf ein Plauscherl bei Kaffee. Seit ungefähr drei Monaten versuchten wir mit Ingrid und Robert irgendwo unsere Wege kreuzen zu lassen. Diesmal glückte es, wenn auch nur für kurz. Sie werden nach Kanada weiter segeln.

Wir kreuzten am nächsten Tag hinaus auf den Atlantik, an der Ostseite der Inselkette entlang, bis nach Lee Stocking Island, wo wir durch einen Pass in den westlichen, türkisfarbigen Teil der Exumas hineinsegeln konnten.
Ab nun standen ruhige Nächte mit täglich neuen Abenteuern auf dem Gästeprogramm.
Erster Halt war ein Besuch der Iguanas (Echsen), die auf einer kleinen Insel leben und, so nehme ich an, durch die täglichen Touristenbesuche gefüttert und gezähmt wurden. Gleich nach der Anlandung am Strand mit unserem Dinghy watschelten ein halbes Dutzend auf uns zu. Andrea hatte alte Äpfel in kleine Stücke zerteilt und mitgebracht und warf die Würfel nun in den Sand. Direkt vor die hungrigen Iguana Mäuler. Es schmeckte ihnen sehr. Bald rauschte das nächste Motorboot mit Touristen heran und übernahm nun unsere Aufgabe.

Wir hoben den Anker und fuhren unter Motor in engen Kanälen, die zwischen einzelnen Inseln hindurch führten, entlang. Bei einer dieser Inseln, die der Schweizer Milliardärin Dona Bertarelli gehört, fanden wir eine sehr ruhige und schöne Bucht, ankerten und waren erstaunt, wie rasch ein Begrüßungshai um unser Boot schwamm und alles inspizierte.
Laut Recherche plant die Naturschützerin und Philanthropin
Bertarelli ein klimaneutrales !? (ist da irgendwo ein Widerspruch) Ferienresort. Mit Hotel, Bungalows, Shopping und Kino mitten in den Exumas. In einem YouTube habe ich Bertarelli noch über die Wichtigkeit von klimaneutralem Denken sprechen gehört. Ihre Baustellen sind an jeder Ecke der Insel zu sehen und wir waren uns beim Abendessen einig, dass wir mit solchen Zukunftsprojekte, die Bahamas in dieser Form wahrscheinlich nie wieder sehen werden. Verzeiht mir hie und da die negativen Bemerkungen, aber jedes Paradies hat halt durchaus seine Schattenseiten über die ich auch berichten muss.
Der nächste Tag war reinstes Segelvergnügen. Bei einer Wassertiefe von 2,5 m, glitten wir ohne Wellen mit 8-9 Knoten Speed über die helltürkis Wasserfläche. Unseren Gästen stand der Mund offen. Diese Farbenpracht, lauwarmer Wind und das sanfte Gleiten mit unserer schönen Symi war ein ganz besonderer Moment. Wenn Segeln immer so schön wäre … ich würde nicht mehr Heim kommen.

Der nächste Ankerplatz war Cumberland Cay im Exuma National Park, an dem wir schon zehn Tage zuvor einmal waren. Ein Landausflug zum Beine vertreten, ein nur kurzes Badevergügen wegen Haibesuchs und ein herrliches Essen am Bord rundete diesen Tag ab.

Am nächsten Morgen herrschten abermals optimale Windverhältnisse und es ging wie auf Schienen gleitend unter Segeln nach Norden. Auf der Insel Shroud Cay lag die nächste Touristen Attraktion. Ein Flusssystem, dass bei Flut eine Verbindung zwischen dem Atlantik und dem westlichen Teil der Insel schafft. Wir warteten, bis die Tide ihren Halb Stand hatte, und fuhren dann mit etwas hochgeklapptem Außenbordmotor mit dem Beiboot Fluss aufwärts Richtung Atlantik. An einigen Stellen stiegen wir aus und mussten das Boot über die Sandbänke ziehen. Vom Boot aus beobachteten wir Schildkröten und Rochen, die unter uns hindurch schwammen, kleine Zitronenhaie jagten in diesem Fluss und zeigten keine Scheu. Eingerahmt war der Fluss an beiden Seiten von Mangroven, in denen sich Vögel eingenistet hatten.
Nach circa 1 Stunde konnte man das Rauschen des atlantischen Ozeans hören. Wir waren an der Ostküste der Insel angekommen. Durch einen gut 10 Meter breiten Felseinlass strömte die Flut des Atlantiks in den Inselfluss hinein. Dieser Ort wird auch wegen seiner starken Strömung und Strudel als “the Washing Machine“ bezeichnet. Die beiden Damen waren mutig und schwammen vom Strand zunächst ein Stück in den Atlantik und ließen sich dann durch die starke Strömung in das Innere der Insel hinein driften. Ein kurzweiliges Vergnügen. Mit dem Beiboot war es dann einfach mit der steigenden Flut, fast ohne Motor, durch den Fluss bis an die Westküste zurück zu gelangen.

Unser nächstes Tagesziel war die Insel Norman‘s Cay, die eine besonders spannende Geschichte hat. Wir ankerten mit Symi an einer flussartigen Einfahrt und fuhren mit dem Beiboot zu dem auf der Seekarte bezeichneten Ort „Airplane“.
Richtig gelesen, ein Flugzeug, dass hier in circa 3 m Tiefe auf einer Sandbank liegt.
Die Geschichte von Normans Cay ist folgende:
1976 kaufte ein kolumbianischer Drogenbaron namens Carlos Lehder die Hälfte dieser Insel um eine halbe Million Dollar von der Republik Bahamas. Er war der Sohn eines geflüchteten deutschen Nazis und einer kolumbianischen Mutter und wuchs in Kolumbien auf. Auf der Insel blieb kein Stein auf dem anderen. Die vorhandene Landebahn wurde verlängert, seine Wachen machten Schießübungen auf Häuser, in denen die verbliebenen Einwohner dieser Insel wohnten. Schossen aber auch auf die häufig vorkommenden Ammenhaie und Seevögel. Bald waren auf diese Weise alle für Lehder störenden Menschen vertrieben, so dass er schließlich 1977 einen Umschlagplatz für das Kokain des Medellin-Kartells errichten konnte. Sein Ziel war es, Florida mit südamerikanischen Drogen zu versorgen. Er war einer der engsten Vertrauten von Pablo Escobar. Er ließ Flugzeuge mit Grasnarben und Getreide beladen aus Amerika einfliegen, lud dann stattdessen Kokain aus kolumbianischen Schiffen in einem extra dafür angelegten kleinen Hafen in die Flugzeuge um und ließ diese nach Florida fliegen. Das ging einige Jahre gut. Aber die DEA war ihm auf der Spur. 1979 wollte einer seiner Piloten mit Lehders zwei motorigen Flugzeug, dass wieder mit Grasnarben beladen war, ein Landemanöver für die maximale Kokainbeladungsmenge simulieren und brach bei dem als „Touch and Go“ bezeichnet Manöver das Fahrwerk. Danach flog er eine Runde über die Lagune und setzte das Flugzeug sanft auf das Wasser wo es versank. Carlos Lehder sah dabei zu und sagte angeblich zu einem seiner Männer, „besorgt ein Neues“.
Der Pilot überlebte. Zumindest die Bruchlandung, mehr weiß man nicht über ihn. Lange gingen die Geschäfte nicht gut, die amerikanische DEA verhaftete Lehder 1987 und er wurde zu lebenslanger Haft im Hochsicherheitstrakt in den USA verurteilt. 2020 wurde Leder nach 33 Jahren wegen seiner Mitarbeit und Auskunftsfreundlichkeit über Manuel Noriega und verschiedene Drogenbosse des Medellin Kartells entlassen und ließ sich nach Deutschland, ins Land seines Vaters, abschieben. Von dort hatte er noch einen gültigen Reisepass und die USA war froh ihn los zu sein.
Im Jänner 2025 flog er aus unerfindlichen Gründen mit 78 Jahren nach Kolumbien und wurde dort bereits von der Polizei am Flughafen erwartet. Auch in Kolumbien hatte er noch ein paar 100 Jahre Gefängnisstrafe offen.
Das Flugzeug rostet noch immer an der selben Stelle vor sich hin und ist eine beliebte Touristenattraktion. Das Schwimmen über der abgestürzten Maschine ist spannend, man sieht die voll ausgefahrenen Klappen an den Flügeln, das Dach ist schon weg gerostet und viele Fische bewohnen jetzt das Wrack.

Lehders Maschine

Die ehemalige Zentrale des Drogenbosses inklusive Hafen wurden in ein wunderschönes Hotel und Restaurant umgebaut, in welches wir am Abend von unseren lieben Gästen zum Essen eingeladen waren. Ein unvergesslicher Abend.

Time flies when your having fun. Die Zeit verging viel zu schnell.
Für den nächsten Tag hatten wir uns mit unseren treuen Freunden der ‚Vitila‘ Doris & Uwe verabredet. Sie kamen zum Abendessen auf SYMI und wir hatten alle sechs einen gemütlichen Abend mit herrlichem Essen aus Andreas Küche. Dann hieß es Abschied nehmen. Die Vitilas fahren über den Sommer auf die ABC Inseln und nächstes Jahr durch den Panama Kanal in die Südsee. Wann und wo wir einander wiedersehen steht in den Sternen. Machts gut ihr beiden….
Am 30.4.25 segelten wir sehr flott 60 km nach Nassau und ließen den Anker in jener Bucht im Norden fallen, in der bis zu sechs Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig anlegen. Auch das Container-Terminal befindet sich dort. Gemütlich ist anders, aber da wir einen günstigen Punkt zum Landen mit dem Schlauchboot und anschließendem Taxi für Katharina und Georg gesucht hatten, war diese Empfehlung sehr praktisch. Heute, am Donnerstag, brachten wir die Beiden trockenen Fußes an Land, begleiteten sie noch mit dem Taxi bis zum Flughafen und begaben uns danach in die „Superwash“ Wäscherei um vier Maschinen Wäsche zu waschen. Auf SYMI zurück holten wir gleich den Anker auf und verlegten uns auf einen einsamen Ankerplatz eine Seemeile außerhalb von Nassau. Hier ist es ruhig und dunkel und nur das Plätschern der Wellen am Rumpf ist zu hören.

Wenn Du diesen Blog liest, sind wir wahrscheinlich schon unterwegs, um die südlichen Abacos zu erreichen. In der Landkarte unten siehst Du unsere grün absolvierte Strecke und die ungefähr 260 sm, die wir bis West Palm Beach noch bis Mitte/Ende Mai vor uns haben.

Pass gut auf Dich auf,
Beste Grüße von Bord wie immer
Der Captain

Reading time: 8 min

Ich darf Dich sehr herzlich bei einem neuen Symi-Blog begrüßen.

Ich möchte Dir anfangs berichten, dass es uns wirklich gut geht. Wir und SYMI sind wohlauf.
Wenn ich nicht immer Zugang zu Nachrichten hätte, würde ich hier weder einen Zoll, noch einen Atomkrieg mitbekommen. Natürlich nehme ich die Krisen dieser Welt wahr und bin besorgt darüber wie Du. In welche Richtung geht da unsere Welt?
Seit mehr als zwei Wochen sind wir nun schon wieder unterwegs. Ich war etwas faul und nur Andrea pflegte inzwischen fleissig ihren Polarsteps Account und fütterte ihn mit frischen Fotos, ich genoss einfach die Reise.
Nach unserer Ankunft in George Town am 26.3.25 waren wir wild darauf, endlich wieder in einen Supermarkt zu kommen. Obst, Gemüse, Milch und ein paar Schockis/Chips standen ganz oben auf der Einkaufsliste. Der Weg dahin ist in George Town mit dem Dinghy einzigartig. Der Steg für die Dinghys liegt in einem kleinen Inlandteich, den man nur erreichen kann, indem man durch einen kleinen Tunnel unter der Hauptstrasse hindurchfährt. Dort wird das Beiboot festgemacht. Gleich in der Nähe parkt ein Pick-Up Van, auf dessen Ladefläche man seinen Müllsack deponieren darf. Die fünf Dollar pro Sack wirft man beim schmal geöffneten Fahrerfenster in das Wageninnere. Ich machte noch davor einen kurzen Besuch bei der Tankstelle, um den 12 Liter Beiboot Tank aufzufüllen. Unser Dinghy ist ja wie unser Auto. Wir benutzen es fast täglich. Entweder, um Einkäufe zu machen, die Buchten zu erkunden, zu Tauchspots zu gelangen oder zum Abendessen an irgendeinem wackligen, kleinen Holzsteg eines lokalen Restaurants anzulegen. Unser Honda Außenbordmotor frisst Superbenzin in Maßen. Pro Stunde, so rechnet man bei Booten, benötigt er ca 3 Liter.

Wir tankten und machten dann mit dem Beiboot am Steg fest und gustierten im Supermarkt die Angebotslage. Obst und Gemüse gab es zwar, aber wie sich dann an Bord beim Kochen herausstellte, war die Qualität und Haltbarkeit nicht so gut, wie wir sie von anderen Inseln kannten. Egal, Hauptsache der Kühlschrank war wieder gefüllt. 
Wir verlegten Symi dann etwas weg von der Stadt vor eine kleine Insel östlich, die von Nord nach Süd, wie ein Wall vor den großen Wellen des Atlantiks schützt. Hunderte von anderen Seglern dachten sich offenbar das gleiche, denn wir lagen, wie in der Bucht von Poros, eng an eng nebeneinander.
Bevor der Wind seine Richtung nach Ost drehte dauerte es noch zwei Tage, die wir aber zum Erkunden nutzten.

Der seit Jahrzehnten beliebte Seglertreffpunkt „Chat N Chill Beachbar und Grill“ hat sich in den letzten 10 Jahren nur etwas vergrößert aber die vielen Dinghys, laute Reggaemusik und viele Menschen, die barfuss und in Shorts in der orange Abendsonne hier zum Sundowner oder auf einen Burger vorbeikommen sind gleich geblieben. Auch die angefütterten Rochen, die einen beim Schritt ins seichte Wasser über die Füsse gleiten gibt es noch.

Wir genossen jeder ein Kalik-Bier und waren dankbar für den netten Sonnenuntergang, den wir erleben durften.
Oft habe ich ihn schon erwähnt. Den Bewegungsmangel. Wo sich daher für uns eine landschaftliche Region für Betätigung anbietet, heisst es Sportschuhe an und mit dem Dinghy zum Strand. Da die Gezeitenunterschiede hier ungefähr einen Meter ausmachen muss man sein kleines Boot wohlweislich am Strand hochziehen und an irgendeiner Palme festbinden, damit man bei der Rückkehr nach dem Wandern keine böse Überraschung erlebt. Ich habe bei unserem „Rudolph“ (Dinghyname auf Grund seiner roten Farbe am Bug) am Heck zwei ausklappbare Räder montiert, die es bei gutem Untergrund ermöglichen, das Boot wie eine Schubkarre an den sicheren Strand zu ziehen. Der Motor wiegt 50 kg und das Boot nochmals so viel, dass läßt sich zu zweit nicht stemmen, rollen aber geht meist ganz gut. Unser Spaziergang führte uns am nächsten Tag über die kleine Insel zum Atlantikstrand, an den die Wellen anbranden und dabei so viel Lärm erzeugen, dass eine Unterhaltung schwierig wird.
Es war ein phänomenaler Ausblick von dort oben.

Endlich, der Winddreher war da und die Windgeschwindigkeit passte auch, nichts wie los in richtung Norden. Dorthin erstreckt sich das Inselgewirr der sogenannten „Exumas“ (siehe Karte am Ende). 180 km türkis Meer mit Wassertiefen zwischen ein und sechs Metern und gut 40 Inseln. Manche davon berühmt und touristisch überlaufen, wie Staniel Cay, wo sich die James Bond Grotte aus dem Film „Thunderball“ befindet oder der berühmte Strand mit den schwimmenden Schweinen. Andere Inseln haben noch leere Strände ohne Jetskis und Menschen.
Wir bevorzugen meist das Letztere und segelten los.
Alle paar Kilometer gibt es zwischen den Inseln Einfahrtspassagen, durch die man vom wilden Atlantik in die wellenarme türkis Traumwelt einfahren kann. Mal eng oder mal breiter, auf jeden Fall muss man wissen was man tut, weil es voraussetzt, daß die Tide in die seichte Inselwelt hinein (Flut) fließt nicht gegen die Atlantikwelle hinaus. Denn dabei könnten ernsthafte, bedrohliche Situationen entstehen, die durch die enormen Strömungskräfte schon so manches Schiff an den Felsen zerdrückt haben.
Nach drei Stunden Segeln, paßte bei uns Zeit, Flut und Wind hervorragend und bald schwebten wir über drei Meter Sand in einer Bucht und ankerten. Auch dort, verriet uns ein Bahamas Buch, gab es Schweine am Strand, nur angenehmer Weise ohne Menschenmassen herum. Kaum am Strand gelandet stürmten zehn kleine Ferkel und zwei Muttertiere zu uns ins Wasser und begrunzten uns. Ein etwas seltsames Erlebnis. Wir haben es getan.

Am nächsten Tag segelten wir mit herrlichem halben Wind bis Rudder Cut Cay (nochmals zum Auffrischen: Aussprache wie der Schlüssel auf Englisch; „kiie“). Dieses Eiland gehört dem Zauberer David Copperfield, der sich den Spass erlaubte ein aus Metall geschweißtes Piano auf fünf Meter Tiefe in eine seiner Buchten zu versenken. Wir ankerten daneben und trotz der wirklich intensiven Strömung tauchte ich hinunter.

Zum Übernachten wählten wir eine etwas nördlich davon gelegene Insel, die in der Navi-App ein Restaurant versprach. Beim Ankerwerfen war Niedrigwasser und ich konnte wieder einmal die Genauigkeit meines Echolots kontrollieren. Unter unserem Kiel waren genau 30cm Wasser. Wir genossen den Landgang zum so nobel klingenden <Little Farmers Cay Yacht Club>, den ich daheim als Landbeisl bezeichnen würde. Wir aßen was es gab und das waren 🍔 Burger und Pommes frites. Die „abwechslungsreiche“ US Küche ist hier leider fast überall zu Hause. Das haben wir schon mitbekommen.
Für die folgenden drei Tage suchten wir uns eine gut geschützte Bucht, da wieder einmal eine Kalt und somit Windfront durchrauschte. Abgesehen von einem weiteren Restaurant, dass wir besuchten, hatten wir an diesem verschlafenen Ort namens Black Point wieder Mal eine Begegnung mit großen Ammenhaien. Fischer warfen Fischabfälle ins Hafenwasser und schon waren sie da und fraßen die Reste. Diese Haiart ist für Menschen angeblich völlig ungefährlich. Wenn man aber, so wie wir, Haie rund ums eigene Boot ganz und gar nicht gewöhnt sind, flößt die Begegnung Respekt ein.

Der nördlichste Punkt unserer Exuma Tour sollte Johnny Depps und gleich daneben die Insel des Aga Kahn sein. Beide liegen in einem das nördliche Drittel der Exumas bedeckenden speziellen Naturschutzgebiet. Dort, so sagt es die online Beschreibung, ist Lagerfeuer und das Mitnehmen von Hunden auf einsame Strände strengstens verboten. Es versteht sich von selbst, daß auch das Betreten aller Privatinseln verboten ist. Darauf wird durch große Warnschilder deutlich hingewiesen. Jede Übernachtung am Boot im Park, egal ob ankernd oder an einer Boje, kostet je nach Bootsgröße, zwischen 30.-(für uns) bis 120.-$ pro Nacht. Dadurch sind weniger Boote unterwegs.
Die vielen Kanäle, Durchfahrten, Sanddünen und überall leuchtet türkis Wasser dazwischen. Es ist wirklich wunderschön. Unzählige Schattierungen von Türkis werden dem Auge fast zu viel. Setzt man aber die Sonnenbrille auf, ist die Farbenpracht durch die Polarisation noch eine Stufe höher. Selbst die weissen Bäuche der Seemöwen leuchten türkis.
Wir fuhren an Land und wanderten auf der atlantischen Seite über Sanddünen bis zu einem großen bühnenartigen Höhleneingang, der vor Ewigkeiten von den Wellen des Atlantiks ausgewaschen wurde. Mit dem Dinghy fuhren wir dann noch den kurzen Weg zu einem kleinen Felsen, der sich mit einem Schild selbst beschreibt: „The Aquarium“. Zwei Bojen sind davor im Boden zum Festmachen für Dinghys verankert. Gleich beim Hineingleiten aus dem Beiboot ins Wasser ist man tatsächlich von 100ten Fischen umgeben. So viele haben wir in der gesamten Karibik tatsächlich noch nie gesehen.

Das Wetter bestimmt jede unserer Fahrten. Jeden Ort an dem wir uns aufhalten. Es bestimmt die Dauer des Aufenthaltes und den Tag der Abreise. Jeden Tag ist es meine Aufgabe Wetterdaten zu vergleichen, mögliche Routen und Ankerplätze mit einzubeziehen und mit Andrea zu entscheiden, welches Ziel wir anvisieren. So verließen wir den Naturpark nach zwei Tagen Richtung Süden zurück und suchten uns ein neues Plätzchen, daß uns vor einer Gewitterfront ruhigen Schutz gewährleisten würde. Den Seekartentiefen folgend und gleichzeitig mit Augapfelnavigation motorten wir in eine kleine zwei Meter seichte aber gut geschützte Stelle und ankerten. Ganz in unserer Nähe ist eine Sandbank, auf der eine Schaukel installiert wurde, um Touristen wie uns ein schönes Fotomotiv zu bieten. Bei Ebbe fällt die Bank komplett trocken. So fuhren wir kurzer Hand hinüber und auch wir setzten uns auf die Schaukel.

Der weitere Weg ab morgen ist noch nicht fix. Auf jeden Fall müssen wir spätestens am 18.4.25 in George Town zurück sein, um am 20.4. unsere Freunde Katharina und Georg abzuholen.
Unten siehst Du eine Karte der gesamten Exumas und den eingezeichneten Weg in blau und rot, den wir hier segelten. Im Menü Fotos oder mit diesem Link hier kannst Du noch weitere Fotos sehen.

Ich hoffe es hat Dir Spass gemacht auf SYMI’s Blog.
Alles Gute und beste Grüße von Bord wie immer
Pauli

Reading time: 8 min
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